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TU Berlin

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Forschung

Kartoffeln unter Hochspannung

Freitag, 17. Mai 2013

Rohstoffe ressourcenschonend produzieren

Lupe

Schutz, Veränderung und Weiterentwicklung von Lebensmitteln und Rohstoffen sind wichtige Themen in der Lebensmitteltechnologie. Gleichzeitig müssen die Forscherinnen und Forscher die Akzeptanz der Prozesse durch die Konsumenten im Auge behalten sowie auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sehen. Durch die Behandlung biologischer Rohstoffe mit Hochspannungsimpulsen ist nun einem Forscherteam um Prof. Dr. Dietrich Knorr vom TU-Fachgebiet Lebensmittelbiotechnologie und -prozesstechnik die Entwicklung einer Technologie gelungen, die die angesprochenen Themen vereint.

Sie behandeln Zellen mit Hochspannungsimpulsen und verändern so kurzzeitig die Membranoberflächen. Beispielsweise werden dadurch Zellporen erweitert, was unter anderem die Transportvorgänge in den Zellen verbessert. Auch Zellinhaltsstoffe können leichter freigesetzt werden, Substanzen besser aufgenommen sowie schädigende Mikroorganismen abgetötet werden. Die Forschung wurde unter anderem von der Europäischen Union und dem Forschungskreis der Ernährungsindustrie e. V. unterstützt.

Die neue Technologie wurde in einem Projekt mit einem Industriepartner angewendet und weiterentwickelt. Finanziert wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dabei ging es um die Kartoffelstärkeproduktion, ein Prozess, der sehr energieintensiv ist und einen enorm hohen Wasserverbrauch hat. Stärke wird nicht nur im Nahrungsmittelsektor verwendet, sondern findet auch eine umfangreiche Anwendung in der Industrie, zum Beispiel in Papierfabriken, Textilunternehmen und bei Herstellern von Binde- und Klebemitteln. Das bei der Verarbeitung anfallende Kartoffelfruchtwasser wird heute in verschiedenen Prozessschritten verarbeitet, um daraus Kartoffeleiweiß zu gewinnen, das derzeit vorwiegend als Viehfutter Verwendung findet. Am Fachgebiet laufen Untersuchungen zur Nutzung des Kartoffelproteins für die menschliche Ernährung. Durch den kombinierten Einsatz von elektrischen Hochspannungsimpulsen und bestimmten Enzymen könnte der Verbrauch an Wasser und Energie in diesem Prozess erheblich gesenkt werden. Absolventen des Fachgebietes haben eine Pilotanlage am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik zu einer industriellen Anlage (50 t/h) weiterentwickelt, die für die Pommes-Produktion verwendet wird. Der aufgenommene Fettgehalt kann durch die neue Technik verringert und die Schneideenergie zur Zerkleinerung der Kartoffeln um 50 Prozent gesenkt werden.

www.foodtech.tu-berlin.de

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 5/2013

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