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TU Berlin

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Forschung

Gemeinsam für mehr Sicherheit im Fahrradsattel

Eine App für Sicherheit, die auch den Spieltrieb weckt

Übersicht über aufgezeichnete Fahrten und gemeldete „Beinahe-Unfälle“ im Umfeld der TU Berlin (August 2019)
Lupe [1]

Radfahren in Berlins Straßenverkehr macht nicht immer Spaß. Überholende Busse, falsch parkende Lieferwagen oder abbiegende PKW bringen Radfahrer*innen häufig in gefährliche Situationen. Doch „Beinahe-Unfälle“ werden in Unfallstatistiken nicht erfasst und Fahrrädern fehlen Sensoren, die entsprechende Daten liefern könnten. Doch Prof. Dr. David Bermbach möchte im Rahmen der Citizen-Science-Initiative der TU Berlin Abhilfe schaffen. Der Informatiker leitet seit September 2018 das für drei Jahre geförderte Projekt „Sicherheit im Radverkehr“, kurz SimRa, in dem er und seine Kolleg*innen vom Fachgebiet Mobile Cloud Computing der TU Berlin und vom Einstein Center Digital Future eine App entwickeln, die „Beinahe-Unfälle“ untersucht und Straßen durch die gesammelten Daten sicherer machen soll. Jede*r Bürger*in kann sich SimRa kostenlos im App-Store auf das Smartphone laden, wo SimRa mittels GPS-Daten Fahrtrouten aufzeichnet und die Beschleunigungssensoren zum Detektieren von Gefahrensituationen nutzt. Bei abrupten Bewegungen, wie plötzlichem Bremsen oder Ausweichen, wird auf einer virtuellen Karte an dieser Stelle eine rote Markierung gesetzt. Nach der Fahrt können die Nutzer*innen angeben, was an der jeweiligen Stelle passiert ist bzw. gefährlich war. Es können verschiedene Szenarien ausgewählt und unterschiedliche Verkehrsteilnehmende benannt werden. Das kostet die Nutzer*innen ein bis zwei Minuten pro Fahrt. „Ohne die Mithilfe unserer ‚Citizens‘ wäre das Projekt gar nicht möglich. Wir bekämen die notwendige Zahl an Fahrten nicht zusammen, wenn nur zwei bis drei Kolleg*innen mitmachen würden“, so David Bermbach zur Wichtigkeit der Bürger*innenbeteiligung. „Wie viele Radfahrer*innen sich bis jetzt an SimRa beteiligt haben, ist nicht so einfach zu sagen, weil wir die Fahrten alle einzeln pseudonymisieren. In Berlin haben wir aktuell rund 10 000 aufgezeichnete Fahrten, pro Tag bekommen wir zwischen 50 und 100 neue Fahrten. Da ist also noch etwas Luft nach oben.“ Die erfassten Daten sind nicht personenbezogen und liefern keine Bewegungsprofile, sie ermöglichen aber einen umfassenden Überblick über den Radverkehr in Berlin sowie die dabei auftretenden Gefahrensituationen. Zusätzlich können ungünstige Verkehrsflüsse oder Ampelschaltungen erkannt werden. Mit Unterstützung aus der Politik könnten dadurch nachhaltige Veränderungen die Fahrradnutzung zukünftig attraktiver machen. Bermbach dazu: „Von unseren ‚Citizens‘ weiß ich, dass sie sehr motiviert sind, dass mit Hilfe der Daten die Sicherheitslage beim Radfahren verbessert werden kann und dass unsere App gleichzeitig auch eine Art Spieltrieb weckt. Grundsätzlich sind Citizen-Science-Projekte für Laien eine einzigartige Möglichkeit, einen Einblick mit unterschiedlicher Tiefe in die Wissenschaft zu gewinnen.“

Romina Becker, TU intern Dezember 2019

Citizen-Science-Projekte an der TU Berlin:

  • Forschen mit der Gesellschaft [2]
  • "Wir müssen uns verständlich machen" [3]
  • Messen für die Forschung [4]
  • Die Pilz-Revolution [5]
  • Gemeinsam für mehr Sicherheit im Fahrradsattel [6]
  • Das große Fressen oder der stille Genuss [7]
  • "Das Wissenschaftssystem muss sich ändern" [8]
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