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TU Berlin

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Hochschulpolitik

Mitnahmemöglichkeiten einfacher gestalten

Montag, 13. Oktober 2008

Nationale Unterschiede bei der Altersvorsorge behindern die Mobilität in der Wissenschaft

Karoline Holländer ist Präsidentin des Europäischen Verbandes der DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen EURODOC
Karoline Holländer
Lupe

Das Problem der Altersvorsorge für mobile Forscher ist relativ neu. Der Bologna-Prozess zur Öffnung und Vereinbarkeit des europäischen Hochschulraums macht dieses aber schnell zu einem dringlichen Anliegen. Von welchen Erfahrungen und Ängsten berichten Ihnen junge Forscherinnen und Forscher?

Probleme gibt es insbesondere auf der zweiten Ebene, der betrieblichen Altersvorsorge. Hier können eingezahlte Leistungen nicht - oder nur begrenzt - mit ins Ausland genommen werden. Damit haben wir noch nicht vom Problem des Beamtenstatus gesprochen. Da ist schon die Überleitung in ein normales Arbeitsvertragsverhältnis innerhalb Deutschlands ein Problem - wenn man ins Ausland geht, ist es eine Katastrophe.

Die ausschließlich private Vorsorge kann nicht des Rätsels Lösung sein, nationale Alleingänge ebenso wenig. Gibt es schon Ideen, wie man diese Fragestellung auf internationaler Ebene angehen kann?

Die Forderung der Hochschulrektorenkonferenz nach "mehr Freizügigkeit für Forscher in Europa, Klärungsbedarf bei der Mitnahme von Altersversorgungsansprüchen" basiert auf den Diskussionen und Ergebnissen der HRK-Bologna-Konferenz zur Mobilität von europäischen Forschern. Eine Initiative zur Gründung eines Europäischen Pensionsfonds böte hier beispielsweise die Möglichkeit für mobile Forscher, ihre Beiträge dort einzuzahlen und nicht in die jeweilige Rentenkasse des einzelnen Staates. Fakt ist, dass bei der Einzahlung in unterschiedliche Systeme die Mitnahme eingezahlter Leistungen jedes Mal bei der Entnahme versteuert werden muss. Priorität wäre, hier eine Harmonisierung zu erreichen und/ oder Mitnahmemöglichkeiten einfacher zu gestalten.

Hochschulen kämpfen seit Jahren verstärkt um ihre internationale Attraktivität. Ist es sinnvoll, dass sie jeweils eigene Regelungen finden - zumindest Beratungsstellen für ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einrichten?

An vielen Hochschulen gibt es Beratungsstellen für Mobilität, die mit dem deutschen Mobilitätszentrum in Kontakt stehen. Das meist in den Zentralverwaltungen der Hochschulen verfügbare Wissen und die Kompetenz könnten durch stärkere Transparenz und verbesserte Kommunikationsstrukturen nutzbarer für die mit der Rekrutierung befassten Fakultäten werden.
Daher plädiert EURODOC für eine klare Aufbereitung und Abrufbarkeit der Services, die von zentralen Einheiten angeboten werden. Fakultäten müssen wissen, was sie ihren Bewerbern anbieten können. Somit steigen die Chancen für die Rekrutierung der besten Köpfe.

Welche Institutionen müssen beteiligt werden, um zu Regelungen zu kommen, die alle Betroffenen annehmbar sind?

Regelungen für solche Probleme sollten auf der höchstmöglichen Ebene angesiedelt sein, um hier effektiv und produktiv arbeiten zu können. Das heißt, die Forderung geht klar in die Richtung der entsprechenden Ministerien und an die europäische Kommission, hier Initiative zu ergreifen und die entsprechenden "Stakeholder" zu einem Dialog einzuladen und tätig zu werden.

Was fordern Sie als Vertreterin der jungen Forscher auf europäischer Ebene, um diese Hürden für die internationale Mobilität abzubauen?

Die Forderungen für internationale Mobilität der jungen Forscher sind deckungsgleich mit den Forderungen der Europäischen Charta für Forscher und dem Verhaltenskodex: Alle Formen von Mobilität, Mobilität von Forschern bei der Rekrutierung und Leistungsbeurteilung ebenso wie intersektorale Mobilität (Wissenschaft - Industrie beziehungsweise Öffentlicher Sektor und Industrie - Wissenschaft), sollten gefördert werden. Hindernisse wie Pensionssysteme sollten hierzu harmonisiert werden.

Das Gespräch führte Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 10/2008

Karoline Holländer ist seit April dieses Jahres Präsidentin des Europäischen Verbandes der DoktorandInnen und NachwuchsforscherInnen EURODOC mit Sitz in Brüssel und promoviert derzeit zum Thema "Leistungsdifferenzierende Vergütung von ProfessorInnen".

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