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TU Berlin

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Forschung

Drahtseile unter Spannung

Donnerstag, 16. Juli 2009

An der TU Berlin wird erstmalig die Belastbarkeit des Original-Umlenksattels einer Brücke geprüft

Blick in die Peter-Behrens-Halle, wo der Brücken-Umlenksattel im Versuchsfeld getestet wird
Lupe

Die erste "Extradosed"-Brücke, die Odawara Blueway Bridge, entspannt seit 1988 in Odawara/Kanagawa, Japan, den Verkehr. Nach ihrem Vorbild werden solche Brücken heute weltweit gebaut. "Eine Besonderheit dieser Schrägseil-Brückenbautechnik ist die Aufhängung mit flachen Seilen und steifem Überbau. Sie kombiniert das Tragverhalten einer Schrägseilbrücke und einer Balkenbrücke", erklärt Ayham Abdalsamad. Er ist Projektleiter einer einzigartigen Testreihe für sehr große Bauteile dieser Brücke am TU-Institut für Bauingenieurwesen im Fachgebiet Massivbau von Prof. Dr. Mike Schlaich.

Auf Festigkeit, Belastungsfähigkeit und Ermüdungsverhalten werden die sogenannten Umlenksättel geprüft. Sie führen die aus jeweils 55 Litzen mit wiederum je sieben Drähten bestehenden Brückenseile und sind normalerweise in die Masten oder Pylonen einbetoniert. Je nach Verkehrsaufkommen auf der Brücke sind diese Umlenksättel teils sehr hohen Belastungen ausgesetzt.

"Seile und Umlenksattel dieser Größe wurden in der Praxis zwar schon erfolgreich eingesetzt, konnten aber bisher noch nicht nach standardisierten Vorgaben getestet werden", so Ayham Abdalsamad. Am Fachgebiet, das mit der 180 Meter langen Peter-Behrens-Halle und einem 28,5 mal 13,5 Meter großen Aufspannfeld auf dem ehemaligen AEG-Gelände in Wedding über genügend Platz für Großversuche dieser Art verfügt, wurde nun eigens ein Prüf-Stahlrahmen entworfen, der ebenso wie die Komponenten, die getestet werden sollen, ein Prototyp ist. Da die hohen Lasten für den dynamischen Versuch nicht mit dem Prüfzylinder der TU Berlin künstlich erzeugt werden können, musste der Versuchsrahmen so konstruiert sein, dass er bereits eine hohe Vorlast mitbringt.

"Mit unserem Versuch soll nachgewiesen werden, dass Seile und Sättel nach zwei Millionen Lastwechseln noch 95 Prozent ihrer Tragfähigkeit haben", erklärt der Bauingenieur Abdalsamad. Damit keine Unfälle passieren, sind große Sandsäcke an den Ankerköpfen, hinter dem Prüfzylinder und am Prüfrahmen deponiert, ein Sprengvlies deckt den Prüfrahmen ab. "Wir überwachen das System außerdem rund um die Uhr mit Personal, Messuhren, Dehnmessstreifen und anderen Messinstrumenten."

Inzwischen sind die geplanten zwei Millionen Zyklen geschafft. Das Seil wird bald mit 95 Prozent seiner Bruchlast gezogen werden. Abdalsamad dazu: "Der Versuch lief bis jetzt sehr gut!"

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 7/2009

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