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TU Berlin

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Forschung

Ressentiments und Randale – alltäglich im Fußball?

Das TU-Zentrum für Antisemitismusforschung prüft Bildungs- und ­Erziehungsmaßnahmen gegen dieses Phänomen

Auch in diesem Jahr feiern Millionen Menschen leidenschaftlich das größte individuelle Sportereignis der Welt: die Fußballweltmeisterschaft. Woche für Woche pilgern Menschenmassen in die Stadien, spielen Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder in ihren Ligen oder verfolgen in noch größerer Zahl die Spiele am heimischen Fernseher. Fußball ist der globale Sport schlechthin. Doch zeigt das „jogo bonito“ innerhalb wie außerhalb des Stadions immer wieder auch seine hässlichen Seiten: Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und andere Formen von Stigmatisierung und Diskriminierung erscheinen im Zusammenhang mit Fußball und seinen Fans. Allzu lange sind diese Phänomene vom breiten Publikum, von den Vereinen und Verbänden als Randerscheinungen geduldet worden.

Das Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin (ZfA) geht dieses Thema nun auch wissenschaftlich an. Am 11. April 2018 organisierte es eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Antisemitismus im Fußball. Ressentiment. Randale. Rudelbildung“. Lokale Akteure waren zur Diskussion eingeladen, es moderierte der bekannte Sportjournalist Marcel Reif. Insbesondere in den unteren Ligen, so wurde offenbar, hat sich Antisemitismus, der sich in Beleidigungen, Bedrohungen, aber auch in physischer Gewaltanwendung ausdrückt, zu einem geradezu alltäglichen Phänomen und Problem entwickelt, dem die Vereine und Verbände bislang noch zu wenig entgegensetzen.

Gemeinsam mit Vereins- und Verbandsvertretern prüft das ZfA, welche langfristig wirksamen Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen etabliert werden können, um das Geschehen jenseits des Millionenpublikums und der allgegenwärtigen (Überwachungs-) Kameras in den Stadien in den Griff zu bekommen.

Der Podiumsdiskussion folgte am 12. und 13. April 2018 die vom ZfA durchgeführte internationale wissenschaftliche Tagung „The Beautiful Game? Identity, Resentment, and Discrimination in Football and Fan Cultures“, an der sich 30 Referent*innen aus zehn Ländern beteiligten, die diesen Fragen in einer international vergleichenden Perspektive nachgingen. Denn so wie der Fußball sich zu einem globalen Sport- und Gesellschaftsphänomen entwickelt hat, so sind auch die damit verbundenen hässlichen Seiten nur in einer globalen Perspektive zu verstehen.

Dr. Marcus Funck/Zentrum für Antisemitismusforschung, "TU intern" 25. Juni 2018

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