direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Forschung

Begradigt, kanalisiert, verschmutzt

Freitag, 17. Februar 2012

In drei Jahren sollen Abschnitte der Panke wieder einen naturnäheren Charakter haben

Die Panke, die dem Berliner Bezirk Pankow seinen Namen gab, soll für Tiere und Pflanzen wieder lebenswert werden, hier ein Abschnitt in Wedding
Lupe

Begradigt, überbaut, kanalisiert und verschmutzt – so beschreibt der Wasserbauingenieur Carsten Lange den Zustand der Panke in Berlin. Kurzum: katastrophal. Aber in drei Jahren, so der wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachgebiet Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung der TU Berlin, soll sich das geändert haben. Dann sollen Abschnitte der Panke insoweit umgestaltet sein, dass sie für Tiere und Pflanzen wieder ein lebenswertes Habitat werden und auch für den Menschen einen Naherholungswert aufweisen.

Die Renaturierung des Gewässers ist Teil des Umweltentlastungsprogramms Berlin. Innerhalb dieses Programms hat nun die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt das Projekt „Einbau leitbildkonformer Ersatzstrukturen in die Panke und Optimierung ihrer Wirksamkeit“ von Prof. Dr.-Ing. Reinhard Hinkelmann, Leiter des TU-Fachgebiets, bewilligt. Auf der Basis moderner biologischer Verfahren und numerischer Modellierungen sollen Renaturierungsmaßnahmen optimiert und in der Praxis getestet werden. Das Vorhaben, an dem neben der TU Berlin fünf weitere Partner beteiligt sind, wird mit 670 000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und mit Landesmitteln gefördert.

Hintergrund für die Renaturierung der Panke ist die seit dem Jahr 2000 geltende Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Diese verpflichtet die Kommunen bis zum Jahr 2015, den chemischen und ökologischen Zustand sämtlicher Gewässer zu verbessern.

„Das Problem der Panke, aber auch anderer Gewässer in urbanen Räumen ist, dass sie im Laufe der Jahrzehnte durch den Menschen so stark verändert worden sind, dass es zu vertretbaren finanziellen Mitteln nicht möglich ist, sie in einen naturnahen Zustand zu versetzen“, erklärt Carsten Lange, der das Projekt koordiniert. Die Panke mäandernd durch Berlin fließen zu lassen sei illusorisch. Deshalb bestünde die Herausforderung darin, Maßnahmen zu finden, die der europäischen Richtlinie nahekommen, also „leitbildkonform“ sind. Lange: „Diese ‚leitbildkonformen Ersatzstrukturen‘ können künstliche Fischunterstände, Röhricht und Längsbänke mit Sandablagerungen und Wasserpflanzen sein. Sie müssen hinsichtlich Herkunft, Material oder Verankerung wichtige ökologische Lebensraumfunktionen erfüllen.“

Die wissenschaftlichen Arbeiten werden an drei Abschnitten der Panke in Wedding vorgenommen – im Bereich der Gerichtsstraße, der Soldiner und der Osloer Straße; insgesamt auf einer Länge von etwa einem Kilometer. Hier sollen bessere Bedingungen für Kleinstlebewesen und Fische geschaffen, die Artenvielfalt erhöht, durch Störsteine und Totholz die Fließgeschwindigkeit an der Flusssohle verringert und die Wasserqualität verbessert werden.

„Das Besondere an unserem Projekt ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der drei Bereiche Gewässer, Ökologie, Landschaftsplanung und Fließgewässermodellierung, die in der Praxis häufig nebeneinander statt miteinander arbeiten.“ Das Projekt ist zudem so angelegt, dass die erprobten Maßnahmen auch als Modell für andere Abschnitte der Panke dienen sollen.

Sybille Nitsche / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 2/2012

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.