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Hochschulpolitik

Mehr Sichtbarkeit für die Forschung – freies Wissen im Zentrum

Über die Vorteile von Open Access für Universitäten

Jürgen Christof ist Direktor der Universitätsbibliothek
Lupe

Die Universitätsbibliothek, kurz: die UB, ist die zentrale Informationseinrichtung der Technischen Universität Berlin und die größte technisch-naturwissenschaftliche Bibliothek der Region Berlin-Brandenburg. Ihre primäre Aufgabe ist die bestmögliche Informationsversorgung der TU-Angehörigen, als öffentlich zugängliche Bibliothek erfüllt sie daneben auch einen gesamtgesellschaftlichen Versorgungsauftrag. Neben der Informationsversorgung hat sie auch die Aufgabe, den wissenschaftlichen Output der Universität zugänglich zu machen. In beiden Handlungsfeldern ist Open Access ein strategischer Ansatz zur Zielerreichung, der Gedanke von „Openness“ durchwirkt daher sämtliche Bereiche der UB.

Die Kernkompetenz der Universitätsbibliothek liegt in der effizienten Beschaffung und Bereitstellung von Medien und Informationen in gedruckter und elektronischer Form. Die Ausgaben für die mittlerweile die Informationsversorgung wesentlich prägenden elektronischen Angebote sind dabei in den letzten zehn Jahren sehr stark angestiegen und steigen tendenziell weiter. Diese Entwicklung gefährdet auch an der TU Berlin eine angemessene Informationsversorgung, eine eigentlich anzustrebende exzellente Versorgung der TU-Angehörigen ist unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen aus finanziellen Gründen unmöglich.

Zur Verbesserung der Lage und um die inakzeptable Preisgestaltung zu durchbrechen, ist eine flächendeckende Umstellung von der subskriptions-basierten Finanzierung elektronischer Zeitschriftenportfolios hin zu einer artikelbasierten Finanzierung von Open-Access-Zeitschriften notwendig. Open Access (OA) muss sich auch für die etablierten Verlage zu einem zentralen wirtschaftlichen Standbein entwickeln. Die Widerstände gegen diesen APC-Ansatz (Article Processing Charge) sind in einem von Oligopolen geprägten Markt allerdings erheblich, die zentralen Akteure fürchten die damit einhergehende Transparenz und nachfolgende Renditeeinbußen. Beim schrittweisen Umsteuern spielen sogenannte Offsetting-Verträge eine entscheidende Rolle: In diesen Verträgen werden die OA-Kosten für Publikationen der Einrichtungen (APCs) gegenüber weiterhin bestehenden Subskriptionskosten für Zeitschriftenportfolios verrechnet. Offsetting-Verträge gelten als Übergangsmodelle, bis das gesamte Zeitschriftenportfolio der Verlage in eine artikelbasierte Finanzierung überführt ist. Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen sich hier zusammenschließen und gemeinsam in Verhandlungen auftreten. Dies geschieht aktuell unter der Leitung der Hochschulrektorenkonferenz im Projekt „DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage“, das auch von der TU Berlin mitgetragen wird.

Wissenschaftliche Publikationen machen in besonderem Maße den Output einer Universität aus. Noch ist der größte Teil der in Fachzeitschriften veröffentlichten Aufsätze von Autorinnen und Autoren der TU Berlin aber nur eingeschränkt sichtbar, da die Mehrzahl der Artikel in Closed-Access-Journalen publiziert wird. 2015 erschienen 2025 Aufsätze in qualitätsgeprüften wissenschaftlichen Fachzeitschriften, lediglich 150 Artikel davon in reinen Open-Access-Zeitschriften. Um die Sichtbarkeit der Forschungsergebnisse der TU Berlin zu erhöhen, sollte der Open-Access-Anteil signifikant gesteigert werden, die Berliner OA-Strategie des Senats gibt hier eine Zielmarke von 60 Prozent bis 2020 vor. Nachweislich erreichen Open-Access-Publikationen ein größeres Publikum und werden häufiger zitiert. Es ist daher erforderlich, Open Access in den unterschiedlichen Publikationskulturen der Wissenschaftsdisziplinen besser zu verankern und zu einem selbstverständlichen Publikationsmodell im Forschungsalltag zu machen. Die Universitätsbibliothek unterstützt und berät die Forscherinnen und Forscher der TU Berlin dabei seit Jahren in vielfältiger Weise. Sprechen Sie uns dazu gerne an!

Jürgen Christof, "TU intern" 17. Januar 2017

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