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Forschung

Geldregen für "diskrete Brücken"

Montag, 14. Dezember 2009

1,85 Millionen Euro für EU-Projekt des Mathematikers Günter M. Ziegler

Das gewölbte Dach des Berliner Hauptbahnohofes war ein Fall für die Diskrete Matehematik
Lupe

Der Europäische Forschungsrat ERC hat Anfang November in Brüssel die Vergabe eines seiner "ERC Advanced Grants" in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro an den TU-Mathematiker Professor Günter M. Ziegler beschlossen. Es ist bereits der zweite "ERC Advanced Grant", den ein Forscher der TU Berlin dieses Jahr erhält. Auch Professor Oliver Paschereit vom Fachgebiet Experimentelle Strömungsmechanik erhielt eine "ERC Advanced Grant"-Förderung (siehe Artikel "Vereinigung von Feuer und Wasser", TU intern 12/09). Diese begehrten Preise werden für herausragende Forschungsprojekte renommierter Wissenschaftler aus ganz Europa vergeben.

Das ambitionierte und jetzt ausgezeichnete Forschungsprojekt Günter Zieglers geht dem Phänomen der "Diskretisierung" nach: Kontinuierliche Prozesse und Strukturen müssen "diskretisiert" werden. Das heißt, sie werden mit mathematischen Methoden modelliert und damit der Analyse und der Berechnung im Computer zugänglich gemacht. Dabei entdeckt man vielfach, dass die diskreten Strukturen an sich schon einen hoch- interessanten Forschungsgegenstand darstellen und ihr Studium die kontinuierliche Theorie befruchtet. Ein Beispiel aus der Architektur ist die Herausforderung, geschwungene Glasdächer ("kontinuierliche Formen") aus ebenen Glasflächen ("diskreten Formen") aufzubauen, wie es etwa für das Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs geschah.

Günter M. Ziegler will über die kommenden Jahre unter der Überschrift "Diskretisierung" Brücken bauen zwischen ganz unterschiedlichen Bereichen der Mathematik, die allesamt in Berlin stark vertreten sind: Dazu gehören mit der "Diskreten Geometrie" und "Topologischen Kombinatorik" Zieglers eigene Hauptarbeitsgebiete und die "Diskrete Differenzialgeometrie", die an der TU Berlin mit der Forschergruppe "Polyedrische Flächen" unter Professor Alexander Bobenko vertreten ist. Hinzu kommen Bereiche der Numerischen Mathematik und des Wissenschaftlichen Rechnens, bei denen Günter M. Ziegler sich auf die breite Expertise im Rahmen des DFG-Forschungszentrums MATHEON – "Mathematik für Schlüsseltechnologien" stützt und unter anderem mit Kollegen an der FU Berlin sowie am Zuse-Institut Berlin und am Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik zusammenarbeitet.

tui / Quelle: "TU intern", 12/2009

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