direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Hochschulpolitik

Strategiefähigkeit im Fokus

Freitag, 21. Juni 2013

Das „Zukunftskonzept 2013 bis 2020“ der Universität wurde mit breiter Mehrheit in den Gremien verabschiedet

Im Interview: TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach
Lupe

Welche Hauptmotivation steckt hinter dem neuen Zukunftskonzept?

Das übergeordnete Ziel bestand in einer durchdachten und unseren Rahmenbedingungen angepassten Systematisierung wichtiger Handlungsfelder. Mit unserem Zukunftsplan haben wir die Universität noch strategiefähiger gemacht. Das war eines meiner wichtigsten Anliegen, denn in vielen Bereichen ist die TU Berlin gut bis sehr gut, es fehlt aber an einer formulierten und bewusst gewählten Strategie für den Weg in die Zukunft. Ich hoffe, nein, ich bin mir sicher, dass wir dies nun für die wichtigsten Themen erstellt haben. Um den Plan auch handhabbar zu machen, formulierten wir mit zahlreichen beteiligten Akteuren die Ziele so konkret wie möglich und hinterlegten sie mit Zeitplänen. Damit schaffen wir nicht nur inhaltliche Transparenz, sondern auch die Nachvollziehbarkeit des Entwicklungsprozesses. Sie sehen, das Papier ist nicht für die Ablage gedacht, sondern es ist für die nächsten Jahre unser Arbeitspapier. Mit dem Akademischen Senat ist vereinbart, ihm künftig alle halbe Jahre über den Stand der Umsetzung zu berichten.

Einer der Kernpunkte ist die Berufungsstrategie für die nächsten Jahre. Wie sieht sie aus?

Bis zum Jahr 2020 stehen allein 106 der 276 Strukturprofessuren zur Wiederbesetzung an. Weitere sechs werden vorzeitig besetzt. Um bei diesen Berufungen, insbesondere bei deren Ausstattung mit Personal und Geräten, auch künftig konkurrenzfähig zu bleiben, wurde mit dem TU-Haushalt 2012 ein neues Professuren-Erneuerungsprogramm (PEP III) ins Leben gerufen. Mit ihm stellen wir zusätzlich pro Jahr 3,75 Millionen Euro zweckgebunden zur Verfügung. Eine Verstetigung für die nächsten Haushalte ist angestrebt. Die Fakultäten erhalten dadurch eine Planungssicherheit im Berufungsgeschäft bis zum Jahr 2020. Im Rahmen der Berufungsstrategie soll auch die gezielte Auswahl und Ansprache von möglichen Kandidatinnen und Kandidaten, das sogenannte Scouting, einen neuen Stellenwert erlangen.

Ein Kapitel im Zukunftskonzept widmet sich der Flexibilisierung der professoralen Struktur. Was ist gemeint?

Bei diesem Thema standen wir vor einem Paradigmenwechsel und es hat eine Zeit gebraucht, bis in der Universität das Verständnis für den neuen Weg entstand. Bis zum Jahr 2020 wollen wir zehn Prozent der momentan mit W3 dotierten und bis dahin frei werdenden Strukturprofessuren zunächst für sechs Jahre befristet als W1- oder W2-Professuren ausschreiben. Nach Ablauf dieser Periode ist die nächste Strukturstufe, also W2 oder W3, mit einem speziellen neuen Tenure-Track-Verfahren erreichbar. Die Besonderheit besteht darin, dass die W1/W2-Professuren von Beginn an mit wissenschaftlichen Mitarbeitern voll ausgestattet werden. Mit diesem Konzept wollen wir neue zukunftsträchtige Forschungsthemen ermöglichen und gleichzeitig erstklassigen wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und an uns binden. Außerdem werden wir innerhalb der Fakultätsentwicklungsplanungen die Zuordnung einer bestimmten Anzahl von Strukturstellen zu einer Fakultät lediglich für sechs Jahre festschreiben. Nach fünf Jahren findet eine strukturelle Evaluation statt, in deren Ergebnis die Zahl der wieder zugewiesenen Stellen um plus/minus 15 Prozent abweichen kann. Ziel ist es, Kooperation, Interdisziplinarität und zukunftsgerichtete Flexibilität zwischen den Fakultäten zu fördern.

Ein weiterer Hauptpunkt, der bereits aktiv verfolgt wird, ist die Etablierung einer neuen Lehr- und Lernkultur. Was versteht die TU Berlin darunter?

Wir sind mit mehr als 32 000 Studierenden in etwa 100 Studiengängen die drittgrößte technische Universität Deutschlands und verstehen uns als Forschungsuniversität. Eine forschungsbasierte Lehre sehen wir demzufolge als Basis der wissenschaftlichen Entwicklung der Studierenden. Einen deutlichen Innovationsschub dafür soll das Projekt „Erste Klasse für die Masse“ bringen. Darüber fließen 10,5 Millionen Euro aus dem „Qualitätspakt für Lehre“ zu uns. Wir wollen mit diesem Geld, das uns bis 2016 zur Verfügung steht, die Lehre kontinuierlich verbessern. Für einen spürbaren Qualitätssprung ist auch ein neues Verständnis von Lehren und Lernen erforderlich. Unsere neue Kultur, die im „Ziethener Manifest“ festgeschrieben ist, stellt den Lernprozess der Studierenden in den Mittelpunkt und soll über eine breite Beteiligung in der Universität etabliert werden.

Auch im administrativen Bereich stehen wir vor großen Veränderungen. Welche sind das?

Ja, wir sehen eine umfassende Neugestaltung der IT-Verwaltungssysteme vor. Im Grunde geht es um die computergestützte Zusammenführung möglichst aller administrativen Prozesse mit dem Ziel, den Service zu verbessern, Kapazitäten besser zu nutzen und eine konsistente Erfolgskontrolle zu ermöglichen. Im Bereich Studium und Lehre soll dies mit einem System zum „Student Lifecycle Management“ (SLM) erreicht werden. Damit eng verknüpft ist das „Enterprise Resource Management“ (ERM) für alle weiteren administrativen Prozesse. Vorgesehen ist die umfassende Einführung eines integrierten Systems bis zum Jahr 2015. Beide Projekte haben eine hohe Priorität.

Das Gespräch führte Stefanie Terp

Sechs Forschungsthemenfelder

wurden mit dem Zukunftskonzept für die TU Berlin identifiziert: Materialwissenschaften, Cyber-Physical Systems, Energiesysteme und nachhaltiges Rohstoffmanagement, Infrastruktur und Mobilität, Wissens- und Kommunikationssysteme sowie das breite Feld der Gesundheit. Sie spiegeln auch die an der TU Berlin in den einzelnen Fakultäten beheimateten Fachdisziplinen wider und werden gleichzeitig von Querschnittskompetenzen getragen, die zum Beispiel in der Mathematik, den Geistes-, Sozial- oder Planungswissenschaften liegen. Unterstützende Finanzierung aus der internen Forschungsförderung wird sich künftig schwerpunktmäßig an diesen Feldern orientieren.

Zukunftskonzept im Internet: www.tu-berlin.de/?id=3197

Stefanie Terp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.