direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Forschung

Junge Wissenschaft

Was der Kankurang im Museum erzählt

Lupe

Eine mannshohe Figur aus den Rinden des Faara-Baumes aus Westafrika steht mitten im Raum. In den Händen hält der Kankurang zwei lange Macheten. Normalerweise würde die mystische Figur die Macheten nun zusammenschlagen, einen lauten Schrei ausstoßen und die Forscherin vertreiben – denn der Kankurang darf als Teil eines Initiationsritus nicht von Nicht-Eingeweihten betrachtet werden. Doch hier im Museum, dem Documentation Centre in Janjanbureh in Gambia, steht er regungslos auf einer Plinthe und ist von den Besuchern durch eine Kordel getrennt. Diese Eindrücke nahm die Kulturwissenschaftlerin Claudia Jürgens (30) von ihrem ersten Aufenthalt in Gambia und Senegal mit. Sie promoviert am Institut für Soziologie und erforscht im DFG-Graduiertenkolleg „Identität und Erbe“ wie das „immaterielle Kulturerbe“ vermittelt und vererbt wird. Auch der Kankurang zählt seit 2008 zur repräsentativen Liste des „immateriellen Kulturerbes“ der UNESCO. Um die Kulturgüter zu schützen, deren rituelle Kohärenz jedoch nicht „einzufrieren“, werden sie dokumentiert und wie hier in Gambia im Museum ausgestellt. Dabei werden die Objekte in neue Sinnkonstruktionen und Wissensformate überführt. Was wird gezeigt und was nicht? Wessen Erbe ist es, wer identifiziert sich damit? Wie wird Sinn zwischen Abgebildetem, Geschriebenem und Gesagtem hergestellt? Fragen, mit denen sich Jürgens beschäftigt. Dem Abbild des Kankurang wird auf Webseiten, Broschüren oder im Museum unterschiedliche Bedeutung beigemessen. Die Forscherin verbindet daher theoretische Überlegungen zu Erbe, Raum und Visualisierung.

tui/sn, "TU intern" 18. Mai 2018

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.