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TU Berlin

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Hochschulpolitik

Mehr Studierende, weniger Überlast

Die TU Berlin wächst und verändert sich – es gibt mehr Studierende, mehr Professuren und Mitarbeiterstellen

Nachgefragt bei … Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin
Lupe

Herr Thomsen, noch vor fünf Jahren prognostizierte der damalige Präsident eine erhebliche und dauerhafte Unterfinanzierung im zweistelligen Millionenbereich. Heute stehen wir bei rund fünf Millionen, und ihr Ziel ist eine Null in vier Jahren. Wie kommt das?
Im Haushalt 2017 konnten wir die sogenannte Pauschale Minderausgabe von zehn auf fünf Millionen Euro drücken. Befristete Sparmaßnahmen und vor allem ein steigender Landeszuschuss aufgrund der zusätzlichen Studierenden, die wir im ersten Hochschulsemester aufgenommen haben, führten zum Absenken des Defizits. Für die Zukunft bin ich optimistisch, da wir die Hochschulverträge auf dieser Grundlage sehr gut aushandeln konnten. Das gibt uns eine sehr gute Perspektive.

Aber auch mehr Studierende und damit eine größere Überlast ...
… mehr Studierende ja, aber nicht unbedingt mehr Überlast. Ich will es erklären. Durch die Öffnung der TU Berlin konnten wir die Anzahl an NC-Studiengängen deutlich reduzieren. Das war von Anfang an mein Bestreben, da ich der festen Überzeugung bin, dass eine Universität eine größtmögliche Kapazität für studierwillige Menschen anbieten muss. Hatten wir im Wintersemester 2014/15 rund 2700 Studienanfänger*innen in NC-freien Fächern, so sind es jetzt immerhin 3800. Starteten damals 3900 Studierende in NC-Fächern, so sind es heute 3700. Das ist die richtige Entwicklung. Dazu hat der große Erfolg unseres Orientierungsstudiums ­MINTgrün beigetragen. Hier konnten wir die Anfängerzahlen von 76 aus dem Wintersemester 2013/14 auf aktuell 600 steigern. Das ist eine außerordentliche Erfolgsgeschichte, die Einzug in die Hochschulverträge gehalten hat. Die FU Berlin hat nun auch ein ähnliches Angebot, die HU Berlin plant ein solches. Als Initiator bin ich darauf sehr stolz.

Und welche Maßnahmen gibt es, um die Überlast zu mindern? Immerhin ist die Studierendenzahl von 31 000 vor vier Jahren auf aktuell 35 000 angestiegen.
Wir werden ein offenes Haus bleiben. Dafür stehe ich. Da wir aber für mehr Studierende auch mehr Geld vom Land bekommen und zusätzlich neue Professuren eingeworben haben, konnten wir die Überlast von 20 Prozent vor vier Jahren auf zwölf Prozent im vergangenen Jahr senken. Dazu beigetragen haben 20 neue wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, 14 weitere Verwaltungsmitarbeiter*innen und sechs zusätzliche Innovationsprofessuren. Das waren bewusste Entscheidungen, um die Fakultäten zu entlasten. Außerdem rechnen wir mit zwei bis drei Einstein-Profil-Professuren.

Wird auch die Digitalisierungsoffensive, die Sie 2015 gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister starteten, wirken?
Sie wird wirken. Wir haben momentan 55 Professuren eingeworben, fünf mehr als im April 2017 bei der Eröffnung des Einstein Center Digital Future. Allein 29 befristete Professuren kommen an die TU Berlin, sechs davon sind besetzt. Außerdem beschert uns das neue „Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut“ eine weitere Professur. Das sind substanzielle Aufwüchse, die auch eine größere Themenvielfalt nach sich ziehen.     

Im Vorfeld der Wahl und aufgrund der Beschlüsse des Akademischen und des Erweiterten Akademischen Senats begleitet das Thema „Viertelparität“ die Berichterstattung über die Universität.
Ja, an diesem Umstand kann man wenig ändern. Beide Gremien entschieden sich für einen viertelparitätisch besetzten Wahlkonvent. Danach fände die Nominierung der Kandidaten für das Präsidentenamt und für die Vizepräsident*innen im Akademischen Senat statt, in dem die Professoren*innen die Stimmenmehrheit besitzen und diese auch nicht verlieren. Noch muss das Kuratorium Stellung beziehen. Berichte, nach denen die Universität gespalten ist und sich tiefe Gräben auftun, stimmen nicht. So nehme ich unsere TU Berlin nicht wahr.

Das Interview führte Stefanie Terp

Zahlen 2014–2017

  • Öffnung der Universität
    Studienanfänger*innen in NC-freien Fächern im WS 2017/18: 3800 (WS 2014/15: 2700)
  • Orientierungsstudium MINTgrün
    Studienanfänger*innen im WS 2017/18: 600 (WS 2013/14: 76)
  • Digitale Transformation
    Gemeinsame Gründung des Einstein Center Digital Future (ECDF)
    Geplante IT-Professuren: 55
    Davon an der TU Berlin: 29
    Davon bereits besetzt: 6
    Gründung der Graduiertenschule HEIBRiDS für Data Science (am ECDF)
    Bewilligungen von 48,5 Millionen Euro
  • Haushaltsdefizit
    2014: ca. 10 Millionen Euro, 2017: ca. 5 Millionen Euro
  • Betreuungsverhältnis
    Abgebaute Überlast trotz gestiegener ­Studierendenzahlen
    2014: 20 % Überlast
    2017: 12 % Überlast
    Durch zusätzliche Stellen:
    20 WiMis, 14 Verwaltung, 6 Innovationsprofessuren, 1 Professur im Deutschen Internet-Institut, 29 ECDF-Professuren

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