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TU Berlin

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Forschung

Auf der Kippe

Montag, 09. Februar 2009

Schwieriger Einstieg in den Arbeitsmarkt und drohender Fachkräftemangel in Ostdeutschland

Nach der anfänglichen Feierlaune haben Alltag und Realität die Menschen in West und Ost eingeholt.
Nach der anfänglichen Feierlaune haben Alltag und Realität die Menschen in West und Ost eingeholt. Viele gesellschaftliche und finanzielle Probleme sind noch ungelöst
Lupe

Nach wie vor ist in den ostdeutschen Bundesländern die Arbeitslosenquote doppelt so hoch wie in den alten Ländern. Das Bruttoinlandsprodukt liegt um rund ein Drittel unter dem Westdeutschlands. Seit rund zehn Jahren hat dies deutliche Auswirkungen auf den Einstieg von Berufsanfängern in den Arbeitsmarkt. Eine "verlorene Generation", deren Erwerbseinstiege erschwert oder gar blockiert und verhindert werden, so bezeichnet Dorothea Walther vom Innovationsverbund Ostdeutschland diesen Altersjahrgang.

Die Koordinierungsstelle des Innovationsverbundes ist am Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin angesiedelt. Diese jungen Leute sehen oft keine andere Chance, als die Heimat zu verlassen. Ein Workshop brachte kürzlich Expertinnen und Experten zusammen, um nach Lösungsansätzen zu suchen, die den Folgeproblemen einer "Entvölkerung" ganzer ostdeutscher Landstriche entgegenwirken könnten.

Zu beobachten sei eine Spaltung der Erwerbseinstiege der geburtenstarken Jahrgänge, wurde festgestellt: Ein großer Teil ist gut ausgebildet und weiterhin beschäftigt. Doch es steigt die Anzahl derer, die länger vom Erwerbseinstieg ausgeschlossen sind oder gleich nach der Ausbildung in sogenannten "Maßnahmen" landen. Das hat eine massive Abwanderungsbewegung in Richtung westdeutsche Bundesländer zur Folge. Zusätzlich droht jedoch gleichzeitig, durch die Tendenz ostdeutscher Betriebe, altersgleiche Belegschaften einzustellen, ein plötzlich auftretender, ebenso massiver Fachkräftemangel, wenn nämlich viele Arbeitnehmer gleichzeitig in den Ruhestand gehen. "Strategien zur Bindung von Fachkräften müssen also einsetzen, bevor sich ein Abwanderungswunsch herausgebildet hat", so Peer Pasternack vom Institut für Hochschulforschung Wittenberg (HoF) in den VDI Nachrichten. Vor allem müsse man gezielte Kooperationen mit der Wirtschaft eingehen sowie Werbemaßnahmen entwickeln, um der Fachkräftelücke entgegenzuwirken. Für Akademiker vieler Studienrichtungen gebe es recht gute Berufs- und auch Studienchancen im Osten. Der Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen aber, der Rückgang der Übernahmequoten, geringe Entlohnung und befristete Verträge trügen weiterhin zur Demotivierung der Jugendlichen im Facharbeitersektor bei, mit der Folge, dass die Angebot-und-Nachfrage-Relation in diesem Bereich ohne geeignete Gegenmaßnahmen, zum Beispiel durch Kooperationen mit Kommunen, Ländern und der Wirtschaft, zu kippen drohe.

Die derzeitige Situation hat durchaus auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung positiver wie negativer Aspekte, 20 Jahre nach der Maueröffnung. Dazu befragte der Innovationsverbund Ostdeutschlandforschung der TU Berlin im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Wolfgang Tiefensee, in einem Online-Dialog interessierte Bürgerinnen und Bürger. Tiefe Einblicke, positive wie kritische Anmerkungen sind inzwischen auf der Website "Unsere deutsche Einheit" nachzulesen.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 2/2009

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