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TU Berlin

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Forschung

Hitze, Stürme, Trockenheit

Das Programm „Stadtklima im Wandel“ entwickelt Instrumentarien zur Bewältigung von wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen des Klimawandels – Fördervolumen 13 Millionen Euro

Das Programm „Stadtklima im Wandel“ entwickelt Instrumentarien zur Bewältigung von wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen des Klimawandels – Fördervolumen 13 Millionen Euro
Lupe

Zwei Tage lang dauerte das Kick-off-Meeting des Projekts „Stadtklima im Wandel“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Anfang Juni 2016. Kein Wunder, handelt es sich doch um ein besonders umfangreiches Vorhaben aus vier Verbundprojekten mit rund 30 Teilprojekten, Partnern aus deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen, dem Deutschen Wetterdienst sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen – und einem Fördervolumen von 13 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Sie alle mussten vorgestellt und diskutiert werden.

Gesamtkoordinator und Koordinator für eines der vier Verbundprojekte, selbst wiederum bestehend aus 14 Teilprojekten, ist TU-Professor Dr. Dieter Scherer, Leiter des Fachgebietes Klimatologie am Institut für Ökologie.

„Bereits heute verursachen Starkniederschläge und Stürme, Hitze- und Kältewellen, Trockenperioden und Dürren sowie Episoden mit erhöhter Luftbelastung gravierende wirtschaftliche Schäden und Gesundheitsbelastungen bis hin zu Todesfällen“, erklärt Dieter Scherer die Ausgangslage des Forschungsprogrammes.

„In Großstädten und Stadtregionen konzentriert sich die Bevölkerung, die urbanen Strukturen verändern die atmosphärischen Prozesse. So entsteht ein besonders hoher Handlungsbedarf. Die regionalen Folgen des globalen Klimawandels werden diese Probleme in den nächsten Jahrzehnten weiter verstärken und zusätzliche Anstrengungen erforderlich machen“, so Dieter Scherer. Damit Großstädte und Stadtregionen den Herausforderungen von heutigen und zukünftigen Klimabedingungen und Luftbelastungen begegnen können, will das Forschungsprogramm „Stadtklima im Wandel [UC]²“ („Urban Climate under Change“) in den kommenden drei Jahren ein wissenschaftlich fundiertes, praxistaugliches Instrumentarium entwickeln.

Für Großstädte wie Stuttgart, Hamburg oder Berlin sollen sogenannte gebäudeauflösende Stadtklimamodelle entwickelt werden. „Für die Planung von Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung des Stadtklimas, zum Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Luftreinhaltung sind sogenannte mikroskalige und lokalskalige Prozesse äußerst wichtig. Sie spielen sich in und um Gebäude und Straßenschluchten sowie in Stadtquartieren ab. „Bisher verfügbare Stadtklimamodelle sind zu grobmaschig oder decken nur kleinere Stadtgebiete ab. Sie können nicht an großräumige numerische Modelle gekoppelt werden, wie sie in der Wettervorhersage oder für regionale Klimaprojektionen zum Einsatz kommen“, so Scherer.

Um die Leistungsfähigkeit eines gebäudeauflösenden Stadtklimamodells zu testen und zu beurteilen, werden umfassende Daten zu Wetter, Klima und Luftqualität in Großstädten benötigt. Solche Daten, insbesondere für mehrjährige oder gar jahrzehntelange atmosphärische Langzeitbeobachtungen in Städten, sind bis heute nur begrenzt verfügbar. Die verfügbaren Daten sollen daher aufbereitet, fehlende Daten über Langzeitmessungen und Intensivmesskampagnen neu erhoben und verbesserte Konzepte und Analysewerkzeuge entwickelt werden. Natürlich muss ein neues Stadtklimamodell vor allem praxistauglich sein. Es muss belastbare Aussagen für viele konkrete Anwendungen ermöglichen sowie möglichst geringe Anforderungen an die Rechnerinfrastruktur und Fachkenntnisse der potenziellen Nutzerinnen und Nutzer stellen. Ausgewählte Anwendungsbeispiele und Nutzerkreise werden dementsprechend direkt in die Modellentwicklung und Messdatenerhebung integriert.

Blauer Kompass für KiezKlima

Unter dem Motto „Blauer Kompass – Anpassungspioniere gesucht“ zeichnete das Umweltbundesamt am 21. Juni 2016 vier lokale Anpassungsmaßnahmen aus, mit denen klimawandelbedingte Risiken gemindert und Chancen des Klimawandels genutzt werden. Geehrt wurde auch das Projekt KiezKlima, das seit Oktober 2014 im Brunnenviertel aktiv ist. KiezKlima, an dem das TU-Fachgebiet Klimatologie beteiligt ist (siehe Artikel oben), will mit den Bereichen Klimaanpassung und Quartiersmanagement die bereits etablierten Strukruren und Netzwerke für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen der Klimaanpassung nutzbar machen. Gefördert wird KiezKlima durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Beteiligt sind außerdem die L. I. S. T. GmbH sowie die Senatsver-waltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die degewo sowie weitere Partner.
www.kiezklima.de



Patricia Pätzold, "TU intern" 22. Juli 2016

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