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TU Berlin

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Forschung

Mission Umweltplanung in Nordkorea

Johann Köppel beriet das isolierte Land zur nationalen Umweltstrategie

Wissenschaftlicher Austausch fördert politisches Tauwetter: Das Science and Techology Centre in Pjöngjang/Nordkorea
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„Umweltfragen und Wissenschaft sind Tauwetter-Themen.“ Davon ist Prof. Dr. Johann Köppel, Professor für Umweltprüfung und Umweltplanung an der TU Berlin, überzeugt. Und keineswegs nur er. Die sogenannte „science diplomacy“ nutzt schon lange wissenschaftliche Zusammenarbeit, um konstruktive internationale Forschungs- und Austausch-Partnerschaften mit Ländern zu forcieren, die politisch instabil und diplomatisch heikel sind. So wie Nord-korea. Johann Köppel reiste kürzlich in das ost-asiatische Land, um bei der Erstellung einer Umweltstrategie zu beraten, traf auf interessierte Wissenschaftler und machte erstaunliche Erfahrungen.

„Nordkorea hat große Umweltprobleme“, erklärt Johann Köppel. „Unter anderem lösen umfangreiche Waldrodungen, besonders an den Berghängen, Bodenerosionen und schwere Überschwemmungen aus.“ Dem zu rund 75 Prozent bergigen nordkoreanischen Land seien nur schwerlich ausreichend Nahrungsmittel abzugewinnen, um die Bevölkerung zu ernähren. Entsprechend groß sei auch das Umweltbewusstsein. Auf der Agenda der politischen Stiftungen, unter anderem aus Deutschland, die sich um Verständigung zwischen Nord- und Südkorea bemühen, stehen auf Wunsch Nordkoreas häufig Umweltthemen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatte den Umweltplanungsexperten Köppel von der TU Berlin eingeladen, ein Seminar zur Umweltpolitik und zu deren Implementierung abzuhalten, denn koreanische Wissenschaftler und Mitarbeiter des Umwelt-und-Land-Ministeriums arbeiteten mit Hochdruck an einer nationalen Umweltstrategie und hatten viele Fragen. „Transformationsforschung ist ein wesentlicher Teil unseres fachlichen Interesses in Fachgebiet und Fakultät, und Nord- und Südkorea bereiten sich offensichtlich auf einen geeigneten Transformationsprozess vor“, erklärt Köppel. Eine ähnliche Erfahrung habe er bereits in den 80er-Jahren in Russland gemacht. „Auch dort waren Umweltbewegungen wache Begleiter des Wandels.“

Wiederaufforstung ist eine nationale Aufgabe in Nordkorea
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Nach einigen Hürden, die auch von jüngeren politischen Spannungs- und Entspannungsereignissen abhängig waren, konnte Johann Köppel in der „Großen Studienhalle des Volkes“ am zentralen Kim Il-Sung-Platz in Pjöngjang sein Seminar mit Akademiemitgliedern und Ministerialbeamt*innen halten, zum Beispiel zu Fragen von Biodiversität, Wasserhaushalt und Konzepten der nachhaltigen Agroforstwirtschaft, bei der Land- und Forstwirtschaft Hand in Hand gehen. „Ich staunte, wie lebendig und wissbegierig mir enorm viele Fragen gestellt wurden und wie sich mir dadurch auch so einige Einblicke erschlossen.“ Freilich sei an konkrete Informationen etwa zum Umweltzustand wenig heranzukommen. Doch er konnte zum Beispiel eine Baumschule besichtigen, denn die Wiederaufforstung entwaldeter Gebiete ist eine herausragende nationale Aufgabe. „Auch der Besuch des baulich imposanten Science and Technology Center stand auf dem Programm sowie der Besuch einer Luftqualitäts-Messstation und Gespräche beim Ministerium für Landnutzung und Umweltschutz sowie an der Kim-Il-Sung-Universität“, so Johann Köppel. „Ein konkreter Austausch kann jenseits von Besuchen in naher Zukunft zwar nur schriftlich in Papierform über die Botschaft stattfinden, doch der erste Schritt ist dank des Impulses der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit getan.“ Und die TU Berlin hat auch bereits Erfahrung. Sie war die erste Universität, die 2004 zehn Studierende aus Nordkorea aufnehmen konnte. Drei davon sind als Doktoranden geblieben. 

www.freiheit.org

Patricia Pätzold, "TU intern" Februar 2019

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