direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Forschung

Die Kraft des gebündelten Lichts

Montag, 12. Juli 2010

Vor einem halben Jahrhundert wurde der Laser erfunden

Modernes Laserbohren in einem Labor der Technischen Universität Berlin
Lupe

Laser und Lasertechnik sind heute überall präsent. Wir nutzen sie in der Industrie, bei der Materialbearbeitung, in der Messtechnik, in der Medizin, in der Unterhaltungselektronik und bei der Datenübermittlung. Und doch ist es erst 50 Jahre her, dass ein roter Lichtpunkt an einer Laborwand in Malibu/Kalifornien tänzelte. Nach langer Vorarbeit gelang es Theodore H. Maiman (1927–2007) am 16. Mai 1960, den ersten funktionstüchtigen Laser (Rubinkristalllaser) zu konstruieren.

Die berühmte Fachzeitschrift "Nature" informierte am 6. August 1960 die Weltöffentlichkeit über diese Erfindung. Wie alles Neue war auch Maimans Laser nicht ohne Voraussetzungen entstanden. Er griff auf Erkenntnisse zurück, die Charles H. Townes (Physiknobelpreisträger 1964) in der Mikrowellenphysik gemacht hatte. 1952 hatte jener die Idee des Masers entwickelte, die zwei Jahre später zu einer Apparatur führte, die elektromagnetische Wellen durch stimulierte Emission erzeugen und verstärken konnte. Außerdem stellte Townes 1958 die Hypothese auf, dass das Funktionsprinzip des Masers auch für optische und infrarote Wellenlängen anwendbar sei. Deshalb nannten frühe Veröffentlichungen den Laser auch "optical maser" (optischen Maser).

Doch die theoretischen und experimentellen Grundlagen der Lasertechnik gehen noch weiter zurück. So beschrieb Albert Einstein 1916 – also in seiner Berliner Zeit – die stimulierte Emission als Umkehrung der Absorption. Und 1928 gelang im Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem unter Leitung von Rudolf Ladenburg (1882–1952) der erste experimentelle Nachweis der stimulierten Emission von Strahlung. Die Gemeinsamkeit von Laserstrahlen liegt im Entstehungsprozess – nämlich in der stimulierten Emission.

An der Technischen Hochschule Berlin promovierte zu jener Zeit ein junger Ungar, Dennis Gábor (1900–1979), der 1947 die Holografie entwickelte. Dieses Verfahren, das eine anschauliche Darstellung von Objekten ermöglicht, die weit über die Möglichkeiten der klassischen Fotografie hinausgeht, wurde erst durch die Lasertechnik nach 1960 praxistauglich und in Medizin, Materialprüfung und Archäologie vielfältig anwendbar. Dafür erhielt Gábor – inzwischen britischer Staatsbürger – 1971 den Nobelpreis für Physik. Gábor und Ladenburg mussten 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen. Durch jenen Rassenwahn der Nazis erfolgte eine verhängnisvolle Zerstörung wissenschaftlichen Milieus auf dem Felde der modernen Physik in Berlin und Göttingen, die für die wissenschaftlichen und technischen Defizite der Nachkriegszeit verantwortlich war.

Der Laser gehört ohne Frage zu den wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Bald begann in West und Ost ein Wettrennen in der Laserforschung. In der Sowjetunion war es Nikolai G. Bassow (1922–2001), der 1963 am Lebedew-Institut für Physik erste Hochleistungslaser entwickelte und dafür 1964 zusammen mit Townes den Nobelpreis bekam. An der TU Berlin legte 1962 Professor Hans Boersch (1909–1986) am Optischen Institut die Grundlagen für Laserforschung und -anwendung, die bis heute weltweit den guten Ruf der Universität auf diesem Gebiet bestimmen.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 7/2010

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.