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TU Berlin

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Standpunkte

Sind unsere Netze fit für alternative Energien?

Dienstag, 05. April 2011

300 000 Euro vom Bundesumweltministerium für neues Forschungsprojekt ReNet

Die Entwicklung erneuerbarer Energien hängt auch vom Trassenausbau ab
Lupe

In der aktuellen energiepolitischen Debatte wird anlässlich des offensichtlich immensen „Restrisikos“ nuklearer Energienutzung und der Auswirkungen fossiler Energien auf das Klima ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien gefordert. Ein zentrales Nadelöhr für einen hohen Anteil erneuerbarer Energien sind jedoch die Leitungsnetze. Sie transportieren Strom, Gas und Wärme zu den Abnehmern und stehen als Verbindungselement im Zentrum einer modernen Energieversorgung. Der Wandel hin zu einer atomkraftfreien, kohlenstoffarmen, auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung stellt neue Anforderungen an den Ausbau und die Modernisierung der Leitungsnetze. Auch der Marktzugang zu diesen Netzen und die Steuerung von Angebot und Nachfrage müssen verbessert und koordiniert werden. Netze sind ein wesentlicher Bestandteil und die Grundvoraussetzung für die Realisierung hoher Anteile erneuerbarer Energien insbesondere in der Strom-, aber auch in der Gas- und Wärmeversorgung.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das neue Projekt ReNet (Restriktionsanalyse Netze) mit der Analyse bestehender Netze und will Hemmnisse bei der Realisierung hoher Anteile erneuerbarer Energien in der leitungsgebundenen Energieversorgung in Deutschland herausfinden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen damit die strukturellen Voraussetzungen transparent gestalten. Mit einer systemübergreifenden Betrachtung sollen auch Wechselwirkungen herausgearbeitet werden. Das Projekt startete im November 2010 und zielt darauf, nach Ablauf der nächsten 18 Monate auch Empfehlungen zur Überwindung von Hemmnissen und Restriktionen geben zu können sowie offene Forschungsfragen zu verdeutlichen. In einer übergreifenden Analyse werden auch die Restriktionen bei Gas- und Wärmenetzen einbezogen. Dr. Dörte Ohlhorst, die das Projekt beim Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin leitet, erklärt: „Die Betrachtung der technischen, sozialen, politischen, administrativen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen soll alle relevanten Einflussfaktoren sichtbar machen. Insbesondere sollen die Interessen der Akteure herausgearbeitet werden, die für den Bereich der Energienetze relevant sind, auch auf europäischer Ebene.“

Die Ergebnisse sollen die für zentrale Weichenstellungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien Verantwortlichen in Bund und Land erreichen. Dr. Dörte Ohlhorst erläutert dazu: „Die Bundesregierung steht angesichts der fatalen Risiken der Kernenergie und der Auswirkungen von Treibhausgasen auf das Klima vor der Herausforderung, den Ausbau der erneuerbaren Energien fortzusetzen und zu beschleunigen. Dieses Ziel wurde bereits im Integrierten Energie- und Klimaprogramm verankert.“ Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollen bei der Formulierung weiterer förderpolitischer Maßnahmen für den Netzbereich Eingang finden.

Am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin wird das Projekt von Dr. Dörte Ohlhorst und Matthias Futterlieb bearbeitet. Projektpartner sind Dr. Elke Bruns und Prof. Dr. Johann Köppel (Fachgebiet Umweltprüfung und Umweltplanung der TU Berlin), Dr. Bernd Wenzel (Ingenieurbüro für neue Energien in Teltow) sowie Thorsten Müller (Forschungsstelle Umwelt EnergieRecht e.V. in Würzburg). ReNet wird im Rahmen der „Förderung von Querschnitts- und übergreifenden Untersuchungen im Rahmen der Gesamtstrategie zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien“ des Bundesumweltministeriums mit rund 300 000 Euro gefördert.

tui / Quelle: "TU intern", 4/2011

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