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TU Berlin

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Forschung

Stromlücke, Effizienzlücke - oder Handlungslücke?

Montag, 09. Februar 2009

Wissenschaftliche Studien und Meinungen im Spannungsfeld

Windräder und Strommasten
Windräder und Strommasten im brandenburgischen Märkisch-Oderland
Lupe

"Gibt es demnächst eine Stromlücke in Deutschland?" Auf einer gemeinsam vom Innovationszentrum Energie (IZE) und der Zentraleinrichtung Kooperation (ZEK) der TU Berlin ausgerichteten Tagung mit mehr als 130 Wissenschaftlern, Studierenden sowie Vertretern aus Unternehmen, Gewerkschaften und Umweltverbänden wurden zwei gegensätzliche Studien zur Zukunft der Stromversorgung beleuchtet. Die Studie der Deutschen Energie Agentur (dena) vom März 2008 erachtet den Weiterbetrieb bestehender Kern- und Kohlekraftwerke über die bisher geplanten Laufzeiten hinaus als notwendig. Sie mahnt die Erneuerung des Kraftwerksparks an, um Stromengpässe ab dem Jahr 2020 zu vermeiden.

Dagegen behauptet das Umweltbundesamt (UBA) in seiner zeitgleich erschienenen Studie, dass die Versorgungssicherheit bis 2020, auch wenn man auf die Kernkraftnutzung verzichtet, nicht in Gefahr sei. Auch zusätzliche Kohlekraftwerke über die heute schon im Bau befindlichen Kraftwerke hinaus bräuchten nicht gebaut zu werden. Doch so konträr, wie es zunächst den Anschein hat, sind die Studien nicht. Das ergab die Diskussion durch Referenten, Podium und Auditorium: Die Referenten waren Annegret Agricola (dena) und Dr. Klaus Müschen (UBA). Auf dem Podium saßen Klaus Pitschke (Vattenfall Europe Berlin), Heiko Glawe (Deutscher Gewerkschaftsbund Berlin/Brandenburg), Professor Ottmar Edenhofer (TU Berlin) und Professor Kai Strunz (TU Berlin).

Einig war man über den dringenden Handlungsbedarf, wenn in Deutschland eine Effizienzlücke vermieden werden soll. Während die dena die Effizienzlücke im Weiterbetrieb alter, ineffizienter Kraftwerke befürchtet und sichere Rahmenbedingungen für den Neubau fossiler Kraftwerke fordert, setzt das UBA auf einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien, die Kraft-Wärme-Kopplung und eine Reduktion der Stromnachfrage. Einig ist man sich, dass die Betriebssicherheit auch bei einem hohen Anteil erneuerbarer Energie nur gewährleistet werden kann, wenn gleichzeitig die Netzkapazitäten ausgebaut werden.

Zwar werden die Marktkräfte eine Stromlücke sehr wahrscheinlich vermeiden. Doch könnten zeitweilige Kapazitätsengpässe die Strompreise sprungartig ansteigen lassen. Die Diskussion verdeutlichte, wie sehr eine konsensfähige Energiestrategie für das Land fehlt, zeigte aber auch, dass die Gräben zwischen den einzelnen Positionen, bei genauer Betrachtung der Grundlagen, gar nicht so unüberwindbar sind. Dieses Thema bleibt spannend, und so ist bereits für Ende des Jahres 2009 eine weitere Tagung in Planung.

Prof. Dr. Frank Behrendt, Dipl.-Ing. Ines Braune, TU-Innovationszentrum Energie / Quelle: "TU intern", 2/2009

Zum Thema "Kraftakt. Energiemix der Zukunft" läuft noch bis zum 16. Februar 2009 eine IZE-Veranstaltungsreihe in der Berliner Urania.

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