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TU Berlin

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Forschung

Die Schönheit des Schimmels

Bei der Pilzbiotechnologin Vera Meyer fließen Wissenschaft und Kunst zusammen

Vera Meyer verwandelt Pilze zu Kunstobjekten
Lupe

Bei dem Wort „Pilz“ denkt man im besten Fall an schmackhafte Lebensmittel, im schlechtesten erregt es Ekel. Bei „Pilzbiotechnologie“ kommt vielleicht Penicillin in den Sinn. Doch da ist viel mehr. Die Pilzbiotechnologie des 21. Jahrhunderts liefert Lösungsansätze, wie unsere Gesellschaft den Übergang von einer erdölbasierten zu einer nachhaltigen, auf nachwachsenden Rohstoffen fußenden Welt schaffen kann. Mit dieser Thematik beschäftigen sich Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer und ihr Team vom Institut für Biotechnologie der TU Berlin. Sie studieren Schimmelpilze und Baumpilze und programmieren sie genetisch zu biotechnologisch nutzbaren Zellfabriken um, um damit Medikamente, Enzyme und in Zukunft auch Verpackungsmaterialien, Baustoffe und sogar Leder zu produzieren.

Vera Meyer ist überzeugt: Die aktuellen Möglichkeiten in der Pilzbiotechnologie haben das Potenzial, sich zu einer innovativen, sogar disruptiven Technologie zu entwickeln. „In Zeiten von Verunsicherung, mangelnder Faktenkenntnis und der Infragestellung wissenschaftlicher Erkenntnisse kommt es besonders auf eine gelungene Kommunikation der Wissenschaften mit der Gesellschaft an“, sagt sie, „über einen Dialog auf Augenhöhe.“ 2018 initiierte sie das Citizen-Science-Projekt „Mind the Fungi!“ an der TU Berlin und gewann dafür auch das Art Laboratory Berlin. Die Forschungs- und Ausstellungsplattform ist spezialisiert auf Kooperationen von Kunst, Technologie und Naturwissenschaften.

Vera Meyer ist überzeugt: „Kunst ist Kommunikator und Multiplikator wissenschaftlicher Fragestellungen, Herausforderungen und Erkenntnisse in die Öffentlichkeit.“ Gemeinsam werden nun öffentliche Vortragsreihen, Gesprächsrunden und Workshops zwischen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen aus den Berliner Do-it-yourself-, Bio-Art- und Citizen-Science-Communitys organisiert.

Für Vera Meyer besonders spannend: „Ich kann mich in das Projekt nicht nur als Biotechnologin, sondern auch als autodidaktische Künstlerin einbringen.“ Unter dem Namen „V. meer“ ist sie schon länger künstlerisch aktiv, um ihrer wissenschaftlichen Arbeit „ein Bild zu geben“. Sie erschafft zum Beispiel aus Pilzen Skulpturen, die überraschen, geheimnisvoll sind und nicht immer auf den ersten Blick ihre Herkunft offenbaren. Damit möchte sie Menschen anregen, einen zweiten oder gar dritten Blick auf die Dinge zu wagen und sich die Mühe zu machen, hinter die Kulissen zu schauen. Mehr über die Arbeiten von Vera Meyer kann man bei der DECHEMA-Frühjahrstagung am 25. 2. 2019 erfahren. 

www.tu-berlin.de/?199468
www.tu-berlin.de/?199801
https://bit.ly/2DcGQAu

Bosse Alexander Klama, "TU intern" Februar 2019

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