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TU Berlin

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Hochschulpolitik

Kontinuität und Innovation für die Universität

Christian Thomsen, Angela Ittel, Christine Ahrend und Hans-Ulrich Heiß (v. l.)
Lupe

Für das TU-Präsidium begann am 1. April 2018 die zweite Amtszeit - was ist geplant?

Prof. Dr. Christian Thomsen ist seit April 2014 Präsident der TU Berlin. Er hat die Richtlinienkompetenz im Präsidium

Digitalisierung, Exzellenzstrategie und Freiheit der Wissenschaft

Welche Hauptprojekte wollen Sie in Ihrer zweiten Amtszeit angehen? Wo muss noch „nachjustiert“ werden?
Für uns ist dieses Jahr ein entscheidendes Jahr. Wir schreiben mit Hochdruck an dem Verbundantrag für die Exzellenzstrategie, und unsere Clusterinitiativen bereiten sich auf die Begehungen vor. Für dieses wichtige Handlungsfeld möchte ich die Bedingungen so gut wie möglich gestalten. Wir müssen kreativ bleiben, haben aber einen straffen Zeitplan. Die Clusterentscheidung fällt im September 2018, die für den Verbund in 2019. Danach müssen wir mit den Ergebnissen umgehen und die Pläne in die Tat umsetzen. Auch unser SAP-Projekt befindet sich in einer entscheidenden Phase. Es soll 2019 an den Start gehen. Danach heißt es auch hier: in der Breite umsetzen und konsolidieren. Wichtig sind mir innovative Steuerungsinstrumente wie in jüngster Vergangenheit unsere Innovationsprofessuren oder künftig eine strategische Bauplanung. Wir werden unsere TU Berlin auf den Feldern Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Diversität und Transfer weiterentwickeln. Das passiert im Team der Uni-Leitung und mit unseren Mitgliedern. Dafür möchte ich in der gesamten Universität werben. Und das Thema „Freiheit der Wissenschaft“ steht ganz oben auf der Agenda. Hier werde ich immer wieder meine Stimme erheben.

Sie haben sich unter dem Motto „Keiner forscht für sich allein“ für den Verbund entschieden. Was wünschen Sie sich im Zusammenhang damit und mit der Exzellenzstrategie für die TU Berlin?
Erstens wünsche ich mir ein tolles Ergebnis für Berlin und zweitens möchte ich dafür Sorge tragen, dass sich die gesamte TU Berlin durch den Wettbewerb weiterentwickelt. Das, was in den vergangenen zwei Jahren durch unser gemeinsames Vorangehen mit FU, HU und der Charité entstanden ist, hat bereits jetzt einen Kulturwandel initiiert. Den finde ich gut, denn gemeinsam sind wir vielfältiger, kreativer und damit stärker. Ein gutes Verhältnis zwischen Miteinander und Konkurrenz ist für mich die Triebfeder für die nächsten Jahre am Wissenschaftsstandort Berlin. Das voranzutreiben, darin sehe ich meine Aufgabe.

Der Bereich Wissenschaftskommunikation soll stärker entwickelt werden. Was muss hier geschehen? Wohin will die TU Berlin?
Wir wollen unsere Außendarstellung weiter schärfen und dafür neue Formate der Wissenschaftskommunikation erproben, ebenso neue Orte der Darstellung von Wissenschaft für die TU Berlin erschließen. Mit dem Robert-Koch-Forum für das gemeinsame Einstein Center Digital Future ist es uns sehr gut gelungen. Bei der Entwicklung der Bauakademie, quasi unser Mutterhaus, möchten wir einen aktiven Part spielen. Das ist ein Herzensprojekt für mich.

Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend vertritt als 1. Vizepräsidentin den Präsidenten. Zu ihrem Ressort gehören die Bereiche Forschung, Berufungsstrategie und Transfer

Umfassende Transferstrategie und qualitätsvolle Berufungen

Welche Hauptprojekte wollen Sie in Ihrem Verantwortungsbereich angehen?
Meine vier Hauptprojekte und Ziele sind: eine lebendige und prozessgeleitete Berufungsstrategie, eine interdisziplinäre Kultur zur Ausweitung der Verbundforschung, ein Upgrade unserer Transferstrategie sowie die Unterstützung des Erfolgs unserer Forschung mit gesellschaftlichen Akteuren von der Transdisziplinarität bis zur Citizen Science.

Der Bereich „Transfer“ ist neu in Ihrem Ressort. Was verstehen Sie konkret darunter und was sind die nächsten Schritte in diesem Bereich?
Der Begriff „Transfer“ umfasst heute „Wissen zirkulieren – Wissen generieren – Wissen anwenden“. Wissens- und Technologietransfer ist inzwischen integraler Bestanteil von Forschung und Lehre, aber auch diskursiver Prozess zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Partner sind dabei Organisationen aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft sowie die breite Öffentlichkeit. Ich möchte den Wissens- und Technologietransfer an der TU Berlin in diesem Sinne stärken und weiterentwickeln. Dabei möchte ich die Bedarfe von transferaktiven Wissenschaftler*innen sämtlicher Disziplinen eruieren. Ebenso sind die Erarbeitung von Leitplanken und die Etablierung eines Transfer-Beirates Grundlage für eine umfassende Transferstrategie der TU Berlin. Parallel dazu werden wir am Transfer-Audit des Stifterverbandes teilnehmen.

Welche Akzente wollen Sie im Bereich Berufungsstrategie setzen?
Unser Berufungsleitfaden hat bereits wichtige Verbesserungen angestoßen. Der nun vorliegende Entwurf wird von einer universitären Diskussion getragen und, zusammen mit der Berufungssatzung, der juristischen „Dachschrift“, in den Gremien behandelt.

Mit den Fakultäten gemeinsam möchte ich erarbeiten, wie Berufungskommissionen eine gleich hohe Qualität bei der Prüfung von Lehrkompetenzen, der Diskussion des Lehrportfolios oder bei der Sensibilisierung für unreflektierte Vorurteile gegenüber Bewerber*innen gewährleisten können. Standard soll auch die notwendige, angemessene Prüfung von Führungskompetenzen werden. So wollen wir die Chancen nutzen, noch mehr Frauen und Personen mit heterogenen Hintergründen an die TU Berlin zu berufen.

„Berufungsstrategie“ beginnt viele Jahre vor Wiederbesetzung. Die mittel- und langfristige Ausrichtung der Fachgebiete, die enorme Bedeutung der Berufungen für den Erfolg der TU Berlin sowie der gezielte offene Austausch mit den außeruniversitären Forschungs- und Kooperationspartnern stellen immer höhere planerische und strategische Anforderungen an Fakultäten und Leitung.

Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß ist als Vizepräsident für die Bereiche Lehre, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zuständig

Curricula-Modernisierung, Nachhaltigkeit und Systemakkreditierung

Welche Hauptprojekte wollen Sie in Ihrer Amtszeit angehen?
Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche der TU Berlin – Lehre, Forschung und Verwaltung. Sie werden sich im Laufe der digitalen Transformation stark verändern. Wie wollen wir diese Transformation am besten gestalten? Wir verstehen uns als ein Akteur, der wesentlich an der Umsetzung der Lösungen für zukünftige Entwicklungen beteiligt ist. Unsere besondere Verantwortung nehmen wir sehr ernst. Mein Ziel ist eine umfassende Digitalisierungsstrategie, die ich gemeinsam mit den Beteiligten der verschiedenen Bereiche entwickeln und umsetzen will, sodass alle an technologischen Weiterentwicklungen teilhaben können. Sehr am Herzen liegt mir auch die Nachhaltigkeit. Unsere Studiengänge sollen den Absolvent*innen Fähigkeiten und Problemlösungskompetenzen vermitteln, die sie befähigen, für sich ändernde Bedingungen Lösungen zu entwickeln. Sie sollen von uns mehr mitbekommen als Fachwissen mit geringer Halbwertszeit. Nachhaltigkeit verstehe ich aber auch als Ziel für unseren Campus. Wir können im Herzen der City West über die intelligente Gestaltung von Flächen und Bauten das Profil der TU Berlin deutlich sichtbarer machen, als wir das bislang tun. Ein CO2-freier Campus, ein essbarer Campus, Gebäude, die auf Extremwetterlagen besser eingestellt sind, die wenig Energie verbrauchen oder diese sogar produzieren, sollten in einigen Jahren durchaus realisierbar sein. Und natürlich gehören die bereits auf den Weg gebrachten Projekte wie das Student Life Cycle Management (SLM) und die Systemakkreditierung nach wie vor zu meinen Hauptschwerpunkten. Hier sind wir auf einem guten Weg, trotz immer wieder neuer, im Vorfeld unabsehbarer Herausforderungen. Für das Engagement der beteiligten Arbeitsbereiche sind wir hier sehr dankbar.

Vor welchen Herausforderungen stehen wir konkret in der Lehre?
In nahezu allen unseren Studiengängen braucht es zunehmend mehr Grundwissen zu Digitalisierungsthemen, um unsere Absolvent*innen bestmöglich auf die digitalisierte Welt vorzubereiten. Hier möchte ich die Curricula überarbeiten, Angebote entwickeln und neue Formate erproben.

Was heißt es, ein Digitalisierungskonzept für die Universität zu schreiben?
Mein Ziel wird sein, die IT-Unterstützung aller Tätigkeitsfelder und Nutzergruppen der Universität auszubauen, mit verbesserter Qualität, Effizienz und Transparenz. Digitalisierung ist dabei sowohl Inhalt als auch Werkzeug. Die Lernplattform Moodle möchte ich in Richtung E-Klausuren weiterentwickeln, Online-Lehre propagieren, Kurse, Workshops und individuelle technische wie didaktische Beratung ausbauen sowie Aufnahmestudio und Leih-Equipment erweitern, um mehr MOOCs und Flipped Classrooms zu ermöglichen.

Prof. Dr. Angela Ittel betreut als Vizepräsidentin die Bereiche Strategische Entwicklung, Nachwuchs und Lehrkräftebildung

Neue Strategie für Sonderforschungsbereiche, Internationalisation@home

Welche Hauptprojekte wollen Sie in Ihrem Ressort angehen?
Von zentraler Bedeutung ist aktuell der gemeinsame Exzellenzstrategie-Antrag der drei Berliner Hochschulen und der Charité im Verbund. Dabei spielt auch unsere neue Partnerschaft mit der University of Oxford, die wir im Verbund eingegangen sind, eine wichtige Rolle.

Strategisch sehr wichtig ist auch die Vorbereitung für den „1000 Professuren“-Antrag (Tenure Track), der 2019 ansteht. Hier wollen wir die gesamte Universität einbinden und den größtmöglichen Erfolg für die TU Berlin erreichen.

Die Förderung von DFG-Verbundprojekten wie die Initiierung von Sonderforschungsbereichen ist in Ihrem Bereich hinzugekommen. Welche konkreten Schritte planen Sie?
Die Zukunft gehört der Forschung, die über den Tellerrand hinausschaut. Erfolgreiche, sichtbare Forschung wird kaum noch monodisziplinär durchgeführt. Deshalb ist es mein Bestreben, die Potenziale der TU Berlin für Sonderforschungsbereiche effizienter zu motivieren und zu unterstützen. Im Rahmen einer Strategieentwicklung sollen die Möglichkeiten für neue Sonderforschungsbereiche systematisch eruiert werden, damit wir in dieser Förderlinie auch weiterhin hervorragend aufgestellt bleiben.
Bei der Internationalisierung ist bereits viel passiert. Wie soll es in den nächsten Jahren weitergehen?
Priorität hat für mich der erfolgreiche Abschluss des Re-Audits Internationales der Hochschulrektorenkonferenz, der Ende dieses Jahres ansteht. Er beinhaltet auch die Entwicklung einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Strategie zur weiteren Internationalisierung. Ziel ist es, die TU Berlin im Bereich Internationales noch strategischer zu gestalten und sichtbarer zu vernetzen. Die schon erfolgreich angegangenen Maßnahmen im Handlungsfeld Internationalisation@home möchte ich noch weiter ausbauen und deren Umsetzung unterstützen.

Was ist Ihnen für diese neue Amtszeit persönlich am wichtigsten?
Weiterhin mit viel Engagement und Interesse an der Sache alle TU-Mitglieder und die Universität als öffentliche Institution zu unterstützen und ihre Potenziale voll zu entfalten. Ich hoffe, dass wir auch künftig flexibel auf unvorhergesehene gesellschaftliche und politische Entwicklungen zum Wohl unserer Mitglieder und der Gesellschaft reagieren können. Das bedingt eine rege und offene Kommunikation sowie Möglichkeiten der Partizipation für alle TU-Mitglieder. Dafür setze ich mich auch in dieser neuen Amtszeit gern ein.

"TU intern" 13. April 2018

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