direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Forschung

Neue E-Metro-Busse für Berlin

Freitag, 17. Mai 2019

TU-Forschende erarbeiten Störfallkonzepte für einen reibungslosen Betrieb

Auf dem EUREF-Gelände gibt es bereits eine Ladesäule für das schnelle Laden der Busse von oben. Sie wurde im Rahmen des Forschungscampus „Mobility2Grid“ entwickelt und erprobt
Lupe

Schon ab 2030 dürfen in Berlin keine Linienbusse mit Verbrennungsmotoren mehr fahren. So hat es die rot-rot-grüne Koalition beschlossen – und gesetzlich verankert. Doch noch bedarf es umfangreicher Forschungsarbeit, um Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und Umweltverträglichkeit zu prüfen. Im Frühjahr 2020 wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nun zunächst 15 neue E-Gelenkbusse auf die Straßen Berlins entlassen. Sie sollen im hochfrequenten Stadtverkehr als Metrobusse fahren, und zwar als „opportunity charger“, also mit „Gelegenheitsladung“. Dafür muss außerdem eine entsprechende Schnellladeinfrastruktur installiert werden, damit die Busse, anders als bei der sogenannten „Depotladung“, nicht mehr für längere Zeit zum Laden aus dem Betrieb genommen werden. Doch was passiert, wenn Verspätungen, Routenänderungen oder der Ausfall einer Ladestation den gut berechneten Ablauf stören? Lösungen dafür sucht ein Forschungsprojekt am TU-Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik von Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich zusammen mit der BVG und dem Reiner Lemoine Institut (RLI). 1,4 Millionen Euro hat der Bund dafür zur Verfügung gestellt. „E-Bus-Systeme mit Gelegenheitsladung können wirtschaftlicher sein als solche mit Depotladung. Das haben Untersuchungen gezeigt“, erklärt Dietmar Göhlich. „Auf dem Forschungscampus ‚Mobility2Grid‘ haben wir bereits nachgewiesen, dass es auch technisch machbar ist.“ Für einen robusten, stabilen Betrieb von E-Bussen mit Gelegenheitsladung unter den hohen Lastbedingungen des Metrobus-Verkehrs gibt es jedoch gegenüber konventionellen Bussen und E-Bussen mit Depotladung zusätzliche technische Hürden, vor allem in der Systemauslegung. „Wir müssen energetische Simulationen durchführen, die auch Störfälle berücksichtigen, denn eine entsprechende automatisierte Planungssoftware ist noch nicht verfügbar“, so Dietmar Göhlich. „Ein solches robustes Betriebs- und Störfallkonzept für den E-Bus-Einsatz werden wir in diesem Teilvorhaben entwickeln.“ Unter anderem werden die Wissenschaftler*innen sich mit Situationen beschäftigen, die die Reichweite beeinflussen könnten, und zum Beispiel den möglichen Einsatz mobiler Schnellladestationen untersuchen, die bei temporären Routenänderungen verlegt werden könnten, um ein Nachladen der Fahrzeuge zu ermöglichen. Außerdem soll der Software-Prototyp für ein modellbasiertes E-Bus-Leitsystem entwickelt und implementiert werden, das Probleme frühzeitig erkennt und Gegenmaßnahmen vorschlägt. Der Betrieb im kommenden Jahr wird durch ein Datenmonitoring begleitet, für das die TU-Wissenschaftler*innen auch eigene Messungen vornehmen. Die Daten fließen dann in Simulationstools ein sowie in eine Wirtschaftlichkeits- und Umweltbilanzanalyse elektrischer Bussysteme. In Zusammenarbeit mit dem dritten Partner RLI wird außerdem ein Konzept zur Versorgung elektrischer Bussysteme mit erneuerbaren Energien erarbeitet. Doch natürlich ist nicht nur die Herkunft der Energie ein wichtiger Aspekt für die Umweltverträglichkeit, sondern auch die Reduzierung des Energiebedarfs. „Um Energie zu sparen und damit die Reichweite zu erhöhen, ist die Fahrgastraum-Heizung ein wichtiger Hebel“, so Dietmar Göhlich. „Deshalb planen wir außerdem eine empirische Studie zur thermischen Behaglichkeit in Stadtbussen und schließen damit gleichzeitig eine bislang existierende Lücke in der wissenschaftlichen Literatur.“

http://www.mobility2grid.de/themenfelder/bus-und-wirtschaftsverkehr/  

Patricia Pätzold, "TU intern" Mai 2019

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.