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TU Berlin

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Forschung

Maschinengeflüster – wenn Dinge miteinander sprechen

Montag, 28. Januar 2013

Über funkende Teppiche, kluge Straßenlaternen und intelligente Automaten

Thomas Magedanz untersucht mit seiner Arbeitsgruppe die Kommunikation zwischen Maschinen und Geräten
Lupe

Sie sind präzise und effizient, wir des Öfteren mal ungenau und verplaudert. Wir machen Fehler. Sie auch? Wenn die Rede von Menschen und Maschinen ist, landet man schnell bei Hollywoodfilmen wie Matrix, Terminator oder Wall-e – bei Szenarien von unfähigen Menschen, die von smarten Maschinen unterworfen werden. Wenn Hakan Coskun und Sebastian Wahle von Maschinen sprechen, hört sich das ein wenig optimistischer an: Die beiden Wissenschaftler reden dann von Smart Cities, E-Health oder Verkaufsautomaten, die ihre Schokoriegel eigenständig nachbestellen.

„Wo Routinearbeiten von Maschinen übernommen werden können, führt das zu Effizienzsteigerung und geringeren Kosten“, sagt Dr. Sebastian Wahle vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS). Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Magedanz, Leiter des Fachgebiets „Architektur der Vermittlungsknoten – AV“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin, forscht er gemeinsam mit seinem Kollegen Dipl.-Ing. Hakan Coskun an der Kommunikation zwischen Maschinen (M2M).

Die Forscher arbeiten an einer Plattform, die es den Maschinen erleichtern soll, miteinander zu kommunizieren und Daten zu interpretieren. „Wir haben überall Informationen, Daten und Abläufe. Wenn man sie automatisiert und Maschinen integriert, kann man diese Prozesse viel effizienter gestalten“, sagt Coskun, der derzeit an der Plattform „OpenMTC“ feilt. Damit sollen Sensoren und Aktuatoren auf der einen Seite über Gateways, UMTS- oder DSL-Verbindungen und Middleware-Dienste mit Anwendern auf der anderen Seite verknüpft werden. So kann zum Beispiel ein Ablesedienst über Mobilfunk-Netztechnologien einen Sensor am Heizkörper aus der Ferne auslesen.

„OpenMTC“ ist keine Einzellösung für einen bestimmten Dienst, sondern eine Speicher- und Sammelstelle für Daten aus verschiedensten Branchen: von Temperaturmesswerten oder Herzfrequenzen aus der Medizin über die energiesparende Straßenlaterne, die sich je nach Wetter und Jahreszeit ihr Licht dimmt, über das Auto, das bei einem Unfall automatisch den Schaden übermittelt, bis hin zum Teppich, der den Rettungsdienst ruft, wenn ein alter Mensch gestürzt ist. „Wir arbeiten an den Stellschrauben der Kommunikation, nicht an den Inhalten“, sagt Wahle.

Smarte Städte, kluge Stromnetze und der Teppich als Lebensretter – die Dinge werden intelligent. Aber ist der funkende Perserteppich ein Beispiel für den Fortschritt oder doch eher eines für den Rückschritt einer Gesellschaft, der menschliche Nähe fehlt und die dies mit Hilfe von Maschinen ausgleichen muss? Zu früh die Sinnfrage zu stellen bremse das Innovationspotenzial, bevor man überhaupt wisse, wofür es gut sei, sagt Coskun. „Die Gesellschaft will doch grüner werden, Ressourcen sparen und energieeffizienter werden. Dafür müssen wir uns mit solchen Fragen auseinandersetzen, Dinge in Echtzeit überwachen und die Daten miteinander verknüpfen“, sagt Coskun. Hier sei auch ein interdisziplinärer Forschungsansatz nötig, insbesondere auch zwischen den Informatikern beziehungsweise Ingenieuren und Experten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, sagt Sebastian Wahle. „Je mehr Technik wir verwenden, desto angreifbarer machen wir uns in jede Richtung. Diese Tür öffnet man, sobald man elektronische Systeme schafft: Es ist ein ewiger Kampf zwischen Sicherheitsexperten und der Dark Side.“ Beide sind überzeugt davon, dass Datenschutz, die Standardisierung dieser Prozesse und der richtige Umgang mit gesammelten Daten derzeit die größten Herausforderungen sind. Obwohl für eine effiziente Maschine-zu-Maschine-Kommunikation eine Menge von Informationen gespeichert und ausgewertet werden muss, lauere hinter diesem Konzept nicht Big Brother, so die Forscher: „Wenn ich weiß, wer meine Daten nutzt und wozu er das tut – und ich davon auch einen konkreten Nutzen habe oder das Ganze anonym abläuft, dann bin ich gerne bereit, Zugriff auf meine Daten zu erlauben.“

Susanne Hörr / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2013

Gastprofessur in Chile

Mit der dreitägigen Vortragsreihe „Next Generation Network to Future Internet Evolution“ über die Kommunikationsbedürfnisse einer „Smart City“ trat Prof. Dr. Thomas Magedanz im November 2012 eine Gastprofessur in Chile an. Thomas Magedanz, der außerdem eine Gastprofessur in Kapstadt, Südafrika hält, ist Leiter des TU-Fachgebiets „Architektur der Vermittlungsknoten-AV“ an der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik. Die Vorträge am Fachbereich „Physical and Mathematical Sciences“ der Universität von Chile in Santiago de Chile für Master-Studierende, Doktoranden und Doktorandinnen werden zunächst bis 2015 jährlich fortgesetzt. Chile sei sehr interessant für die deutsche Telekommunikations- und IuK-Forschung, so Magedanz. Es besitze einen kleinen, aber sehr wettbewerbsorientierten, an der Einführung technologischer Neuerungen interessierten Telekommunikations-, Unterhaltungs- und IuK-Markt.

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2013

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