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TU Berlin

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Forschung

Elektromobilität auf dem Wasser - Sachsen-Anhalt baut ELEKTRA

Kielgelegt: erstes emissionsfreies Kanalschubboot mit Akku- und Wasserstoffantrieb. Ab 2020/21 soll es zwischen Berlin und Hamburg fahren

Mit der „sauberen“ ELEKTRA können die Wissenschaftler*innen dieses hybride Energiekonzept demonstrieren und im laufenden Betrieb erforschen
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ELEKTRA fährt hybrid, mit Wasserstoff-Brennstoffzellen und E-Akkus, ist energieeffizient und produziert als Abgas ausschließlich Wasserdampf. Sie ist das weltweit erste emissionsfreie Kanalschubboot, entwickelt am Fachgebiet Entwurf und Betrieb Maritimer Systeme der TU Berlin. Jetzt wird sie gebaut. Die feierliche Kiellegung fand am 4. November 2019 auf der Schiffswerft Hermann Barthel GmbH in Derben/Sachsen-Anhalt statt.

„Die Fertigstellung unseres Schubbootes ist für Herbst 2020 geplant. Es soll dann auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg fahren“, sagt Prof. Dr.-Ing. Gerd Holbach, Leiter des TU-Fachgebiets Entwurf Maritimer Systeme am Institut für Schiffs- und Meerestechnik. Er hat mit seinem Team und seinen inner- und außeruniversitären Partnern und gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur das wegweisende Schiff geplant. „Angesichts der Tatsache, dass der maritime Schiffsverkehr jährlich 940 Millionen Tonnen CO2 ausstößt, die Umwelt mit Stickoxid, Ruß und Feinstaub belastet, wollen wir mit ELEKTRA, gemeinsam mit Partnern, vor allem mit dem großen Berliner Logistik-Dienstleister BEHALA, ein Vorbild schaffen für ein emissionsfreies Binnenschiff, insbesondere für die Fahrt in sensiblen Regionen und im Stadtverkehr“, so Gerd Holbach. So soll die rund 20 Meter lange und achteinhalb Meter breite ELEKTRA mit einem Tiefgang von 1,25 Metern sogenannte Leichter schieben, schwimmende Transporter für Stückgut, Kies, Schrott oder Kohle. Vor allem aber soll sie „URSUS“ schieben, den ebenfalls vom Fachgebiet zusammen mit der BEHALA entwickelten Spezial-Leichter für Schwergut, der die 520 Tonnen schwere und weltweit leistungsstärkste Siemens-Gasturbine sicher und auf kürzestem Weg von einer eigens gebauten Roll-on-roll-off-Rampe am Neuen Ufer in Berlin-Moabit zum Westhafen bringt oder sogar gleich zu den Küstenhäfen für den Export.
„Mit diesem Kanalschubboot können wir erstmals dieses hybride Energiekonzept demonstrieren und das dynamische Zusammenwirken der Energietechnologien im laufenden Betrieb erforschen und optimieren“, so Holbach.

Münzen als Glücksbringer

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„In ihrer Vorbildfunktion als weltweit erstes emissionsfreies Schubboot hat die ELEKTRA diese kleine Feierlichkeit auf jeden Fall verdient“, eröffnete Projektleiter und TU-Professor Gerd Holbach (Foto, M.) die traditionelle Kiellegungszeremonie auf der Schiffswerft Hermann Barthel GmbH in Derben/Sachsen-Anhalt. Und auch die Werftleitung sowie die Wirtschaftspartner aus der Logistik, Elektronik und Energiebranche wie die Berliner BEHALA lobten, der Bau dieses Bootes sei ein großer Schritt nach vorn für umweltfreundliche Transporte in Deutschland. Dem zu bauenden Schiff wurden, wie es im Schiffbau Tradition ist, kleine Glücksbringer mit auf den Weg gegeben. Acht Euro-Münzen aus den Ländern der Beteiligten wurden abgelegt sowie eine Bundesmünze für das Land Sachsen-Anhalt, dessen Münze erst 2022 geprägt wird. Die Schiffbauer der Werft stellten außerdem, wie ebenfalls im Schiffbau üblich, ein großes Schott auf, in das zuvor das Datum der Kiellegung sowie die Baunummer eingeschlagen worden waren.

A-SWARM: ein Schwarm autonomer, abgasfreier Boote

Mit dem emissionsfreien Transport auf dem Wasser beschäftigt sich auch A-SWARM (Autonome elektrische Schifffahrt auf Wasserstraßen in Metropolregionen), ein neues Projekt, das im Fachgebiet Betrieb Maritimer Systeme angesiedelt ist. Es gründet auf der Erkenntnis, dass in Metropolregionen eine bestehende Wasserstraßen-Infrastruktur oft gering ausgelastet ist und freie Kapazitäten bietet, um Güterverkehr von den überlasteten Straßen aufs Wasser zu verlagern. Die Forscher*innen wollen ein neues Transportsystem für den Güterverkehr entwickeln, das seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung und Erprobung kleiner koppelbarer, autonom operierender Wasserfahrzeuge legt. Diese elektrisch angetriebenen und damit lokal emissionsfreien schwimmenden Einheiten könnten die in der Metropole angelieferten Güter zu dezentralen Hubs der Stadt bringen, von wo aus landgestützte Transportmittel die „letzte Meile“ des Verteilverkehrs übernehmen. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt wird und mit mehreren universitären und außeruniversitären Partnern zusammenarbeitet, will einen Beitrag nicht nur zur Verkehrsverlagerung und Luftreinhaltung leisten, sondern auch dem nächtlichen Lärm des Lieferverkehrs im urbanen Raum begegnen und die moderne Citylogistik unterstützen.

www.tu-berlin.de/?209696

Patricia Pätzold, TU intern Dezember 2019

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