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TU Berlin

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Forschung

Das Gehirn hat die besseren Ohren

Freitag, 16. Dezember 2011

Forscher untersuchen vorbewusste Wahrnehmung

"Der Empfang ist schlecht", stöhnen Handybenutzer oft, wenn sie gestört durch Rauschen nur noch Stimmfetzen in der Leitung hören. Auch Probandinnen und Probanden im schalldichten Raum des Quality and Usability Lab der Deutsche Telekom Innovation Laboratories haben nicht immer eine einwandfreie Übertragung.

Im Auftrag der Forschung hören sie kurze Audiosequenzen, die sie an-schließend qualitativ bewerten. Knackt oder rauscht es im Ohr, drückt der Testhörer ein Knöpfchen, das den Forschern der TU Berlin die Wahrnehmung der Störung signalisiert. Ist die Übertragung frei von Störungen, bewerten sie die Qualität als positiv - was nicht immer stimmen muss. Denn neuartige Untersuchungen der Wissenschaftler zeigen: Das sensible Gehirn nimmt mehr wahr, als der Mensch selbst angeben kann.

"Wir untersuchen die sogenannte vorbewusste Wahrnehmung von Störungen bei der Übertragung von Sprache und Audiosignalen", erklärt Prof. Dr. Sebastian Möller, Leiter des Quality and Usability Lab und Wissenschaftler an der TU Berlin, "mit dem Ziel, die Übertragung im Hochqualitätsbereich zu verbessern." Gemeinsam mit Jan-Niklas Antons und Dr. Robert Schleicher prüft er, was seine Probanden unbewusst wahrnehmen, obwohl sie angeben, eigentlich nichts bemerkt zu haben. "Bei unseren Versuchsreihen konnten wir Veränderungen der Gehirnwellen und Unterschiede in den Schwellwerten im Vergleich der bewussten und unbewussten Wahrnehmung feststellen. Das heißt, unsere Forschungsmethode funktioniert", resümiert Schleicher.

Das Einzigartige dieser Methode ist die Kombination der Messungen von Qualität mit der Messung von Gehirnströmen durch die Elektronenzephalografie, kurz EEG. Möller und sein Team arbeiten dabei eng mit den Kollegen aus dem TU-Fachgebiet Maschinelles Lernen von Prof. Dr. Klaus-Robert Müller und mit Wissenschaftlern der Charité zusammen. Ihr Vorhaben ist Teil des mit 5,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "Bernstein Fokus Neurotechnologie - Nichtinvasive Neurotechnologie für Mensch-Maschine-Interaktion", an dem außerdem die Physikalisch-Technische Bundesanstalt Berlin beteiligt ist.

Zur Beurteilung der Übertragungsqualität spielt man den Probandinnen und Probanden klassischerweise eine Audiosequenz vor und arbeitet in diese Daten Störungen ein. Anschließend geben die Probanden Auskunft mit Fragebögen und Bewertungsskalen - eine gängige Methode. Setzt man den Probanden beim Hören aber eine leitfähige EEG-Kappe auf, sieht die Sache anders aus: Die veränderten Hirnströme bilden die Störungswahrnehmungen ab, die von den Probanden nicht unmittelbar wahrgenommen werden können, obwohl sie rückblickend das Qualitätsurteil beeinflussen. So lässt sich ein Meinungsbild ohne direkte Befragung erkennen.

Cathrin Becker / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2011

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