TU Berlin

TUB-newsportaltui0413: Ein Campus spart Energie

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Forschung

Ein Campus spart Energie

Freitag, 12. April 2013

Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof geht als energieeffizienter Standort voran

Der Blick auf Adlershof aus der Vogelperspektive
Lupe

Berlin-Adlershof ist einer der erfolgreichsten Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandorte Deutschlands und genießt international ein hohes Ansehen. Mit einer Fläche von 467 Hektar gehört dieser Standort zu den größten innerstädtischen Entwicklungsgebieten Europas – rund 21 000 Menschen arbeiten und studieren derzeit hier. Der Energiebedarf ist hoch. Nun wollen die örtliche Betreibergesellschaft – die Wista Management GmbH – die TU Berlin und der lokale Strom-und-Wärme-Versorger BTB für das gesamte Projektgebiet ein Energiekonzept entwickeln, das modernste Energieeffizienzmaßnahmen integriert und möglichst alle Standortpotenziale ausschöpft.

Rund 866 Unternehmen und 17 wissenschaftliche Einrichtungen aus den Bereichen Biotechnologie, Photovoltaik, Optik, Informationstechnologie, Mikrosystemtechnik und anderen haben sich bisher hier angesiedelt. Einige davon haben einen sehr hohen Energiebedarf. Bis 2020 sollen auf weiteren, derzeit unbebauten Arealen Gewerbeflächen entstehen und weitere Nutzer angesiedelt werden. Dadurch wird sich der Energiebedarf nahezu verdoppeln.

„Unser übergeordnetes Ziel ist es, für den Standort Berlin-Adlershof ein Energiekonzept zu erstellen, das eine Senkung des Primärenergiebedarfs um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu einer Fortschreibung des derzeitigen Trends bewirkt“, erläutert Beate Mekiffer, die Leiterin des Gesamtprojekts von der Wista Management GmbH. Dieses ehrgeizige Ziel wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen der Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ (EnEff:Stadt) unterstützt. Im Juni 2013 wird die zweijährige Konzeptphase abgeschlossen sein. Das Konsortium hofft für die folgenden fünf Jahre auf Förderung für die Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen. Von den Konzepten und Erfahrungen könnten auch weitere Stadtentwicklungsgebiete und Produktionsstandorte profitieren, wie die ehemaligen Berliner Flughafenstandorte Tempelhof und Tegel.

Den Forschungsbedarf stellt Prof. Dr.-Ing. Felix Ziegler, Leiter des Fachgebiets Maschinen- und Energieanlagentechnik, der das Projekt seitens der TU Berlin koordiniert, dar: „In diesem Projekt können wir weitergehende – bisher noch nicht ausreichend erprobte – Maßnahmen austesten. Diese konnten wegen des meist hohen Zeitdrucks von Planungsprozessen und des damit verbundenen Risikos bisher nicht ergriffen werden.“ Um die vorhandenen Energieeinsparpotenziale des Standorts mit innovativen Technologien zu erschließen, bringen insgesamt neun Fachgebiete der TU Berlin und das Zentrum Technik und Gesellschaft ihre Expertise ein. Dabei geht es um die Reduktion des Energiebedarfs durch gebäudebezogene Maßnahmen in Architektur, Gebäude- und Betriebstechnik. Beispiele sind effizientere Kühltechnologien, Beleuchtungssysteme und Klimatisierungsverfahren. Vor allem aber geht es darum, Synergien zu nutzen, die sich durch die Vernetzung mehrerer Liegenschaften ergeben. Vor allem Kältenetze beziehungsweise die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung ermöglichen es, mittels intelligenter Speichertechnologien und einer angepassten Netzstruktur Abwärme oder Kälte, die an einem Standort anfallen, an einem anderen zu nutzen. Neben technischen Fragen sind hier auch rechtliche Aspekte zu klären sowie die Frage nach künftigen Betreibermodellen, also wer für den Betrieb derartiger Netzstrukturen verantwortlich ist.

Voraussetzung für die Umsetzung von Maßnahmen, die mehrere Liegenschaften betreffen, ist die umfassende Akzeptanz bei Investoren oder Geschäftsführern ebenso wie bei den Gebäudemanagern, die sicherstellen wollen, dass der ordnungsgemäße Betrieb in dem Unternehmen oder Forschungsinstitut nicht gefährdet wird. Von einigen Maßnahmen sind außerdem auch diejenigen direkt betroffen, die die Gebäude nutzen, also Beschäftigte oder Studierende. Für das Projekt, das für Untersuchungen zur Akzeptanz und die Durchführung von Partizipationsmaßnahmen zuständig ist, angesiedelt am Zentrum Technik und Gesellschaft, war es daher sehr wichtig, die Vorstellungen dieser unterschiedlichen Zielgruppen in die Planungsphase einzubeziehen.

Prof. Dr. Dr. Martina Schäfer, Zentrum Technik und Gesellschaft, Dr. Anja Hanßke, Fachgebiet Maschinen- und Energieanlagentechnik / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2013
Lupe

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe