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Hochschulpolitik

Neue Universitätslandschaft jenseits der Fakultäten

Freitag, 12. April 2013

Stifterverband empfiehlt auch eine Finanzierung der Hochschulen durch den Bund

Mit Exzellenzclustern, Graduiertenschulen, Kollegs und zahlreichen weiteren neuen Organisationsformen krempeln die Hochschulen seit einiger Zeit ihre Strukturen in Forschung und Lehre komplett um. Die aktuelle Analyse „Jenseits der Fakultäten – Hochschuldifferenzierung durch neue Organisationseinheiten für Forschung und Lehre“ stellt fest, dass die klassischen Fakultäten zunehmend an Bedeutung verlieren. Vielmehr entstünden daneben profilierte und einflussreiche neue Organisationseinheiten. Hintergrund dafür seien große Förderprogramme wie die Exzellenzinitiative, der stärker werdende Druck auf die Universitäten zur Profilbildung sowie die zunehmende Hochschulautonomie. Herausgegeben wurde die Studie vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft zusammen mit der Heinz Nixdorf Stiftung.

Seit etwa einem Jahrzehnt ist an den deutschen Hochschulen die Entwicklung zahlreicher neuer Organisationsformen in Forschung und Lehre zu beobachten, die die traditionellen, durch Disziplinen oder Fachbereiche dominierten Binnenstrukturen überlagern oder ergänzen. Mit oft originellen und auch experimentellen Strukturen versuchen die Hochschulen den Herausforderungen von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gerecht zu werden.

Die Stifterverbandsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass bereits fast 80 Prozent der Universitäten neue, quer zu den Fakultäten liegende Forschungseinheiten etabliert hätten. Exzellenzcluster gehörten dazu, Wissenschaftskollegs oder gemeinsame Institute mit Unternehmen. In der Lehre sei die Verbreitung von Kollegs, fakultätsübergreifenden „Schools“ oder Auslandsdependancen mit bis zu 60 Prozent etwas niedriger. Drei von vier der befragten Rektoren und Präsidenten, auf deren Aussagen sich die Studie unter anderem stützt, gingen davon aus, dass sich Forschung und Lehre in den kommenden Jahren sogar noch stärker fächerübergreifend an Themen ausrichten würden.

EXPERIMENTELLE STRUKTUREN

Unter anderem wird eine Gefahr für kooperative Organisationseinheiten von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Hochschulen gesehen: Die zumeist deutlich schlechteren Ausstattungs- und Arbeitsbedingungen an den Hochschulen könnten zu asymmetrischen Kooperationsverhältnissen führen. Sie eigneten sich damit auch nur begrenzt zur Steigerung der internationalen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulforschungsstandorte.

In der Hochschulfinanzierung komme besonders die Lehre zu kurz, beklagt auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Im Jahr 2010 seien in Deutschland 7190 Euro pro Hochschülerin oder Hochschüler aufgewendet worden, zehn Jahre zuvor, im Jahr 2000, seien es noch 90 Euro mehr gewesen. Die Idee, Studiengebühren zur Finanzierung heranzuziehen, hat sich dabei nicht durchgesetzt. Derzeit werden Studiengebühren nur noch in Bayern und Niedersachsen erhoben, und auch in diesen Ländern ist ihre Abschaffung bereits beschlossene Sache.

Die Macher der Studie empfehlen daher, dass Bund und Länder die Voraussetzungen dafür schaffen sollten, dass der Bund Hochschuleinrichtungen finanzieren darf. Die Studie steht zum Download auf den Webseiten des Stifterverbandes bereit.

 

www.stifterverband.de/jdf [1]

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2013

"TU intern" April 2013

  • Online-Inhaltsverzeichnis [2]
  • Hochschulzeitung "TU intern" - April 2013 [3]
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