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TU Berlin

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Forschung

Es fehlt die Logik

Donnerstag, 14. Juli 2011

Zur Finanzierung außeruniversitärer Forschung

Knut Blind
Knut Blind ist TU-Professor für Innovationsöko- nomie und Leiter der Geschäftsstelle der Experten- kommission Forschung und Innovation (EFI), die die Bundesregierung berät
Lupe

Herr Professor Blind, die Expertenkommission Forschung und Innovation plädiert dafür, die unterschiedliche Finanzierung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen aufzuheben und zu vereinheitlichen. Warum?

... weil es keine Legitimation dafür gibt, dass die Max-Planck-Institute nach einem anderen Schlüssel finanziert werden als die Fraunhofer-Institute, die Helmholtz-Institute oder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft.

Die bisherige Finanzierung ist willkürlich?

Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft werden zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert. Die Helmholtz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft erhalten hingegen 90 Prozent vom Bund und zehn Prozent von den Ländern. Diese Unterschiede haben historische Ursachen und sind nicht mehr logisch begründbar. Eine mehrheitliche Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Forschungseinrichtungen war ursprünglich dann vorgesehen, wenn sie Forschung von gesamtstaatlicher Bedeutung betrieben. Diese Trennung von regionalen und gesamtstaatlichen Interessen ist heute nicht mehr sinnvoll.

Abgesehen von der fehlenden Logik, gibt es denn einen Nutzen, alle außeruniversitären Forschungseinrichtungen gleich zu fördern?

Es gab Fälle, wo Institute von einer Finanzierungsregelung auf eine andere geschoben wurden, weil auf der Länderebene das Geld knapp war. Dahinter verbargen sich politisch motivierte Überlegungen. Um die Finanzierungsstruktur der außeruniversitären Forschungseinrichtungen unabhängig zu machen von politischen, wahlkampftaktischen und strategischen Aspekten, schlug die Expertenkommission vor, alle nach einem Bund-Länder-Schlüssel 70:30 zu finanzieren. Außerdem würde ein einheitlicher Finanzierungsschlüssel die institutionalisierte Zusammenarbeit von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen erleichtern. Bislang kooperieren Unis entweder nur mit 50:50 oder mit 90:10 finanzierten Instituten.

Die Expertenkommission kam auch zu dem Schluss, dass das deutsche Forschungssystem international nicht konkurrenzfähig ist ...

Die Aussage basiert darauf, dass deutsche Wissenschaftler bei den ERC Grants außerordentlich erfolgreich sind, sie sind sogar die erfolgreichsten. Aber von den 273 deutschen Forscherinnen und Forschern, die eine ERC-Förderung bekommen haben, sind 107 im Ausland beschäftigt. Das ist viel. Gründe für die mangelnde Konkurrenz sind bürokratische Prozesse, starre Besoldungsregeln, Verbeamtung von Professorinnen und Professoren und unattraktive Lehrdeputate.

Das Gespräch führte Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 7/2011

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