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TU Berlin

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Forschung

Kampf mit System gegen den Hunger

Freitag, 17. Februar 2012

In der humanitären Katastrophenhilfe bietet die Logistik viel Potenzial, Leid und Elend zu lindern

Waisenkinder in Malawi
Waisenkinder in Malawi sind dringend auf Hilfe angewiesen
Lupe

Zum ersten Mal in der Geschichte stieg die Zahl der Hungerleidenden auf dieser Welt auf über eine Milliarde Menschen. Das war im Jahr 2009. „Es gibt, analytisch betrachtet, zwei Arten von Katastrophen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Helmut Baumgarten, „akute und permanente.“ Die notwendigen Hilfsmaßnahmen unterschieden sich zwar einerseits signifikant, andererseits seien sie sich jedoch verblüffend ähnlich. Während in der kommerziellen Logistik jedes Ersatzteil in beinahe jeden Winkel dieser Welt geliefert und von dort bezogen werde, dauerten im Katastrophenfall in den Entwicklungsländern die Reaktionszeiten, die Informations- und Güterflüsse zu lange, mangele es außerdem an funktionierenden Logistik- und Transportsystemen, an Informations- und Kommunikationssystemen. Anzahl und Wahrnehmung von Naturkatastrophen wie Erdbeben, schweren Unwettern, Dürren und Überschwemmungen hätten spürbar zugenommen. Es sei daher von großer Bedeutung, dort die Potenziale von hilfreichen Methoden und Verfahren aus der Organisation von Wertschöpfungsketten der globalen Logistik für die Katastrophenhilfe zu erschließen, ebenso wie für die langfristige Versorgung, um Leid und Elend der Menschen zu lindern.

Bereits seit 2001 betreut Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Helmut Baumgarten, der Gründer und langjährige Leiter des Fachgebiets Logistik an der TU Berlin, Dissertationen und Projekte zur humanitären Logistik in enger Zusammenarbeit mit der Kühne-Stiftung. Daraus entstand auch das aktuelle Forschungsprojekt „Humanitäre Logistik – Logistik für Hungerregionen Afrikas“, das sich insbesondere mit der langfristigen Verbesserung der Versorgungssituation mit Nahrungsmitteln und Medikamenten befasst. Die erste Phase des Projekts wurde nun erfolgreich beendet, die folgenden Jahre werden der Umsetzung der Erkenntnisse dienen. In der Schriftenreihe „Wirtschaft & Logistik“ erschien jetzt der Band „Humanitäre Logistik – Herausforderungen und Potenziale der Logistik in der humanitären Hilfe“ (ISBN 978-3-87154-454–5), den Helmut Baumgarten zusammen mit seinen Mitarbeitern Jennifer Schwarz und Martin Keßler veröffentlichte. Es fasst die Ergebnisse des Arbeitskreises „Humanitäre Logistik“ zusammen, liefert Expertenberichte sowie „Best-Practice-Beispiele“, die den längst erkannten Schwachstellen der humanitären Logistik entgegenwirken sollen: Die Bedeutung der Logistik wird nicht erkannt, das Personal vor Ort verfügt nicht über logistisches Expertenwissen, etwa vorhandene Technologien werden nicht geeignet eingesetzt, Prozesse nicht systematisch verbessert und das Zusammenwirken der Akteure in der Wertschöpfungskette reicht nicht aus.

www.tu-berlin.de/?id=82249

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

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