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TU Berlin

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Forschung

Berliner Feedback

Bürger*innen fragten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler antworteten. Und nun? Wir haben Anika Andreßen, Mareike Ippen, Fenja Sürken und Jochen Fey, die wir eingangs befragten, die Projekte der Forscher*innen vorgestellt. Beantworten sie die Fragen der vier? Lösen sie ihre Probleme? Hier sind die Reaktionen

„… dann gäbe es keinen Grund mehr, Fleisch zu essen“

Fenja Sürken
Lupe

Was sagen Sie zur Erforschung der Faserbildung bei veganen Fleisch­ersatzprodukten? Die Wissenschaftlerin Elisabeth Högg fand heraus, dass das Geschmackserlebnis vor allem auch von der Konsistenz abhängt

Fenja Sürken: Schafft sie es bald, ein Fleisch­ersatzprodukt zu kreieren, dass sich nicht nur anfühlt und so schmeckt wie echtes Fleisch, sondern sogar gesünder ist, mehr Eiweiß enthält und vielleicht noch ein paar Vitamine? Das klingt nach einer sinnvollen Alternative. Ich hoffe, die Wissenschaft findet schnell heraus, wie das funktioniert. Allerdings sollte der Prozess, der uns dorthin bringt, nicht allzu künstlich sein. Ich habe von dem Ansatz gehört, Soja- oder Erbsen-Proteine in ihrer Konsistenz so zu verändern, dass sie mehr Fasern ausbilden und ein Geschmackserlebnis bieten, das sich von echtem Fleisch nicht unterscheidet. Sobald so ein Produkt erhältlich wäre, gäbe es für niemanden mehr einen Grund, noch Fleisch zu essen. Dann könnten wir die Massentierhaltung beenden und die Flächen dafür nutzen, mehr pflanzliche Nahrung herzustellen. Und wenn wir es dann noch schaffen, den Anbau mit smarten Ernte­helfern und Robotern effizienter und umweltverträglicher zu gestalten, sind wir wirklich ein großes Stück weitergekommen.

„Ich kann es ja einmal versuchen“

Jochen Fey
Lupe

Was denken Sie über Sandra Grebenteuchs ­Untersuchungen zu Rapsöl und ihren Ergebnissen, dass es auch nach dem Erhitzen gesünder ist als andere Öle?

Jochen Fey: In meinem Leben habe ich ja schon die komischsten Sachen erlebt. Hätte ich von dieser Studie aus einer anderen Quelle erfahren, ich hätte angenommen, sie sei von einem Rapsölhersteller gesponsort worden. Rapsöl wurde zu der Zeit en vogue, als man merkte, dass es als Biodiesel nicht taugt. Ich muss zugeben, dass ich noch Widerstreben verspüre. Ich kann es ja einmal versuchen. Letztlich ist der Geschmack für mich ausschlaggebend. Was mich daher noch interessiert hätte, ist, wie es sich mit Öl- und Fettmischungen verhält. Zum Braten von Steaks beispielsweise mische ich Butter und Öl. Dann verbrennt die Butter beim Braten nicht, sie wird nicht schwarz und bitter. Wie verhält es sich mit Rapsöl, wenn man es mit Schmalz oder Butter mischt? Bleibt der Geschmack der Butter erhalten?

„Eine Empfehlung fände ich gut“

Wie bewerten Sie die Untersuchungen der BANA-Gasthörerstudierenden zur Regionalität von Lebensmittelprodukten?

Anika Andreßen: Ich muss zugeben, ich bin überrascht. Das hätte ich nicht gedacht. Gerade, dass der CO2-Abdruck von Produkten wie Äpfeln niedriger sein kann, wenn sie aus dem Ausland kommen, finde ich erstaunlich. All das lässt sich für einen normalen Verbraucher überhaupt nicht einschätzen. Und auch die These, dass es am Ende gar nicht so viel bringt, auf Regionalität zu achten, außer dass es das Bewusstsein schärft, finde ich erstaunlich. Natürlich lässt sich die Welt mit regionalen Lebensmitteln nicht retten. Aber ich hätte schon gedacht, dass es zumindest ein wenig bewirkt. Ich hätte mir gewünscht, dass das Zitat, mit regionalen Lebensmitteln sei die Welt nicht zu retten, mehr erläutert worden wäre. Natürlich auch, um meine Position zu verteidigen. Das gebe ich gerne zu. Aber davon abgesehen, auch wenn mir klar ist, dass die BANA-Gasthörerstudierenden keine klare Handlungsanweisung geben können, eine Empfehlung fände ich doch gut. Studien wie diese haben einen Einfluss auf meine Kaufentscheidung, denn mir ist es wichtig, zu erfahren, welchen CO2-Abdruck mein Essen hinterlässt. Es ist gut, zu wissen, dass ich bisher zu einfach gedacht habe. Aber die Frage ist doch: Wie verhalte ich mich richtig? Die Studie macht es noch komplizierter und könnte zu Verwirrung führen. Wenn die Bürger*innen denken, dass es ohnehin egal ist, woher ihre Lebensmittel kommen, weil es keinen Unterschied macht, und sie gar nicht mehr darauf achten, was sie kaufen, ist dem Planeten auch nicht geholfen. Ich denke, man sollte Menschen nicht nur mit reinen Ergebnissen konfrontieren, ohne ihnen eine Anleitung an die Hand zu geben, wie sie damit umgehen sollen. Sonst bringt man sie völlig aus dem Konzept.

Auf die Dächer!

Mareike Ippen
Lupe

Was halten Sie von Gewächs­häusern auf Hochhäusern oder von gestapelten vertikalen Beeten, wie sie im „Indoor Grow Lab“ der TU Berlin untersucht werden?

Mareike Ippen: Gärten auf Hausdächern anzubringen ist eine richtig gute Idee! Im Klunkerkranich, jenem Kulturdachgarten in Berlin-Neukölln, wird ja schon ein Urban-Gardening-Projekt auf einem Berliner Hausdach realisiert. Kombiniert mit vertikalen Beeten könnte so das Platzproblem in der Innenstadt wirklich gelöst werden. Es leuchtet ja ein: Eine Großstadt hat in der Vertikalen viel mehr freie Flächen zur Verfügung, und auch die Dächer können genutzt werden, wenn sie nicht schon mit Solaranlagen bebaut sind. Wenn meine Hausverwaltung an meiner Wohnung solche Gärten oder Gewächshäuser anbieten würde, wäre ich sofort bereit, einen Teil davon zu übernehmen und mich um die Pflege zu kümmern. Generell ist es ja so: Alles Obst und Gemüse, das ich selbst direkt an meinem Haus anbaue, ist per se nachhaltig, weil es null Emissionen für den Transport verursacht. Gleichzeitig tun die vertikalen Grünflächen etwas fürs Stadtklima, und man kann die Wohnung mit ihnen klimatisieren. Wenn mein Berlin-Praktikum vorbei ist, muss ich gleich einmal schauen, ob es so etwas in meinem Studienort Kiel auch gibt.

Aufgezeichnet von Jochen Müller und Michael Metzger, "TU intern" Februar 2019

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