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TU Berlin

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Forschung

Science-Fiction war gestern

Freitag, 17. Mai 2013

Am "Quality and Usability Lab" wird an interaktiven, durch Gesten gesteuerten Anzeigetafeln geforscht

Lupe

Bisher kennt man solche Situationen vor allem aus Science-Fiction-Filmen: In einer Großstadt geht ein Mensch an einer blinkenden Werbetafel vorbei und plötzlich reagiert diese auf den Menschen, bildet ihn selbst ab, interagiert mit ihm. Doch die interaktiven Bildschirme, Großleinwände und Displays sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Am "Quality and Usability Lab" des Instituts für Softwaretechnik und Informatik der TU Berlin und den Deutsche Telekom Laboratories wird an solcher Interaktivität geforscht.

"StrikeAPose" heißt das System, an dessen Entwicklung der Doktorand Robert Walter arbeitet. An dem Projekt forscht er zusammen mit Prof. Dr. Jörg Müller, Senior Researcher am "Quality and Usability Lab" und Spezialist für Mensch-Computer-Interaktion. Dritter Partner im Projekt ist Gilles Bailly, PhD, aus Frankreich, der sich 2011 als Alexander von Humboldt-Stipendiat am "Quality and Usability Lab" aufhielt. Sie untersuchen konkret, wie Gesten, die vor einer Leinwand ausgeführt werden, dort sichtbar gemacht und in einen anderen Zusammenhang gestellt werden können. Versuche zeigen junge Leute, die mit nur auf der Leinwand sichtbaren Bällen spielen. Ziel ist eine Entwicklung, die beispielsweise in der Werbung genutzt werden kann oder für spontane soziale Interaktionen, öffentliche Diskussionen und Ähnliches.

So könnten etwa große Plakate beim Vorbeigehen automatisch auf Passanten reagieren und sich von ihnen durch Gesten, die in der Luft vollführt werden, steuern lassen. "Mit unserem System werden sich zukünftig alle urbanen Oberflächen in interaktive Anzeigetafeln umwandeln lassen", sagt Robert Walter, der Technische Informatik an der TU Berlin studiert hat. "StrikeAPose" sei ein technisches Konzept, das sich auf verschiedene Oberflächen – von herkömmlichen Straßenplakaten bis hin zu mehrere Stockwerke großen Videotafeln – anwenden lässt: Passanten werden beim Vorbeigehen von dem System als "Controller" registriert, das daraufhin eine gestengesteuerte Interaktion mit den Anzeigeninhalten ermöglicht. Notwendig sind dafür mit entsprechenden Sensoren ausgestattete Kameras, die heute bereits in interaktiven Computerspielen verwendet werden, sowie weitere moderne Displaytechnologien, wie elektronisches Papier, Bildschirmtapeten, biegsame Bildschirme und OLEDs (organic light emitting diode), leuchtende Dünnschichtbauelemente. Sie werden künftig einen kostengünstigen und flexiblen Einsatz großflächiger, interaktiver Bildschirme im urbanen Raum erlauben.

Diese technischen Grundlagen ermöglichen auch in einem anderen Projekt des Labors, "Screenfinity", geleitet von Prof. Dr. Jörg Müller, dass zum Beispiel eine Werbebotschaft auf einer längeren Plakatwand gewissermaßen mit dem Vorbeigehenden "mitwandert". Die Geschwindigkeit und Größe der dargestellten Laufschrift passt sich dabei automatisch dem User-Verhalten an. Science-Fiction war gestern.

www.qu.tu-berlin.de
www.rwalter.de

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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