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TU Berlin

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Forschung

Das Interview als bunte Kugel

Anne Luther entwickelt Software für die geisteswissenschaftliche Forschung

Im Center for Data Arts in New York begann Anne Luther mit der Entwicklung der Software
Lupe

Bunte Kugeln, kleine und große, bewegen sich auf dem Bildschirm hin und her. Sie sind durch Linien vielfältig miteinander verbunden. Was aussieht wie ein Computerspiel, sind digitale Datensätze, mit denen Geisteswissenschaftler nun visuell interagieren können, um neue Erkenntnisse in ihrer Forschung in voller Komplexität darzustellen. Entwickelt hat diese Open-Source-Software namens „The Entity Mapper“ die Kulturwissenschaftlerin Dr. Anne Luther.

Sie ist mit dem großen Verbundprojekt „translocations“ von Prof. Dr. Bénédicte Savoy assoziiert, um innovative Analyse-Werkzeuge für geisteswissenschaftliche Daten später in verschiedenen Projekten des Clusters einzusetzen, zum Beispiel um Zeitstrahlen zu erstellen, die Verschiebung von Grenzen sichtbar zu machen und damit die internationale Verlagerung von Kulturgütern zu verfolgen, die ja Inhalt des gesamten Clusters ist (s. „TU intern“ 10/2017). Ihre Software „The Entity Mapper“ ist ein Vorreiter für die interdisziplinäre Entwicklung neuer methodischer Werkzeuge, mit denen man die Translokationen von Kulturgütern digital erschließen kann. Durch die Vernetzung mit dem mediaLab an der Sciences Po in Paris und dem Center for Data Arts in New York sollen in dem „Translocation“-Cluster neue digitale Werkzeuge entwickelt werden, um somit einen innovativen Schwerpunkt in den Digital Humanities an der TU Berlin zu setzen.

„Ich gehöre zur Generation der ‚Digital Natives‘“, sagt Anne Luther, „und mir fehlten in meiner Wissenschaft neue Technologien und digitale Werkzeuge für die Analyse, Visualisierung und die interdisziplinäre Vernetzung der komplexen Daten, die unsere Feldforschung in den Kunst- und Kulturwissenschaften, den Sozialwissenschaften, der Geschichte, der Psychologie und anderen Disziplinen liefert.“ Nach ihrem Studium in Deutschland und England promovierte sie am Central Saint Martins College of Art and Design der University of the Arts in London. Sie forschte über den New Yorker Kunstmarkt und erhielt ein Forschungsstipendium am Center for Data Arts, The New School, in New York im Bereich „Software Engineering and Design“. „Was ich dort vorfand, war wie ein Erweckungserlebnis“, sagt sie. Die Forschung in den USA sei in der Technologieentwicklung für die Visualisierung von digitalen Daten ein etabliertes und innovatives Feld. „Als man mich fragte, welches Produkt ich entwickeln möchte, war mir sofort klar: eine Software zur Visualisierung und Analyse von qualitativen Daten, wie Interviews, Transkripte, Bilder oder Videos. So entstand ,The Entity Mapper‘.“

Gemeinsam mit dem Programmierer Noah Pedrini und der Designerin Ann Yi begann sie, eine Software zur Visualisierung qualitativer Daten aus der Feldforschung über den Kunstmarkt zu konzipieren. „Forscherinnen und Forscher aus aller Welt sollten Zugriff auf den Quellcode der Software haben, um global und interdisziplinär kooperieren und Zusammenhänge herstellen zu können, die ohne die neue Visualisierungssoftware gar nicht zutage kommen. So entschied ich mich für ein Open-Source-Programm.“ Die Software visualisiert Datensätze, die mit der Software „Atlas.ti“ zuvor analysiert wurden. „Die zugrunde liegende Software sollte bekannt und leicht zugänglich sein, um möglichst viele Forschende weltweit einbinden zu können.“ Die Software „Atlas.ti“ dient der qualitativen Analyse von Text-, Grafik-, Audio- und Video-Daten und wurde von einem TU-Alumnus, Dr. Thomas Muhr, entwickelt. Er stellt der TU Berlin bereits seit fast 20 Jahren jährlich kostenlos Lizenzen zur Verfügung, die über das IT-Service-Center „tubIT“ der TU Berlin an die Studierenden weitergegeben werden.
Anne Luther wird zunächst nach New York zurückgehen, um von dort aus die Kooperation mit dem „Translocation“-Cluster am Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne an der TU Berlin weiter voranzutreiben.   

Mehr auf dem YouTube-Kanal @TUBerlinTV

Patricia Pätzold, "TU intern" 10. November 2017

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