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Studium & Lehre

Innovationswettbewerb Medizintechnik 2009

Schweißen statt nähen

Montag, 16. November 2009

Thermisches Verfahren für dichtere Verbindungen bei Darmchirurgie

Medizintechnische Hilfe bei Operationen kann die Sterberate erheblich senken
Medizintechnische Hilfe bei Operationen kann die Sterberate erheblich senken
Lupe

Nach chirurgischen Eingriffen am Darm werden bislang die Enden der verbliebenen Darmabschnitte mit Naht- oder Klammertechniken zusammengefügt. Es besteht aber ein gewisses Restrisiko, dass diese Verbindungen undicht werden oder sogar reißen können.

Undichte Nahtverbindungen – sogenannte Nahtinsuffizienzen – können Auslöser eines schweren Krankheitsverlaufes sein und mit einer hohen Sterberate verbunden sein. In aktuellen Publikationen finden sich Insuffizienzraten von bis zu 15 Prozent nach Dickdarmeingriffen.

Berliner Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler sowie Medizinerinnen und Mediziner arbeiten jetzt an einer schonenden Alternative. Mit kleinen Instrumenten wollen sie die Darmwandenden zusammendrücken, anschließend erhitzen und so dauerhaft miteinander verschweißen. Mit dieser "Thermofusionstechnik" sollen sowohl die Wundheilung als auch die Sicherheit entscheidend verbessert werden. Ist das Verfahren erfolgreich, könnte es für die sogenannte Schlüssellochchirurgie zur Standard-Nahttechnik werden und die Folgekosten gefährlicher Komplikationen verringern. Die Durchführung des Schlüsselexperiments erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von drei wissenschaftlichen Arbeitsgruppen und einem Industriepartner. Mit der Bündelung von Kompetenzen aus Medizin, Ingenieurwissenschaft und Biotechnologie wurden hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bearbeitung dieses Vorhabens geschaffen. Die Gesamtkoordination liegt bei der Arbeitsgruppe von Prof. Dr.-Ing. Mark Kraft von der TU Berlin. Die Partner kommen aus der Charit頖 Universitätsmedizin als klinische Experten, aus den TU-Fachgebieten Medizintechnik sowie Biotechnologie und den Firmen Celon und Olympus.

tui / Quelle: "TU intern", 11/2009

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