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TU Berlin

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Forschung

Ein Ort für die Geschichte und die ökologische Zukunft Berlins

Freitag, 25. Oktober 2019

Dorothee Brantz über das „Parlament der Bäume“ im Gedenkjahr zum Berliner Mauerfall

Dorothee Brantz leitet das TU-Center for Metropolitan Studies
Lupe

Frau Prof. Dr. Brantz, die Veranstaltung „Bäume – Stadt – Räume. Erleben, erzählen, erinnern in Berlin und Europa“ am 6. November an der TU Berlin ist der Schlusspunkt eines Projektseminars des Masterstudiengangs Historische Urbanistik. Worum ging es in diesem Projektseminar?
Die Studierenden setzten sich mit einem für die Berliner Geschichte wichtigen Ort auseinander – mit dem Parlament der Bäume. Der Aktionskünstler Ben Wagin pflanzte in den 1990er-Jahren Bäume und schuf diesen Erinnerungsort. Seminar und Veranstaltung sind also ein Beitrag der TU Berlin zu 30 Jahren Mauerfall.

Warum genau dieser Ort?
Weil er besonders ist. Hier zeigt sich, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen: 2019 begehen wir den 80. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges. 1945 fand am heutigen Ort des Parlaments der Bäume der Endkampf um Berlin statt. Während des Kalten Krieges verlief hier der Todesstreifen und heute erstreckt sich dort das Regierungsviertel. Viele Orte in Berlin erinnern entweder an den Zweiten Weltkrieg oder an die Mauer. Das Parlament der Bäume, dieses Ensemble aus Kunst und Natur, verbindet diese Ereignisse auf einzigartige Weise. Die Berliner Mauer ist ohne den Zweiten Weltkrieg und den daraus folgenden Kalten Krieg nicht zu denken. Das Parlament der Bäume präsentiert nahezu idealtypisch meine Idee von Stadtforschung, die immer versucht, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenzubringen.

Worin besteht der Aspekt der Zukunft bei diesem Ort?
Er steht mittlerweile unter Denkmalschutz, aber seine zukünftige Finanzierung ist unklar. Von Seiten des Senats gibt es ein Bekenntnis zu diesem Ort, ihn der Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. In unserem Projektseminar ging es um die Frage, was dieser öffentliche Zugang bedeuten könnte.

Was haben Bäume mit Geschichte einerseits und Zukunftsvisionen andererseits zu tun?
Die Bäume an diesem Ort, die meist von bedeutenden Persönlichkeiten gepflanzt wurden, symbolisieren zum einen, wie man Krieg und Gewalt etwas entgegensetzen kann. Sie wurzeln in der Vergangenheit und weisen über die Lebenszeit eines Menschen hinaus in die Zukunft, sind mit Hoffnung verbunden. Zum anderen sind Bäume Teil des Ökosystems und bestimmen somit auch die ökologische Zukunft unserer Stadt. Diese Themen haben die Studierenden in unterschiedlichen Ausstellungsideen umgesetzt, die in Verbindung mit einem Symposium und einer Podiumsdiskussion am 6.  November einem breiten Publikum vorgestellt werden sollen.

Das Interview führte Sybille Nitsche

„Bäume – Stadt – Räume. Erleben, erzählen, erinnern in Berlin und Europa“, Symposium und Ausstellung, 6. November 2019,
16–21 Uhr,  Lichthof und Hörsaal H 2035

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