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TU Berlin

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Forschung

Im Schutz des Schnees

Freitag, 22. Februar 2013

Wissenschaftler erkundeten auf dem Tibet-Plateau den Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze

Der See Manasarovar ist in vielen Religionen Asiens heilig, so wie die Berge in seiner Umgebung
Lupe

Unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Scherer (Fachgebiet Klimatologie) ist es Wissenschaftlern gelungen, einen Zusammenhang zwischen Monsun und Gletscherschmelze aufzudecken. Setzt der indische Sommermonsun früh ein, so führt der daraus resultierende frühzeitige Schneefall dazu, dass die Gletscher zur Zeit der stärksten Sonneneinstrahlung bereits schneebedeckt sind. „Das ist ein neuer Befund“, sagt Fabien Maussion, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, „der ohne die simulierten Niederschlagsdaten aus dem TU-Fachgebiet Klimatologie nicht möglich gewesen wäre.“ Die Schneedecke reflektiert dank ihrer weißen Oberfläche einen Großteil der einfallenden Strahlung, sodass weniger Energie für die Gletscherschmelze zur Verfügung steht. Der Schnee schützt den Gletscher vor der Sonne.

Die Untersuchungen fanden im Rahmen des von Dieter Scherer geleiteten Forschungsvorhabens „Variabilität und Trends der Wasserhaushaltskomponenten in Benchmark-Einzugsgebieten des Tibet-Plateaus“ (WET) statt. In diesem vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekt von sechs deutschen Universitäten erforschen Meteorologen, Glaziologen und Hydrologen in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern, wie die erst in jüngster Zeit beobachteten Veränderungen der Wasserverhältnisse auf dem Tibet-Plateau zu erklären und wie sie insbesondere mit dem Monsun gekoppelt sind.

Zum groben Befund der sich ändernden Wasserverhältnisse auf dem Tibet-Plateau gehören schmelzende Gletscher, tauende Permafrostböden sowie sinkende oder steigende Wasserspiegel der abflusslosen Seen. „Hinzu kommt, dass sich keine einfachen Zusammenhänge der Art herstellen lassen, dass zum Beispiel ausschließlich schmelzende Gletscher die Seespiegel ansteigen lassen“, sagt Maussion.

Die Wissenschaft steht vor vielen Fragen – etwa, ob ein regenreiches Jahr in Indien auch ein regenreiches in Tibet zur Folge hat, ob ein feuchtes, kaltes Jahr die Gletscher weniger schmelzen lässt und warum die Schwankungen zwischen sehr feuchten und sehr trockenen Jahren so extrem sind. Der Part der TU-Wissenschaftler ist die atmosphärische Modellierung. „Auf dem Tibet-Plateau gibt es nur wenige Wetterstationen, die lange Zeitreihen liefern. Außerdem liegen diese Stationen meist deutlich tiefer als die zu untersuchenden Gletscher. Sie geben also keine Auskunft über die Bedingungen in höheren Regionen, aber es gibt Satellitendaten, die die Großwetterlage wiedergeben. Aus den großskaligen Informationen errechnen wir mit unserem numerischen Modell unter anderem Temperatur, Niederschlag, Druck, Feuchtigkeit und Windgeschwindigkeit für ein kleineres Gebiet mit einer hohen räumlichen Auflösung von zehn Kilometern. Wir können das für einen bestimmten Tag rückwirkend für den Zeitraum 2001 bis 2011 tun“, erklärt Fabien Maussion, Koordinator des WET-Projektes. „Oder, wie wir sagen – reanalysieren“, ergänzt die Meteorologin Julia Curio. Das Modell schließt die Datenlücke und gewährleistet, dass die Daten in der nötigen räumlichen und zeitlichen Auflösung zur Verfügung stehen.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2013

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