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TU Berlin

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Forschung

Junge Wissenschaft

Montag, 29. Juli 2019

Kalkung der Böden könnte Stickstoff­verluste mindern

Wilhelm van Husen
Lupe

Um wachsen zu können, brauchen Pflanzen Stickstoff. Wird dieser jedoch nicht von Pflanzen aufgenommen, kann er in umwelt- und klimaschädlicher Form – zum Beispiel als Nitrat, Ammoniak oder Lachgas – verloren gehen. Nitrat belastet das Grundwasser, Ammoniak führt zur Eutrophierung von Oberflächengewässern, und Lachgas trägt wie CO2 zur Erderwärmung bei. „Teilweise kommen nicht einmal 50 Prozent des gedüngten Stickstoffs in der Nutzpflanze an“, sagt Wilhelm van Husen (31). Der Agrarwissenschaftler untersucht deshalb zusammen mit Kollegen von der Universität Kiel, wie die Stickstoffausnutzung durch die Pflanze erhöht werden kann. Eine Lösung könnte Kalk sein, exakter Kalziumkarbonat. Die Hypothese der Wissenschaftler ist, dass vor allem bei tonhaltigen Böden, die einen Kalkbedarf haben, der Stickstoff nach Kalkzufuhr von den Pflanzen besser aufgenommen wird. Hintergrund dieser Annahme ist der Fakt, dass Kalzium die Bodenstruktur verbessert. Ob das die Stickstoffaufnahme erhöht, eben das will van Husen herausfinden. Und mehr Stickstoffaufnahme bedeutet mehr Ertrag. An sieben Standorten in Deutschland, unter anderem bei Magdeburg und Neubrandenburg, werden seit 2016 die Feldversuche auf jeweils 5000 Quadratmeter großen Flächen durchgeführt. Van Husen beobachtet erste leichte Tendenzen dahin gehend, dass der Weizenertrag bei den gekalkten Flächen größer ist. „Wenn der Nachweis gelänge, dass durch eine optimale Kalkversorgung des Bodens sogar weniger Stickstoff benötigt würde und die Erträge trotzdem steigen würden, wäre das von finanziellem Nutzen für den Landwirt und eine Entlastung der Umwelt“, so van Husen, der am Fachgebiet Bodenkunde von Prof. Dr. Martin Kaupenjohann forscht.

Sybille Nitsche, "TU intern" Juli 2019

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