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TU Berlin

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Forschung

Neue Erde in Sicht?

Donnerstag, 14. Juli 2011

Weltraumteleskop CoRoT findet zehn weitere Exoplaneten

Planeten und Teleskop
Bei der Suche nach der zweiten Erde können Wissenschaftler heute nicht mehr von der Erde aus mit Teleskop agieren. Geforscht wird mit Satelliten im Weltraum (Montage)
Lupe

Nicht weniger als zehn neue Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - darunter ein Doppelplanetensystem und einen rund zehn Milliarden Jahre alten Riesenplaneten, doppelt so groß und doppelt so schwer wie Jupiter - präsentierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Europäischen Weltraummission "CoRoT" Mitte Juni in Marseille. Die sogenannten Exoplaneten, Himmelskörper also, die außerhalb unseres Sonnensystems ihre Bahnen um einen Fixstern ziehen, unterscheiden sich unerwartet stark. Einige brauchen Jahre, um ihren Stern zu umrunden, andere benötigen dafür nicht mehr als einen Tag. Einige sind sehr klein verglichen mit unserer Erde, andere sind Gasgiganten, vergleichbar mit unserem Jupiter.

Auf deutscher Seite ist die TU-Astrophysik-Professorin Heike Rauer, gleichzeitig Abteilungsleiterin am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, an der CoRoT-Satelliten-Mission beteiligt. Der Satellit beobachtet per Teleskop mit 27-Zentimeter-Öffnung kontinuierlich zwei bestimmte Regionen des Weltalls. "Die Mission hat durch ihre Entdeckungen den Astronomen in den vergangenen fünf Jahren viele neue und überraschende Einsichten in Funktion und Aufbau unserer Galaxie, der Milchstraße, gegeben", sagt sie. "Damit wurde uns der Weg in eine neue Ära der Astronomie gewiesen. Nun, nachdem wir die Existenz von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachweisen konnten, werden wir uns auf die Charakterisierung der neuen Welten konzentrieren." Seit Beginn der intensiven Planetensuche in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts sind rund 500 Exoplaneten gefunden worden. Die verschiedenen Massen, Größen, Umlaufperioden und Dichten der Himmelskörper werfen Fragen danach auf, wie sie sich entwickeln und was diese Unterschiedlichkeit hervorruft. CoRoT beobachtet eine riesige Menge von Sternen, mehr als 112 000. So könnten Entdeckungen des Weltraumteleskops der Wissenschaft ebenfalls ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Sternentypen ermöglichen, die in der Lage sind, Planetensysteme um sich herum aufzubauen.

Die CoRoT-Planeten werden mit laufenden Nummern bezeichnet. Neu präsentiert wurden auf dem Symposium nun die Exoplaneten CoRoT-16b bis CoRoT-24b und -24c. Die beiden Letzteren bilden ein Doppelplanetensystem. Sie sind etwa ein- beziehungsweise eineinhalbmal so groß wie Neptun und umkreisen ihren Stern in 5,1 beziehungsweise 11,8 Tagen. Besonders interessant ist auch CoRoT-17b: Verschiedenste Lichtkurvenmessungen haben ergeben, dass er etwa jupitergroß ist, seinen Stern in 3,7 Tagen umkreist und sehr alt ist, zehn Milliarden Jahre. Unser Sonnensystem bringt es erst auf vier Milliarden Jahre. Eine weitere Besonderheit der CoRoT-Mission liegt darin, dass zum ersten Mal in der Geschichte sowohl Masse als auch Radius der sogenannten braunen Zwerge bestimmt werden konnten, aber auch gigantische Gasplaneten, ähnlich Jupiter und Saturn, gefunden wurden sowie ein Gesteinsplanet, CoRoT-7b. Ein europäisches Konsortium hat bereits die 470 Millionen Euro teure Nachfolgemission "PLATO" bei der Europäischen Weltraumagentur (ESA) beantragt, die insbesondere näheren Aufschluss über die geologische Beschaffenheit von Sternen und Planeten bringen soll. Die ESA wird im Herbst 2011 entscheiden.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 7/2011

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