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TU Berlin

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Forschung

Senioren testen Technik für alle

Montag, 28. Januar 2013

Die „Senior Research Group“ an der TU Berlin stößt altersgerechte Veränderungen neuer Produkte an

Mobilitätsforschung ist ein Schwerpunkt für die Unterstützung im Alltag älterer Menschen
Lupe

Winzige Tasten auf dem Handy, komplizierte Bedienungsanleitungen für DVD-Player oder schwer zu bedienende Fahrkartenautomaten können besonders für ältere Menschen äußerst hinderlich sein. „Die Bedürfnisse der älteren Generation, auch bei körperlichen Einschränkungen, werden bei der Gestaltung von technischen Geräten leider viel zu wenig berücksichtigt“, sagt Mandy Töppel, die Koordinatorin der Senior Research Group (SRG) an der TU Berlin. „Dabei sind Senioren oft begeisterte Nutzer, wenn sie die Funktionsweise der Geräte verstanden haben“, fährt die Techniksoziologin fort.

Die SRG besteht aus rund 15 Rentnerinnen und Rentnern. Sie kommen aus den Berufsbereichen Medizin, Architektur, Ingenieurwissenschaften und Sozialarbeit. Die Gruppe arbeitet daran, technische Produkte und damit zusammenhängende Dienstleistungen aus Sicht der „Generation 55+“ zu optimieren. „Wir sehen uns als Mittler zwischen Unternehmen und älteren Nutzern“, sagt der 76-jährige Diplom-Ingenieur für Verfahrenstechnik Dr. Detlef Gühmann, der bereits seit zehn Jahren dabei ist.

Hervorgegangen ist die Senior Research Group aus dem interdisziplinären Forschungsprojekt SENTHA (Seniorengerechte Technik im häuslichen Alltag), das im Jahr 2001 an der TU Berlin ins Leben gerufen wurde. Damals testete die SRG unter Leitung des TU-Fachgebiets für Arbeitswissenschaften und Produktergonomie überwiegend Technik für den Haushalt, medizinische Geräte und Handys. Für die Stiftung Warentest wurden Audio- und Videogeräte auf ihre Benutzerfreundlichkeit hin untersucht. Seit April 2011 wird die Senior Research Group durch das Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin betreut. Besonders im Fokus steht dabei unter anderem das Thema Mobilität. Am ZTG testet und bewertet die SRG innovative Produkte und Technologien und gibt Anstöße für Veränderungen in Design, Ausstattung, Konzept und Produktphilosophie.

Nun steht erstmalig auch die Mitwirkung an Forschungsprojekten im Mittelpunkt. „Wir machen beispielsweise Probefahrten mit Elektroautos und den rollerähnlichen Dreirädern Trikkes“, so Detlef Gühmann. Außerdem sind die Mitglieder der SRG an drei Forschungsprojekten, die mobile Navigations- und Informationssysteme entwickeln, als Tester beteiligt.

Die Mitglieder der Gruppe wünschen sich allerdings, künftig früher in die Produktionsphase von technischen Geräten einbezogen zu werden: „Oft bekommen wir eine fertige Lösung auf den Tisch, wenn die Entwicklung bereits abgeschlossen ist“, sagt Ingrid Hörmann, 69, Diplom-Wirtschaftlerin. Damit die Ergebnisse ihrer Tests und ihrer Ideenfindung auch in die Produkte mit einfließen können, möchte die SRG Produktentwickler auf sich aufmerksam machen.

Beim Umgang mit den technischen Geräten haben die Senioren auch die Nachhaltigkeit im Auge: „Wir fragen uns immer, wie groß der ökologische Fußabdruck eines Gerätes oder Fahrzeugs ist“, sagt der 72-jährige Jürgen Leskien, ehemaliger Flugzeugführer und Autor.

Die SRG hält eine Zusammenarbeit der Forschungsinstitute mit ähnlichen Forschungsschwerpunkten für sinnvoll: „Ich bin überrascht, wie wenig diese Gruppen in der Forschung miteinander vernetzt sind, obwohl die Vernetzung eine zentrale Rolle spielt“, betont Heinrich Suhr, 79, Architekt und Stadtplaner.

Besonders wichtig ist es für die Senior Research Group auch, die Zusammenarbeit mit Professoren und Studierenden zu intensivieren. Sie würden sich daher nicht nur über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter freuen, sondern auch über die Mitarbeit an neuen spannenden Projekten.

www.srg-berlin.de

Agnieszka Asemota / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2013

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