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TU Berlin

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Berlin University Alliance startet durch

Freitag, 13. Dezember 2019

Die TU Berlin beginnt ihre Initiative zum Verbundthema „Sozialer Zusammenhalt“

Nachdenken über eine gelungene Gesellschaft: TU-Kuratoriumsmitglied Gesine Schwan sprach vor rund 600 Gästen an der TU Berlin über die Herausforderungen des sozialen Zusammenhalts
Lupe [1]

„Sehr intensiv“, „anregend“, ungewöhnliches Format“, „Stoff zum Nachdenken“ – so oder so ähnlich lauteten die Reaktionen der rund 50 Teilnehmer*innen an dem TU-internen Wissenschafts-Speeddating-Event am 5. Dezember 2019. Jeweils zwei Minuten lang hatte eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler aus der soziologischen Richtung gemeinsam mit einer Person aus den Natur- oder Ingenieurwissenschaften Zeit, sich und ihre Forschung im Zweiergespräch zu pitchen. Danach wurde gewechselt, um innerhalb einer Stunde möglichst viele interdisziplinäre Begegnungen zu erzeugen und gegenseitiges Interesse zu wecken. Hintergrund der Veranstaltung ist das Thema „Social Cohesion“. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine der sogenannten Grand Challenges aus dem Antrag der Berlin University Alliance (BUA), bei dem die Federführung bei der TU Berlin liegt. Im Rahmen des Speeddatings sollte ein erster Eindruck vermittelt werden, warum auch und gerade die Natur- und Ingenieurwissenschaften auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt rückwirken – aber gleichzeitig auch auf diesen sozialen Zusammenhalt angewiesen sind.

Mit einem Aufruf im Herbst 2019, Projektideen zum Thema „Social Cohesion“ einzureichen, waren Wissenschaftler*innen der BUA erstmals aufgefordert, sich zu vernetzen und gemeinsame Themen zu finden. 55 Projekte, davon 14 aus der TU Berlin, werden so aktuell gefördert. Im Februar 2020 wird es einen neuen „Call for Proposals“ geben, um konkrete inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte im Bereich „Social Cohesion“ zu etablieren. Abgerundet wurde der eher ungewöhnliche wissenschaftliche Nachmittag mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion: „Vom Traum einer gelungenen Gesellschaft. Nachdenken über sozialen Zusammenhang“. Prof. Dr. Gesine Schwan von der Humboldt-Viadrina Governance Platform diskutierte mit Dr. Daniel Dahm, Unternehmer und Wissenschaftler, Dr. Daniela Dröscher, Autorin, und Christian Felber, Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie und Associate Scholar am IASS Potsdam, über aktuelle Herausforderungen gesellschaftlichen Zusammenhalts im Spannungsfeld von sozialer Herkunft, politischer Verantwortung und unternehmerischer Initiative.

Parallel zu den Grand Challenges ist die Internationalisierung ein weiteres Kernthema der Allianz. Als großer Forschungsverbund ist die BUA noch interessanter für internationale strategische Partnerschaften als jede der vier Partnerinnen einzeln. Solche Partnerschaften unterhält der Verbund aktuell mit der University of Melbourne, der National University of Singapore und mit der University of Oxford. 2019 gab es mit allen drei Partnerinnen je einen gemeinsamen „Call for Proposals“ mit dem Ziel, Workshops, Kurzzeit-Forschungsaufenthalte, Reisestipendien oder Ähnliches zu beantragen, um künftige größere gemeinsame Forschungsprojekte vorzubereiten. Insgesamt werden aktuell 118 Projekte im Rahmen des Verbunds gefördert.

Nachdenken über eine gelungene Gesellschaft: TU-Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Gesine Schwan sprach vor rund 600 Gästen an der TU Berlin über die Herausforderungen des sozialen Zusammenhalts.

Die Rede im Wortlaut [2] (pdf)

Aufnahme der Rede [3] (mp3)

Aktuelle Projekte mit der TU Berlin

Globaler Dialog zu Restitution

Die Anschubfinanzierung für das Projekt „Understanding Colonial Collecting in Africa: Histories and Futures“ wird dafür eingesetzt, Grundlagen für neue transnationale und interdisziplinäre Verbundforschung zu schaffen, bei der die Stimmen aus dem Globalen Süden im Vordergrund stehen. Mit einer Reihe von Workshops und Treffen sollen Beziehungen zu Forschungspartnern aus ganz Afrika und Europa ausgebaut und etabliert werden. Langfristiges Ziel des Projektes ist es, die Vielfalt der afrikanischen Positionen in den Vordergrund der Debatte zu stellen und einen Schwerpunkt auf den Austausch zum Thema innerhalb des afrikanischen Kontinents zu legen.

Mit der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy von der TU Berlin und dem Anthropologen und Archäologen Prof. Dr. Dan Hicks vom Pitt Rivers Museum der Oxford University verbindet das Projekt zwei führende Persönlichkeiten im globalen Dialog über Restitution infolge kolonialer Sammlungstätigkeiten (inklusive Raub) und verknüpft die Forschungen der Teams. Das Projekt wird im Rahmen der Oxford-Berlin-Partnerschaft mit einer Anschubfinanzierung von 18 000 Euro gefördert.  

Privatheit im Netz

In Zeiten von Big Data wird permanent eine Fülle hochdimensionaler und multimodaler Daten generiert und an verschiedenen Stellen ausgewertet. Diese werden unter anderem genutzt, um mit cloudbasierten Anwendungen Autos zu steuern oder Gesundheits-Apps zu bedienen. Aus diesen großen und teilweise unorganisierten Datensätzen statistisch relevante Schlussfolgerungen zu ziehen, ist für diese Anwendungen unerlässlich. Doch diese Allgegenwart von Daten hat erhebliche Folgekosten für die Gesellschaft, in Form von mangelndem Datenschutz und fehlender Privatsphäre in der Kommunikation. In einem gemeinsamen Projekt der National University of Singapore und der TU Berlin wollen Prof. Dr.-Ing Rafael Schaefer, Juniorprofessor im Fachgebiet Informationstheorie und deren Anwendungen an der TU Berlin, und Professor Vincent Y. F. Tan von der National University of Singapore theoretisch abgesicherte Algorithmen entwickeln, die nachweislich die Privatsphäre gewährleisten. Mit der Anschubförderung von rund 20 000 Euro soll die Entwicklung einer einigenden Theorie verschiedener unterschiedlicher mathematischer Begriffe der Privatsphäre vorangetrieben und die Entwicklung eines informations­theoretischen Rahmens etabliert werden.  

Gelenk auf dem Chip

Entzündliche Gelenkerkrankungen wie Arthritis oder rheumatoide Arthritis führen allein in Deutschland und England zu jährlichen Kosten im Gesundheitssystem von über 20 Milliarden Euro pro Jahr. Neue Behandlungsmethoden lassen auf sich warten, da sie meistens am Tiermodell erprobt werden und in der klinischen Prüfung nicht auf den Menschen übertragen werden können. Die medizinische Biotechnologie der Technischen Universität Berlin verfügt über einzigartige Expertise im Bioengineering von Knochen- und Knorpelorganmodellen, und die Universität Oxford und Charité – Universitätsmedizin verfügen über die entsprechende Schlüsselexpertise zu der Krankheit Arthritis. Mit der Förderung von 12 000 Euro im Rahmen der Oxford-Berlin-Partnerschaft (Seed Grants) wollen die Partner*innen gemeinsam die Möglichkeiten für die Etablierung einer Plattform zur Entwicklung eines neuartigen biotechnologischen menschlichen Arthritis-Modell eruieren. Langfristiges Ziel ist eine Art Gelenk-on-a-Chip-Modell – vergleichbar den Organ-on-a-Chip-Modellen –, das neue Ansätze in der präklinischen Forschung ermöglicht.

Navigationssysteme der Zukunft

Navigationssysteme reagieren inzwischen routinemäßig auf Staus. Dies geschieht typischerweise, indem die Navigationssysteme selbst ihre Geschwindigkeit an eine zentrale Instanz melden („Vehicle-to-Infrastructure“), jene sammelt und aggregiert die Informationen, und es ist auch die zentrale Instanz, die Routenanfragen beantwortet und dabei Stauinformationen berücksichtigt. Das gemeinsame Projekt von Prof. Dr. Kai Nagel, Fachgebiet Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Prof. Dr. Agnès Voisard, FU Berlin, und Prof. Dr. Stephan Winter von der University of Melbourne soll der Frage nachgehen, wie ein selbstlernendes Navigationssystem mit kurzen, vorübergehenden Zuständen umgeht. Kann das System zum Beispiel lernen, dass eine Behinderung durch Stau meistens weniger lange dauert als eine durch einen umgefallenen Baum? Und wie detektiert ein solches System, dass ein Hindernis beseitigt ist, wenn alle Routen das vermeintliche Hindernis umfahren? Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, ob und wie ein solches System funktioniert, wenn es keine zentrale Instanz gibt, sondern die Information von einem Fahrzeug zum nächsten weitergegeben wird.

Innovatives Datenmanagement

Die Digitalisierung erfasst zunehmend auch die Art und Weise, wie Wissenschaft stattfindet. Dabei bietet sie große Chancen für eine Modernisierung und Öffnung der Wissenschaft. Erfolgreiches Datenmanagement gilt dabei als eine der zentralen Herausforderungen. In dem gemeinsamen Projekt „Open Science by Design“ wollen Wissenschaftler*innen der University of Oxford und der TU Berlin neue und innovative Methoden zum (halb-) automatischen Forschungsdatenma­nagement entwickeln. Das Projekt wird von Prof. Sir Nigel Shadbolt (University of Oxford), Prof. Dr. Manfred Hauswirth (TU Berlin, Fraunhofer FOKUS & Weizenbaum-Institut) und Dr. Sonja Schimmler (Fraunhofer FOKUS & Weizenbaum-Institut) geleitet.

Projektziel ist es, die wissenschaftliche Praxis positiv zu beeinflussen und Forscherinnen und Forscher in allen Phasen des Lebenszyklus von Forschungsdaten bestmöglich zu unterstützen. Hierfür werden neue und innovative Methoden für das (halb-)automatische Datenmanagement entwickelt und in Feldtests evaluiert. Als Experimentierplattform dient die Open-Science-Infrastruktur des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Die gewonnenen Erkenntnisse werden an der University of Oxford weiter validiert.

Katharina Jung
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