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Forschung

Junge Wissenschaft

Freitag, 17. Mai 2019

Digitalisierung aus Kindersicht

Lisa Fischer
Lupe

Wenn Erwachsene an das Aufwachsen von Kindern denken, sind Vorstellungen vom unbekümmerten Spiel in der Natur meist präsent. Kindheitsbilder werden seit der Moderne romantisiert und Kindheit, so wie wir sie heute kennen, wird als Naturzustand verstanden. Öffentliche Debatten um „Medienkindheit“ oder „Konsumkindheit“ werden vor diesem Hintergrund häufig problematisierend geführt. Die Kinder selbst werden in diesem Zusammenhang entweder als hilflos gegenüber den gesellschaftlichen Verhältnissen dargestellt oder zu wegweisenden Zukunftsakteurinnen und -akteuren. Entgegen dieser erwachsenenzentrierten Vereinnahmung lässt Lisa Fischer in ihrem Promotionsprojekt am Fachgebiet Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft Kinder zwischen acht und zwölf Jahren selbst zu Wort kommen. Ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung bewegt sich in der Dynamik zwischen den konkreten Alltagswelten von Kindern und gesellschaftlichen, pädagogischen oder politisch-ökonomischen Diskursen um Kindheit(en). Die Diplom-Pädagogin und Diplom-Soziologin forscht qualitativ-ethnografisch dazu, wie Kinder in digitalisierten Alltagswelten Beziehungen aufbauen. Beispielsweise, wie die sogenannten YouTube-Challenges zu relevanten Bestandteilen des Kinderalltags werden oder wie Kinder untereinander „freizügige“ Musikvideos mit Blick darauf diskutieren, inwiefern diese für sie selbst angemessen sind oder nicht. Es geht also nicht um die Bewertung des Verhaltens der Kinder, sondern darum, Perspektiven von Kindern sichtbar zu machen, ihr Handeln als kompetent zu begreifen und alltägliche Herausforderungen zu identifizieren – Kinder werden als gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure ernst genommen.

tui/sn

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