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TU Berlin

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Forschung

Neue urbane Agenda für Berlin

Anwendungsorientiertes Forschungsprojekt der TU Berlin sucht Antworten auf die drängendsten Fragen zur Hauptstadtentwicklung

Nachgefragt bei Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend, Vizepräsidentin für Forschung, Berufungsstrategie und ­Transfer

TU-Vizepräsidentin Christine Ahrend (r.) hat mit Gesine Schwan von der Humboldt-Viadrina Governance Platform­ bereits 2016 Trialoge zur Transdisziplinarität gestartet. Nun soll dieses Instrument im Gespräch mit städtischen Akteuren weiterentwickelt werden
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Warum ist gerade die TU Berlin für die Initiierung des transdisziplinären Projekts „Neue Urbane Agenda Berlin“, kurz NUAB, im Bereich der Stadtentwicklung besonders geeignet?
Tatsächlich haben wir das Projekt aus der umgekehrten Perspektive gestartet: Das Präsidium der TU Berlin hat sich die Schärfung ihres Profils zum Ziel gesetzt, hin zur strategischen Entwicklung eines transdisziplinären Forschungsprofils. Es geht uns dabei um große Fragen wie Urbanisierung, Klimawandel und Zuwanderung, die wir für Berlin auf die Bereiche Mobilität, Wohnen, Zuwanderung und Tourismus verdichtet haben. Viele Probleme aus diesen Themenfeldern brauchen nach meiner Überzeugung transdisziplinär erarbeitete Konzepte zu ihrer nachhaltigen Lösung. Hier wollen wir mit einem weit verstandenen Transferbegriff auf die Stadtgesellschaft zugehen und noch stärker zeigen, dass wir als technische Universität offene Ohren und offene Türen haben, um Probleme in der Stadt gemeinsam mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern zu lösen.

Wie gehen Sie dabei vor?
Wir wollen Transdisziplinarität als Forschungsansatz nicht „nur“ in stadtrelevanten Themenfeldern fördern, sondern möglichst viele Fachgebiete dafür interessieren. Mir ist wichtig zu betonen, dass wir der Hochschule Transdisziplinarität nicht einfach überstülpen wollen – wir möchten vielmehr zeigen, welche Chancen die systematische Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Partnern haben kann, um darüber hochinnovative Prozesse zu initiieren. Daher haben wir als Präsidium auch eine Stabsstelle dafür eingerichtet. Die Referentin für strategische Projekte, Dr. Audrey Podann, leitet das Projekt NUAB. Sie ist mit ihrem Team für alle Interessierten der TU Berlin Ansprechpartnerin.

Wie setzt die Universität die Arbeit über Disziplinen und Systemgrenzen hinweg konkret um?
Erfreulicherweise können wir bereits an eine lange und erfolgreiche Tradition anwendungsorientierter Forschung anknüpfen. Wir erfinden nicht alles neu, sondern profitieren von vielen erfolgreichen Projekten, etwa bei den Architekten, Stadt- und Regionalplanern und in der sozialökologischen Forschung. Hier gibt es einen Methodenkanon, der in transdisziplinären Projekten zum Einsatz kommen kann. Wichtig ist uns die Begegnung mit den außeruniversitären Partnern auf Augenhöhe. Wir wollen ihr Expertenwissen nicht einmalig abfragen, sondern es in der Entwicklung von Forschungsfragen und deren Bearbeitung einbeziehen.

Was ist das Innovative daran?
Besonders innovativ sind sicherlich die Trialoge, die wir schon 2016 gemeinsam mit Gesine Schwan von der Humboldt-Viadrina Governance Platform, HVGP, zu einem transdisziplinären Instrument weiterentwickelt haben. Mit dem Projekt „Neue Urbane Agenda Berlin“ probieren wir aus, wie wir durch eine intensive inhaltliche und organisatorische Koordination von Arbeitsgruppen Forschungsfragen entwickeln und Forschungsanträge stellen können.

Was ist das längerfristige Ziel?
Wir wollen unserem Gründungsauftrag aktiv nachkommen und Output generieren, der der Gesellschaft zugutekommt.

Vielen Dank!


Transdisziplinäre Dialoge – 400 000 Euro von der Lotto-Stiftung

Das Projektteam der TU Berlin: Audrey Podann, Martha Vobruba, Sara Hohmann (v. l.)
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„Wachstumsschmerzen“.

Diese Diagnose stellt die erste Vizepräsidentin der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend, der deutschen Bundeshauptstadt. Der konfliktträchtige Wohnungsmarkt und ein oft prognostizierter Verkehrsinfarkt sind nur zwei Beispiele eines dynamischen Wandels. Dieser belaste die Infrastruktur der Spree-Metropole. Ein neues Forschungsprojekt soll über Disziplinen und Systemgrenzen hinweg Lösungen für stadtrelevante Herausforderungen entwickeln. Neben Universitätsmitteln ermöglicht dies eine Förderung der Lotto-Stiftung von rund 400 000 Euro. Arbeitsgruppen bringen verschiedene Disziplinen der Hochschule miteinander in Kontakt und bündeln so den Wissensreichtum der Universität, um Synergieeffekte zu ermöglichen. Erst danach gehen die Projektteams in den Austausch mit Stadtakteuren, etwa aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

In diesem transdisziplinären Ansatz, also einer Öffnung der Forschung für Kooperationen mit nichtwissenschaftlichen Akteuren, sieht das Projektteam außergewöhnliches Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt. Ein Baustein zur Umsetzung sind sogenannte „Trialoge“, ein auf Perspektivenvielfalt, Partizipation und Verständigung ausgelegtes Veranstaltungsformat. Zum Ende des Projektzeitraums im Frühjahr 2020 ist eine Abschlusskonferenz mit überregionaler Reichweite geplant. Die TU Berlin sieht das Wachstum ihrer Stadt als Chance. Jetzt gilt es, das richtige Rezept für eine nachhaltige Entwicklung zu finden.

http://blogs.tu-berlin.de/neueurbaneagenda_berlin/

Die Fragen stellte Bosse Alexander Klama, "TU intern" 13. Juli 2018

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