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TU Berlin

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Forschung

Die Geheimnisse der Bücher

Montag, 12. Juli 2010

Einfluss und Bedeutung der Fürstenbibliothek Arolsen

Die Bibliothek besitzt besonders wertvolle Stücke wie die Ovid-Ausgabe von 1702
Lupe

Als Wilhelm von Humboldt 1788 nach Arolsen kam, in die Residenzstadt der Grafen und Fürsten von Waldeck-Pyrmont, war er voll des Lobes. Angetan von Bildungsliebe und Wissensdurst des Fürstenhauses, vom prächtigen Barockschloss und vor allem der außerordentlichen Bibliothek schwärmte er in seinem Reisetagebuch: "Ueberall hiengen schöne Gemählde, und man kann es in den Arolsischen fürstlichen Häusern nirgends verkennen, daß der Fürst und die Fürstin die Künste und die Wissenschaften lieben […]."

Das kleine Fürstentum unterhielt weitreichende gesellschaftliche Kontakte. Die Verbindungen reichten bis hinauf zum Kaiser, die Kontakte zur intellektuellen Elite waren zahlreich. So unterhielt man etwa enge Beziehungen zu Sir und Lady Hamilton in Neapel, zu dem berühmten Göttinger Professor Christian Gottlob Heyne und dem Leipziger Philosophen und Dichter Christian F. Gellert. Berühmte Künstler weilten am Arolser Hof, Johann Wolfgang von Goethe zählte den Sohn der Fürstenfamilie, Prinz Christian, zu seinen engsten Freunden.

Diese weitverzweigten Verbindungen und intellektuellen Interessen spiegelten und spiegeln sich noch immer in der "vorzüglich wichtigen" Bibliothek, die Humboldt zum Staunen brachte und die nun im Zentrum eines außergewöhnlichen DFG-Forschungsprojektes steht.

Zunächst auf drei Jahre angelegt und mit etwa 500 000 Euro gefördert, wird seit Juli 2009 "Die Fürstenbibliothek Arolsen als Kultur- und Wissensraum vom 16. bis zum frühen 19. Jahrhundert und ihre Einflüsse auf Genese, Formung und Identität des Fürstenstaates" untersucht. Die Germanistik-Professoren Dr. Claudia Brinker-von der Heyde von der Universität Kassel und Prof. Dr. Jürgen Wolf von der TU Berlin haben das Projekt initiiert und sind federführend.

Fest steht: Die Fürstenbibliothek Arolsen war mit ihren spezifischen Sammlungsschwerpunkten Antike, Reise, Weltwissen prototypisch für ihre Zeit und dennoch besonders, weil sie sich den außergewöhnlichen Interessen der "sehr gebildeten" Fürstin Christiane (Wilhelm von Humboldt) und ihren drei Söhnen verdankte. Die Bibliotheksgeschichte geht zwar zurück bis ins Mittelalter, doch ihre Blütezeit erlebte sie zur Zeit der Aufklärung unter der Fürstin und ihren Söhnen Christian August, Friedrich Carl August und Georg zu Waldeck und Pyrmont. Die Bestände umfassen rund 35 000 Werke von herausragender Qualität.

Damit reiht sich das DFG-Forschungsprojekt, das erst am Anfang steht, ein in die vielfältigen Projekte der TU Berlin, die den Anfängen der sogenannten Wissensgesellschaft auf der Spur sind. Mit der Erforschung der Arolser Fürstenbibliothek lssen sich Prozesse wie der Kulturwahrnehmung, dem Wissenstransfer und der Wissensspeicherung auf die Spur kommen.

Eva Hepper / Quelle: "TU intern", 7/2010

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