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TU Berlin

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Forschung

Krankenhäuser kranken an Energievergeudung

Montag, 25. Januar 2010

Forscher suchen nach Wegen, die Stromeffizienz von Kliniken grundlegend zu verbessern

Universitätsklinikum Frankfurt/Main
Universitätsklinikum Frankfurt/Main: funktionelle und energetisch optimierte Verbindung von Aufenthalts- und Arbeitsbereichen
Lupe

Der Energieverbrauch in Krankenhäusern ist hoch. Da aber die Energiekosten an den Betriebskosten nur etwa zwei bis drei Prozent ausmachen, sind die Energiekosten nicht der Auslöser für Optimierungsmaßnahmen. Wie die Energieeffizienz in Krankenhäusern verbessert werden kann, mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt "Krankenhaus plus". Geleitet wird es von Prof. Christine Nickl-Weller, die an der TU Berlin das Fachgebiet "Entwerfen von Krankenhäusern und Bauten des Gesundheitswesens" lehrt.

Das Vorhaben wird im 5. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung, Schwerpunkt "Energieoptimiertes Bauen" (EnOB) mit 1,85 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie über vier Jahre gefördert. Das Leitbild von EnOB ist das "Gebäude der Zukunft". Entwickelt werden sollen Bauten mit minimalem Primärenergiebedarf und hohem Nutzerkomfort – und das bei moderaten Investitions- und deutlich reduzierten Betriebskosten.
Daraus resultiert das Ziel von "Krankenhaus plus", Strategien zu erarbeiten, wie die Energieeffizienz für Krankenhäuser sowohl im Bestand als auch für Neubauten verbessert werden kann.

"Wir haben in Krankenhäusern nicht nur einen hohen Energieverbrauch, sondern auch ein enormes Einsparpotenzial, das wir mit unseren Forschungen erschließen werden", sagt Christine Nickl-Weller. Möglich werde das letztendlich nur über ein integriertes Gesamtkonzept auf der Basis innovativer Technologien wie zum Beispiel der Nutzung der Verdunstungskälte zur Gebäudekühlung oder des Einsatzes integrierter Tages- und Kunstlichtbeleuchtung, ergänzt Marco Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem Vorhaben.

In drei Teilprojekten soll es bearbeitet werden. Teilprojekt I beschäftigt sich mit der energetischen Analyse des Krankenhauses Agatharied in Bayern; Teilprojekt II mit der Entwicklung eines Neubaus für das Universitätsklinikum in Frankfurt/Main, an dem demonstriert werden soll, wie die Planung gestaltet werden muss auf dem Weg zu einem "funktionell und energetisch optimierten Gebäude" – und zwar als ein Prozess, der Planer, Ingenieure und Energiefachleute von Beginn an zusammenführt. In diesem Projekt sollen in einer zweijährigen Messphase aber auch Energieverbrauch und Energieströme in dem zu entwickelnden Haus erfasst und das Energiesparpotenzial aufgezeigt werden. "Im Teilprojekt III wird der Energieverbrauch der einzelnen Funktionsstellen eines Krankenhauses, also der OP-Säle, Labore und Fachabteilungen, untersucht, um Synergien aufzuzeigen", erklärt Christine Nickl-Weller. Dahinter steht die Idee, die Energie (Abwärme), die zu viel produziert wird, jenen Bereichen zuzuführen, die sie benötigen – zum Beispiel Krankenzimmern und Aufenthaltsbereichen.

Der wissenschaftliche Ansatz, die Funktionsstellen eines Krankenhauses – im Projekt werden es die im Krankenhaus Agatharied, im Universitätsklinikum sowie in weiteren Häusern sein – hinsichtlich ihres Energieverbrauchs zu betrachten, ist neu und eröffnet die Chance, ein Modell zu entwickeln, mit dem die Bewertung des Energiebedarfs eines jeden anderen Krankenhauses möglich wird. Zurzeit fehlt dafür in Deutschland ein Instrumentarium. Christine Nickl-Weller will diese Forschungslücke schließen.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 1/2010

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