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TU Berlin

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Forschung

Unter strenger Beobachtung

Mittwoch, 17. Juni 2009

Wie Tibets Gletscher auf den Klimawandel reagieren

Packpferde und Träger auf dem Weg zum Zhadang-Gletscher
Packpferde und Träger auf dem Weg zum Zhadang-Gletscher
Lupe

Die Wasserressourcen weiter Teile Süd- und Südostasiens hängen in entscheidendem Maße vom sommerlichen Monsun und von der Schnee- und Eisschmelze am Himalaya und auf dem tibetischen Plateau ab. Wie der Wasserhaushalt der großen Flüsse, die in der Region entspringen, sich im Zuge des weltweiten Klimawandels verändern könnte, ist deshalb eine für viele Millionen Menschen in Tibet, China, Nepal, Indien und den angrenzenden Ländern von hoher Bedeutung.

Im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Tibetan Plateau: Formation, Climate, Ecosystems (TiP)" der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat ein internationales Team von deutschen und chinesischen Wissenschaftlern zwei automatische Energiebilanzstationen auf dem Zhadang-Gletscher in der nördlich von Lhasa gelegenen Gebirgskette Nyenchentanghla installiert. Mit dabei waren Dipl.-Ing. Fabien Maussion vom Institut für Ökologie, Fachgebiet Klimatologie, der TU Berlin und Prof. Dr. Dieter Scherer, Leiter des Fachgebietes Klimatologie. Er hatte im Vorfeld der Messkampagne das Projekt initiiert und maßgeblich gestaltet.

Mit der Installation der Anlagen in einer Höhe von 5730 Metern ist der Zhadang-Gletscher jetzt der am aufwendigsten ausgestattete "Laborgletscher" Zentralasiens, da durch die Wissenschaftler am Institute of Tibetan Plateau Research (ITP) weitere glaziologische, hydrologische und meteorologische Messeinrichtungen in dem gesamten Wassereinzugsgebiet betrieben werden. "Die enorme Dichte an Messdaten, die wir vom Zhadang-Gletscher und seinem Einzugsgebiet erhalten, ist für Zentralasien und vor allem für die extreme Höhenlage zwischen 5300 Metern und 6000 Metern weltweit einmalig. Auf die Messdaten, die wir im kommenden Herbst mit nach Hause nehmen werden, sind wir sehr gespannt", sagt Scherer.

Die automatischen Messeinrichtungen werden zukünftig über mindestens zwei sommerliche Schmelzphasen klimatologische sowie schnee- und eishydrologische Daten erfassen, die es erlauben, detaillierte und vor allem räumlich hochauflösende Modelle für die Schnee- und Eisschmelze in der Region zu entwickeln und zu kalibrieren. Mit den kalibrierten Schmelzmodellen werden die Wissenschaftler dann die Gletscheränderungen vergangener Jahrzehnte in hoher räumlicher Auflösung modellieren und dieses Ergebnis anhand von älteren Satellitenbildern vergleichen können. Anschließend werden auf der Basis von globalen Klimamodellen die zukünftigen Änderungen des Eishaushaltes der Gletscher dieser bislang wenig erforschten Gebirgskette im Herzen Tibets abgeschätzt und damit ein wichtiger Beitrag für die weitere nachhaltige Entwicklung in dieser Region geleistet

tui / Quelle: "TU intern", 6/2009

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