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TU Berlin

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Forschung

Der Freund des Gebäudes

Montag, 14. Juni 2010

TU-Experten bilden osteuropäische Sanierungsfachleute fort

In den meisten osteuropäischen Ländern, wie hier in Lettland, haben viele Häuser einen hohen energetischen Sanierungsbedarf
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Mehr als 10 000 lettische Mehrfamilienhäuser müssen dringend saniert werden. Nach der Errichtung fanden in den letzten Jahrzehnten an den Gebäuden so gut wie keine Instandsetzungsmaßnahmen statt. Erst recht genügen sie den heutigen energetischen Anforderungen nicht. Um diesem Missstand abzuhelfen, drückten nun drei Wochen lang 25 Letten in Berlin die „Schulbank“, um sich zu Managern für energetische Gebäudesanierung fortzubilden.

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"Der Deutschlandbesuch war Teil eines neuen Projekts, das im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit des deutschen und des lettischen Umweltministeriums zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden durchgeführt wird", erklärt TU-Professor Dr.-Ing. Frank U. Vogdt, an dessen Fachgebiet Bauphysik und Baukonstruktionen die Vorlesungen und Schulungen zum Thema "Energetisch sanieren – Fehler vermeiden" durchgeführt werden. Die zukünftigen "Gebäudesanierer" werden dort zu den relevanten technischen Inhalten geschult und praxisorientiert auf die von ihnen zu betreuenden Sanierungsprojekte vorbereitet, da in Lettland derzeit Förderprogramme für die dringend notwendige Erhöhung der Anzahl sanierter Gebäude aufgelegt werden. Erhöht werden soll dabei nicht nur die Zahl der Bauprojekte, sondern auch die Qualität der Sanierung.

"Diese Maßnahme schließt an ein mehrjähriges Projekt in Jelgava an", erzählt Frank U. Vogdt. Dort wurden mehrere Gebäude modellhaft energetisch saniert, von der Dämmung der Gebäudehülle über die Erneuerung oder den Austausch der Fenster bis zur Optimierung der Heizungsanlage mit verbrauchsgerechter Abrechnung. Die Fortbildung nutze dabei die deutschen Sanierungserfahrungen ebenso wie die gemeinsamen Erfahrungen bei der Sanierung mehrerer Wohngebäude in Lettland.

Die theoretische Ausbildung in Berlin mündet in eine 15-monatige Trainings- und Coachingphase in Lettland, in deren Mittelpunkt die konkreten Projekte der Teilnehmer stehen: die planerische Vorbereitung der Sanierungsvorhaben und die Sicherung der Qualität bei der baulichen Umsetzung. Die Teilnehmer werden dabei von deutschen Sanierungsexperten beraten und begleitet. Parallel dazu wird das Netzwerk "Majas Draugs" aufgebaut, was im Lettischen "Freund des Gebäudes" bedeutet. Es soll Interessierten und Beteiligten den Austausch erleichtern.

An dem Projekt arbeiten die für Gebäudesanierung zuständigen Ministerien für Umwelt und Wirtschaft ebenso mit wie die Staatliche Agentur für Bauen, Wohnen und Energie (BEMVA) sowie die Verbände der großen Städte Lettlands (LLPA), der Gebäudeverwalter (LNPAA) und der Lettische Bauingenieurverband (LBS). Das Projekt wird vom deutschen Umweltministerium und der KfW-Bankengruppe sowie dem Projektverantwortlichen IWO e.V. finanziell unterstützt. Im Juli wird bereits eine Gruppe aus der Ukraine an der TU Berlin erwartet.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 6/2010

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