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TU Berlin

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Forschung

Fair schreiben, erfolgreich promovieren

Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und was man bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten unternehmen kann

Sabine Klapp
Lupe

Die Probleme beginnen oft schon beim Schreiben eines wissenschaftlichen Artikels. Wen muss ich bei der Autorschaft berücksichtigen, muss ich die Hochschullehrerin nennen, nur weil sie das Projekt eingeworben hat, oder kann der Professor klagen, wenn er nicht genannt wird? Andere Probleme können entstehen, wenn die Master- oder Doktorarbeit fertiggestellt und veröffentlicht wurde. Hier können dem Wissenschaftler oder der Doktorandin fehlende Autorenschaft, falsche oder fehlende Quellenangaben, Datenmanipulation oder Nichtreproduzierbarkeit von Daten auf die Füße fallen.

Matthias Rötting
Lupe

Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens ist die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und anderen. Um einen allgemeinen Konsens zu finden, damit wissenschaftliches Fehlverhalten vermieden und auch geahndet werden kann, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 1998 zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis eine Selbstkontrolle initiiert und formuliert.

Die TU Berlin folgt diesen Vorgaben. Ihre Mitglieder – Studierende, Doktorand*innen und Wissenschaftler*innen – sind verpflichtet, die Grundprinzipien wissenschaftlichen Arbeitens, die Redlichkeit ihres Wirkens und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst zu wahren. Sie sind verpflichtet, Prozesse und Resultate nachvollziehbar und ausreichend zu dokumentieren, Primärdaten aufzubewahren, die Beiträge von Partner*innen und Konkurrent*innen bei Publikationen angemessen zu werten und zu beteiligen so-wie fremdes geistiges Eigentum zu achten.

Paul Uwe Thamsen
Lupe

Doch wer kümmert sich darum, dass die Standards eingehalten werden? Wer ahndet Fehlverhalten? An wen können sich Ratsuchende und Betroffene wenden? Die erste Anlaufstelle sind die Ombudspersonen – unparteiische Schiedspersonen –, an die sich alle auf einer noch nicht offiziellen Ebene wenden können. Ombudspersonen der TU Berlin sind Prof. Dr. Sabine Klapp, Leiterin der Arbeitsgruppe Computersimulationen und Theorie komplexer Fluide am Institut für Theoretische Physik, sowie Prof. Dr.-Ing. Matthias Rötting, Leiter des Fachgebiets Mensch-Maschine-Systeme am Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft. Ihre Aufgabe ist es, wissenschaftlich Arbeitende zu beraten, im Konfliktfall beide Seiten zu hören und zwischen den Parteien zu vermitteln. „Oft können wir an dieser Stelle schon Probleme lösen“, sagt Matthias Rötting.

Dodo zu Knyphausen-Aufseß
Lupe

Stellen sich die Konflikte jedoch als schwer lösbar heraus oder teilt er den Verdacht, dass wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, leitet er den Fall an die wissenschaftliche Kommission weiter. Die drei Mitglieder der Kommission, Prof. Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Beate Patzer und Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen, prüfen den Sachverhalt, hören sich die betroffenen Personen an. In begründeten Fällen leiten sie ein Untersuchungsverfahren ein und informieren den TU-Präsidenten Prof. Dr. Christian Thomsen. Je nach Ergebnis der Untersuchung entscheidet er über die Folgen. „Jeder kann sich natürlich auch direkt an die wissenschaftliche Kommission wenden“, sagt Matthias Rötting, empfiehlt aber, den Weg über die Ombudspersonen zu gehen.

Beate Patzer
Lupe

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich an die Promotions­beauftragten der Fakultäten zu wenden, die Ansprech­partner*innen für die Beratung der Promovierenden in Problem- und Konfliktfällen sind. Auch die Gespräche mit den Beauftragten sind grundsätz-lich vertraulich. „Schon in den Lehrveranstaltungen sollten die Studierenden in die Standards des guten wissenschaftlichen Arbei-tens eingeführt werden“, empfiehlt Matthias Rötting. Und auch in Situationen, in denen diese Standards unter Druck geraten. Das helfe, später wissenschaftliches Fehlverhalten zu vermeiden.

Dagmar Trüpschuch "TU intern" Oktober/November 2018

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