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Hochschulpolitik

Ist Wissenschaft immer noch männlich?

Montag, 14. April 2008

Frauenanteil hat sich erhöht - Pionierin Karin Hausen wird 70

Mit seinem Programm für Chancengleichheit will der Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner die Situation von Frauen an Berliner Hochschulen weiter verbessern. Bereits heute stehe Berlin im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt recht gut da. 21,2 Prozent der Professuren sind mit Frauen besetzt (Bundesdurchschnitt 14,3 Prozent). Bei Neubesetzungen werden in Berlin zu 43 Prozent Frauen berücksichtigt. Dennoch entspricht die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem sowie in Führungspositionen nicht dem Anteil gut qualifizierter Frauen. Soeben gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung neue Richtlinien zur Umsetzung des Professorinnenprogramms zur Förderung der Gleichstellung an deutschen Hochschulen heraus.

Nicht ganz unbeteiligt an der Entwicklung, dass diesem Thema überhaupt so viel Beachtung geschenkt wird, ist Karin Hausen, langjährige Professorin an der TU Berlin und Pionierin der historischen Frauenforschung. Mit dem von ihr 1995 gegründeten Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZiFG) fand ihre Forschung einen eigenen und besonderen Ort in der Wissenschaftslandschaft. Insbesondere bei der Analyse der Geschlechterverteilung in der Wissenschaft hat Karin Hausen Bahnbrechendes geleistet. Ihr Sammelband "Wie männlich ist die Wissenschaft?", der bereits 1986 erschien, war viel beachtet und markiert einen Wendepunkt in der öffentlichen Betrachtung des Geschlechterkampfes in der akademischen Forschung. Der Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte wurde der Berliner Frauenpreis verliehen sowie das Verdienstkreuz am Bande. Am 18. März feierte Karin Hausen ihren 70. Geburtstag. 

pp / Quelle: "TU intern", 4/2008

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