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TU Berlin

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Die Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik

Den Fokus scharf stellen

Freitag, 12. Oktober 2012

Anja Feldmann, Dekanin der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik, über das neue Forschungsprofil der Fakultät und die Etablierung interdisziplinärer Allianzen in dynamischen „Labs“

Anja Feldmann, Ph.D., ist Informatikerin und Inhaberin einer Stiftungsprofessur der Deutsche Telekom Innovation Laboratories an der TU Berlin sowie Dekanin der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik. Sie leitet das TU-Fachgebiet „Intelligente Netze und
Lupe

Frau Prof. Feldmann, derzeit arbeitet die TU Berlin an ihrer strategischen Neuausrichtung, „Key Application Areas“ entstanden als Teil eines neuen Zukunftskonzepts. Aber auch in den Fakultäten ist Aufbruchstimmung zu spüren. Was haben diese Entwicklungen in der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik bewirkt?

Als Fakultät haben wir einen Blick auf uns selbst geworfen und diesen Prozess genutzt, um unser eigenes Profil zu schärfen. Wir überprüften dazu auch unsere Forschungsausrichtung, die sich bisher aus den stärksten Disziplinen innerhalb unserer Institutsstruktur ergab. Wir wollten unsere Kompetenzen jedoch künftig über Institutsgrenzen hinweg bündeln, und so galt es, hier Strukturen aufzubrechen. Ergebnis sind sechs interdisziplinäre Schwerpunkte, die heute unseren Forschungsfokus markieren und drei zentrale Ziele adressieren: zum einen die Annahme gesellschaftlicher Herausforderungen – ganz deutlich in unseren Schwerpunkten „Sustainable Energy Systems & Mobility“ oder „Data Analytics & Cloud“, zum anderen die Darstellung unserer Stärken in den Bereichen „Cognitive Systems“, „Future Internet & Media Technology“ oder „Integration Technology & Photonics“. Zudem ging es uns um einen fachübergreifenden Schulterschluss unserer Wissenschaftler wie bei unserem Schwerpunkt „Cyber-Physical Systems“. Im Zuge dieser Neuausrichtung war uns aber ebenso wichtig, einen Beitrag für „das Ganze“ zu leisten und konstruktiv am universitätsweiten Diskussionsprozess teilzunehmen. Dabei stellten wir fest, dass sich die Fakultät umfangreich in den strategischen Schwerpunkten der TU Berlin wiederfindet.


Wie setzt Ihre Fakultät diesen neuen Fokus um?

Wir entwickelten nicht nur sechs Forschungsschwerpunkte, sondern sechs interdisziplinäre Allianzen, die wir „Labs“ nennen. Dort führen wir unsere Fachgebiete gezielt zusammen, um ein offenes, dynamisches Umfeld zu schaffen, das Austausch und Kooperation fakultätsweit stärkt. Jedes Fachgebiet konnte sich mehreren Labs anschließen und erste Beiträge zur Feinjustierung der Themen und Arbeitsprozesse leisten. Doch das ist nur ein erster Schritt – jetzt gilt es, die Labs mit Leben zu füllen. Erste Workshops fanden bereits statt, aber ich erwarte viele weitere Aktivitäten, Seminarserien oder Treffen von Kollegen und Doktoranden. Weiterhin erwarte ich, dass sich die Labs als ideale Katalysatoren für Gemeinschaftsprojekte etablieren.


Wo sehen Sie konkrete Vorteile für Ihre Fakultät?

In der Forschung haben wir jetzt eine Profilschärfung, die unsere gebündelten Stärken betont, Gesellschaftsfragen deutlicher adressiert und so die internationale Sichtbarkeit fördert. Außerdem gibt es nun einen natürlichen Kristallisationspunkt für Forschungsallianzen und Kooperationen unter den Fachgebieten. Besonders vorteilhaft dafür ist die Flexibilität, die die Labs mitbringen. Es sind neue, dynamische Strukturen, die uns ermöglichen, weiterhin aktuelle Entwicklungen aufzugreifen. Zudem fördern die Labs Interdisziplinarität in allen Bereichen der Fakultät, das heißt, sie bereichern ebenso unser Angebot in Studium und Lehre. Aber auch über Fakultätsgrenzen hinaus können sie neue Ideen anstoßen.


Welche neuen Impulse können die Labs für Studium und Lehre setzen?

Die Labs sollen nicht nur Impulse liefern, sondern konkrete Inhalte. Wir erwarten eine noch stärkere Fokussierung, um besonders forschungsnahe Lehrveranstaltungen und Projekte anzubieten. Zudem bietet sich eine Synchronisierung der Studienschwerpunkte mit den Lab-Themen an, wobei es bereits deutliche Entsprechungen gibt, die wir ausbauen möchten (Anm. der Red.: siehe Artikel „Forschungsnahe Lehrangebote“).


Spielt Qualitätssicherung bei der Ausrichtung der Labs eine Rolle?

Unsere Labs sind dynamisch und flexibel. Und so wollen wir regelmäßig internes sowie externes Feedback einholen. Denn nur, wenn wir unseren Fokus stets scharf stellen und unsere Schwerpunkte überprüfen, können wir dauerhaft erfolgreich die drängenden Fragen der Zukunft angehen.

Die Fragen stellte Mona Niebur

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

Die neuen Labs

Cognitive Systems

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Heute können auch technische Systeme mit Fähigkeiten der Wahrnehmung ausgestattet werden und Handlungen vollziehen. Als kognitive Systeme ermöglichen sie völlig neue Anwendungsszenarien, die die Technologien der Nachrichten- oder Medientechnik, Telekommunikation oder medizinischen Diagnose und Rehabilitation auf neue Ebenen heben. Über 20 Fachgebiete der Fakultät haben sich jetzt zum Lab zusammengetan und Kompetenzen gebündelt. Sie wollen aus neuen Erkenntnissen zu Wahrnehmung und Verhalten des Menschen ein einheitliches Konzept kognitiver Systeme entwickeln und neuartige Roboter, 3-D-Displays, virtuelle Umgebungen und Brain-Computer-Schnittstellen auf den Weg bringen.

Data Analytics & Cloud

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Das Cloud-Modell und seine elastische Bereitstellung virtualisierter Ressourcen stellt das Design sowie den Betrieb von IT-Systemen vor große Herausforderungen. Mit der Vernetzung von Datenbanken, Sensornetzen, Intranets oder dem Web innerhalb einer Cloud entstehen heute Datenmengen im Petabyte- oder Exabyte-Bereich. Eine Analyse der vielen Texte, Bilder, Video- oder Audiodaten auf klassische Weise ist nicht mehr beherrschbar. Hier sind Lösungen gefragt – Grund genug, ein Lab zu gründen, wo Wissenschaftler interdisziplinär neue Wege für die Datenanalyse entwickeln und dafür Anwendungsdomänen wie Informationsmarktplätze oder Smart Grids in ihren Fokus nehmen.

Integration Technology & Photonics

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Eine multifunktionale Mikroelektronik vermag zentrale gesellschaftliche Problemfelder der Gesundheit, Energie, Mobilität oder Kommunikation zu adressieren. Voraussetzung dafür sind neuartige Hardware-Herstellungstechnologien. Die Fakultät verfügt über eine einmalige Expertise in der Mikrointegration elektronischer und photonischer Komponenten. Dieses Lab spannt den Bogen von der Verwirklichung modernster Technologien zur 3-D-Integration im Mikro- und Nanometerbereich bis zur Entwicklung von Technologieplattformen, deren Fokus auf breitbandiger, drahtloser und photonischer Kommunikation sowie der Sensorik liegt.

Cyber-Physical Systems

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Über 95 Prozent aller Computerchips weltweit sind heute in Geräten eingebettet. Sind sie zudem online vernetzt, verschmelzen physikalische und virtuelle Welt zu „Cyber-Physical Systems“ – neuartig interagierende Systeme zur Erneuerung von Automobilindustrie, Verkehr, Medizin, Telekommunikation oder Energietechnik. Zahlreiche Fachgebiete der Fakultät arbeiten nun als Lab gemeinsam an der Weiterentwicklung von Cyber-Physical Systems, mit Fokus auf Energieverbrauch sowie Qualitätssicherung, und entwickeln eine neue kooperative Infrastruktur für Projekte und Austausch.

Future Internet & Media Technology

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Während die Ansprüche an die Medientechnologie rasant steigen und das Datenvolumen weltweit in die Höhe schnellt, sind die Grenzen des technisch Möglichen im heutigen Internet bereits in Sicht. Wissenschaftler dieses Labs haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, gemeinsam das „Internet der Zukunft“ neu zu entwerfen, die vielfältigen Technologien rund um Nachrichtentechnik, virtuelle Realität, Multimedia, Computeranimation, Bildverarbeitung, Audio- und Videotechnik und Usability zu innovieren und ihre Ideen dafür zu einer neuen Vision zusammenzuführen.

Sustainable Energy Systems & Mobility

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Die elektrische Energieversorgung ist eine der saubersten Möglichkeiten, Energien über große Entfernungen zu transportieren und zu nutzen. Zur Weiterentwicklung dieses energiepolitisch zentralen Technologiefeldes erforscht das Lab nicht nur neue Wege der Stromerzeugung durch Wind- oder Solarenergie, sondern auch stationäre sowie mobile Anwendungen erneuerbarer Energien: effiziente Beleuchtungstechniken, Energiespeicher für Landfahrzeuge und Smart Grids sowie Anwendungen auf Schiffen und Flugzeugen.

www.eecs.tu-berlin.de/menue/forschung

mn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

Daten & Fakten

Studierende

3439 Studierende (Sommersemester 2012)

Drittmittel

2011 > 38,3 Mio. > Platz 1 TU-weit
2010 > 34,2 Mio. > Platz 1 TU-weit
2009 > 25,4 Mio. > Platz 2 TU-weit

S- und Stiftungsprofessuren

12 S-Professuren und 4 Stiftungsprofessuren

Rankings

Hochschulranking des CHE: je ein Platz in der Spitzengruppe in Informatik (2012), Elektrotechnik und Informationstechnik (2010)

Forschungsranking des CHE: je ein Platz in der Spitzengruppe in Informatik (2009), Elektro- und Informationstechnik (2007, Drittmittel je Wissenschaftler deutschlandweit Platz 1)

Sonderauswertung „Vielfältige Exzellenz“ des CHE (November 2011): In Elektrotechnik und Informationstechnik ist die TU Berlin deutschlandweit eine der besten Universitäten.

QS World University Rankings by Subject 2012 for Engineering & Technology: Electrical Engineering (Platz 43, bestplatzierte deutsche Hochschule), Computer Science (unter den Top 100, unter den 3 besten deutschen Hochschulen)

Uniranking 2012
Personalschefs setzten die TU Berlin in den Fächern Informatik und Naturwissenschaften auf Platz sechs, Elektrotechnik auf Platz zehn. (April 2012).

Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 10/2012

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