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TU Berlin

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Forschung

Bodenkunde

Freitag, 25. Oktober 2019

Hotspots der Biodiversität

„Es gibt keinen Grund, im Stadtraum Herbizide zu verwenden, also Unkrautvernichtungsmittel“, sagt Prof. Dr. Martin Kaupenjohann, Leiter des Fachgebiets Bodenkunde am Institut für Ökologie der TU Berlin. Inzwischen sind Stadträume vielerorts zu Rückzugsgebieten für viele Pflanzen und Tiere geworden, die auf dem Lande, verursacht durch Monokulturen und hohen Pestizid-Einsatz, nicht mehr ausreichend Lebensraum und Nahrung finden. „Sie sind zu regelrechten Hotspots der Biodiversität geworden.“ Auch die Wildbienen sind ein Beispiel. Berlin hat seine besondere Verantwortung für die Erhaltung und Förderung einer artenreichen Bestäuberfauna erkannt und im April dieses Jahres eine eigene Bienenstrategie entworfen, die Wildbienen und andere Bestäuber schützen soll (siehe auch „TU intern“ 3/2019). Doch auch für Pflanzen geht es ans Eingemachte. In der Kritik steht insbesondere das Pestizid Glyphosat. Schon seit geraumer Zeit verwendet zum Beispiel die Berliner Stadtreinigung keine glyphosathaltigen Mittel mehr. Doch das ist eine weitere Herausforderung. „Die Beseitigung von Wildkräutern von Hand beziehungsweise mechanisch, wo sie notwendig ist, bedeutet natürlich einen höheren gärtnerischen Aufwand. Das heißt, es kostet zusätzliches Personal“, so der Bodenexperte. Die TU-Forscher*innen verweisen auf Erfahrungen anderer Kommunen in Deutschland, die sie gesammelt haben.

Stadträume bieten Tieren und Pflanzen Schutz

Die Ökolog*innen unterstützen daher die senatsseitigen Überlegungen zur Änderung des Berliner Bodenschutzgesetzes und die im Entwurf vorgesehene Einrichtung von Boden-Dauerbeobachtungsflächen für ein entsprechendes Monitoring. „Böden mit der entsprechenden Vegetation sind äußerst wertvoll als Kohlenstoffsenken, sie nehmen also CO2 aus der Atmosphäre auf“, so der Bodenexperte Martin Kaupenjohann. Zudem habe ein Stadtboden wie der Berlins noch weitere wertvolle Besonderheiten. Es gibt viele Parks, aber auch Industriebrachen, Rieselfelder oder sogar Trümmerberge. Kaupenjohann: „Böden sind die komplexesten Bestandteile des Ökosystems. Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel ist wissenschaftlich konkrete Aufklärung über die vielfältigen bodenchemischen Prozesse notwendig!“

Patricia Pätzold

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