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TUB-newsportaltui0410: Jahr der Biodiversität

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Forschung

Jahr der Biodiversität

Scheinbar schonend

Montag, 19. April 2010

Biologen untersuchen, ob selektiver Holzeinschlag den Regenwald nachhaltig bewirtschaftet

Auch der kleine Regenwaldfrosch Phyllomedusa vaillantii ist in seinem Bestand gefährdet
Lupe

Amphibien sind für Biologen wie Monique Hölting und Raffael Ernst ideale Forschungsobjekte. Die beiden Wissenschaftler untersuchen, wie sich das Eingreifen des Menschen zum Beispiel auf die Artenanzahl oder die ökologischen Eigenschaften einer Tierart auswirkt. "Und Frösche eignen sich hierfür außerordentlich gut, da sie besonders empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt wie Holzeinschlag reagieren", erklärt Monique Hölting, die am Fachgebiet Biodiversitätsdynamik promoviert, das von Prof. Dr. Frank Dziock geleitet wird.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt wollen Monique Hölting und der Leiter des Vorhabens, Raffael Ernst, in den kommenden drei Jahren untersuchen, welche Auswirkungen eine scheinbar schonende Methode des Holzeinschlages auf Artenreichtum und Artenvielfalt tatsächlich hat. Dabei werden sie minutiös die ökologischen Eigenschaften, also die Lebensweise einzelner Arten dokumentieren, da es oftmals genau diese sind, die darüber bestimmen, ob eine Art ausstirbt oder überlebt.

Monique Hölting forscht zurzeit im Regenwald im Norden Guyanas. Dort arbeitet sie mit dem "Iwokrama International Centre for Rainforest Conservation and Development", das Guyanas Regenwald schützt, zusammen. Die Holzwirtschaft, die unter Kontrolle des Zentrums betrieben wird, trägt das Ökosiegel FSC (Forest Stewardship Council). Dieses Siegel begrenzt den Holzeinschlag strikt. Bislang geht man davon aus, dass dies den Wald schont und die Lebensweise der Frösche und anderer Tiere dadurch kaum berührt wird. Ob diese Vermutung stimmt, ist allerdings noch nie wissenschaftlich untersucht worden. Innerhalb des DFG-Vorhabens wird Monique Hölting dies nun tun.

"Die Ergebnisse unserer Forschungen in Westafrika und Guyana weisen in dramatischer Weise darauf hin, dass menschliche Eingriffe meist unterschätzt werden, da sich Artenzahlen oftmals gar nicht ändern, sehr wohl aber Artenzusammensetzungen", erklärt Monique Hölting. Wir verlieren zwar oberflächlich nicht an Artenreichtum, sehr wohl aber an Reichtum ökologischer "Entwürfe".

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 4/2010

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