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TU Berlin

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Forschung

Zweimal TU Berlin auf der ISS

Messgeräte im All – Alexander Gerst wird von Organisationspsychologen betreut

Projektleiter Martin Buscher mit „MarconISS­ta“ im Nachbau des ISS-Forschungslabors ­„Columbus“, jeder Handgriff musste vorher geprobt werden, kein Teil darf wärmer als 45 °C werden
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Als Alexander Gerst Anfang Juni zum zweiten Mal auf der ISS (Internationale Raumstation) ankam, war die TU Berlin schon da: Bereits am 21. Mai 2018 wurde „MarconISSta“ mit einem unbemannten Versorgungsflug auf die ISS geschickt. Dabei handelt es sich um ein von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Berlin konstruiertes Messgerät, das die Beanspruchung und mögliche Störungen der international von Satelliten genutzten Funkkanäle analysieren soll. Sicher gelandet wartet die Messapparatur zurzeit auf die Installation, die vermutlich im Juli stattfinden wird.

Das „MarconISSta“-Projekt des Fachgebiets Raumfahrttechnik ist nicht der einzige Berührungspunkt der ISS mit der TU Berlin. Zum wiederholten Male ist Prof. Dr. Dietrich Manzey, Leiter des Fachgebiets Arbeits-, Ingenieur- und Organisationspsychologie der TU Berlin, von der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA, European Space Agency) zum psychologischen Betreuer für Alexander Gerst ernannt worden. „Wobei das Wort ‚psychologische Betreuung‘ oft ein falsches Bild heraufbeschwört“, so Manzey, der Alexander Gerst auch während seiner ersten Mission betreute. „Für jeden Astronauten einer Langzeit-Mission ist es vorgeschrieben, alle zwei Wochen an einer rund zwanzig Minuten dauernden ,private psychological conference‘ teilzunehmen. So erhalten Astronauten die Gelegenheit, in einem geschütz­ten Raum über ganz alltägliche Dinge, aber auch über spezifische Themen wie die Arbeitsbelastung oder das Miteinander der Crew zu sprechen“, erzählt Dietrich Manzey.

Emergency Training: der deutsche Kommandant Alexander Gerst (l.) mit einem Kollegen
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Den Beginn seiner ersten ISS-Mission hat Alexander Gerst einmal mit dem „Trinken aus einem Feuerwehrschlauch“ verglichen. Bei der zweiten Mission spielt die Routine sicher eine große Rolle. „Andererseits übernimmt er ja in der zweiten Hälfte der Mission als erster deutscher Kommandant der ISS eine unbekannte Rolle und damit auch neue Herausforderungen“, so der Psychologe, der schon seit vielen Jahren für die ESA arbeitet und sich auf diesen Einsatz ganz besonders freut: „Erstens kennen wir uns schon, zweitens können wir in der Muttersprache sprechen und drittens ist Alexander Gerst hochprofessionell und kooperativ – das ist ein sehr gutes Miteinander.“

„MarconISSta“ wird – idealerweise – wenig Betreuung von den ISS-Astronauten bedürfen. „Einmal installiert, misst unser Gerät automatisch, welche Frequenzen wie stark genutzt werden. Von der Erde aus können wir immer nur lokale Signale empfangen. Nicht aber die Belastung der Kanäle weltweit analysieren. Eine Messung auf der ISS ermöglicht es, während der Erdumrundung alle Frequenzbereiche an jedem beliebigen Ort zu messen. Dabei hören wir natürlich niemanden ab, sondern wir messen lediglich die Intensität der Nutzung der Frequenzen und die Signalstärke“, so Martin Buscher, Projektleiter am Fachgebiet Raumfahrttechnik. Ziel ist es, eine Art „Heatmap“ zu entwickeln, die zeigt, welche Frequenzen wo überlastet oder ungenutzt sind.

marconissta.com

Katharina Jung, "TU intern" 25. Juni 2018

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