direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Forschung

Junge Wissenschaft

„Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit“

Jochen Kibel
Lupe

Mit einem donnernden Keil zerschmetterte der Architekt Daniel Libeskind die Fassade des Militärhistorischen Museums in Dresden. Die Neugestaltung des Leitmuseums der Bundeswehr 2011 geriet damit ins Zentrum einer öffentlichen Debatte. Museen sind Orte, an denen Geschichte erzählt und durch Architektur und Ausstellung verräumlicht wird. Besonders spannend werden Museen allerdings, wenn über sie öffentlich gestritten wird. Dann nämlich werden konkurrierende Deutungen der Vergangenheit sichtbar. Der Soziologe Jochen Kibel erforscht am DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ verschiedene Formen der Identitätsbehauptung. Das deutsche Militär und die Institution der Bundeswehr zum Beispiel können Identität nicht mehr über einen uneingeschränkten Rückgriff auf die Vergangenheit konstruieren. An die Stelle einer bruchlosen Verbindung mit der Vergangenheit tritt die Distanzierung von dieser. Diese Form der Selbstthematisierung wird aktuell etwa durch diffamierende Begriffe wie „Schuldkult“ und „Vogelschiss“ zunehmend herausgefordert. In der deutschen Gegenwartsgesellschaft scheinen Identitätskonstruktionen, die allein an eine „heroische“ Vergangenheit appellieren, Zuspruch zu erhalten. Da sich die Fragen, welche Geschichten erzählt werden und wie erinnert werden soll, in der Gegenwart immer wieder neu stellen und die Konstruktionen von Geschichte in ihrer Funktion stets auf die Zukunft gerichtet bleiben, spricht Jochen Kibel, der an der Universität Konstanz und an der TU Berlin Soziologie studierte, in diesem Zusammenhang von einer „Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit“.

tui

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.